"Traumfabrik" © Jens Koch/Tobis Film
Jens Koch/Tobis Film
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Drama - Traumfabrik

Bewertung:

Traumfabrik – das ist ein Synonym für großes Kino. Und genau das verspricht auch der Liebesfilm von Martin Schreier, prominent besetzt mit Emilia Schüle, Nikolai Kinski, Ken Duken und dem Nachwuchstalent Dennis Mojen.

Nachdem sich in den Filmstudios Babelsberg in den letzten 20 Jahren vorwiegend internationale Stars die Klinke in die Hand gegeben haben, hat Studio Babelsberg nun erstmals wieder einen Film selbst produziert - der nicht nur eine Liebesgeschichte erzählt, sondern auch eine Hommage an das große Kino sein will.

Traumfabrik © Julia Terjung/ Tobis Film
Emil und Milou in "Traumfabrik"Bild: Julia Terjung

Eine Geschichte in den Wirren des Mauerbaus

Der Film spielt im Jahr 1961 kurz vor dem Mauerbau. Ein junger Mann heuert in den DEFA-Studios als Komparse an und verliebt sich noch am selben Tag in eine junge Frau.  Und auch sie scheint nicht abgeneigt. Als sie dann zu der entscheidenden Verabredung am 13. August nicht erscheint, weil in der Nacht zuvor die Grenzen geschlossen wurden, beschließt Emil, alle Hebel in Bewegung zu setzen, Milou nach Babelsberg zurückzuholen.

Die Wirren der Politik, die sich auch in Babelsberg niederschlagen, weil Künstler aus dem Westen nicht mehr kommen dürfen, macht er sich zunutze. Er wird, ohne dass er auch nur einen Schimmer davon hat, wie man einen Film macht, Regisseur und holt Milou zurück nach Babelsberg. Die Genossen sind von dem Film begeistert, der Studiochef macht gute Miene zum bösen Spiel und Emil hat seine große Liebe zurück, die sich allerdings gerade mit einem französischen Schauspieler verlobt hat.

Klischeehafte Figuren

In diesen Wirren sind die Implikationen des Mauerbaus nur eine unter vielen Hürden, die von Emil genommen werden müssen, um ans Ziel zu kommen. Bildlich greift Regisseur Martin Schreier in die Vollen, er beginnt mit einer üppigen Plansequenz, die uns eintauchen lässt in die Babelsberger Filmstudios als Welt der großen Illusion, die uns blenden und staunen lassen will. Unterlegt von pompöser Musik.

Doch bleibt das Liebespaar eher farblos. Milou (Emilias Schüle) ist schön, talentiert und unterdrückt. Er (Newcomer Dennis Mojen) nimmt sich die Welt mit lausbubenhaftem Charme, unter anderem auch die Frau, die er haben will. Auch die anderen Figuren werden klassischen Klischees geopfert: die ständig betrunkenen Russen, die zickige Französin, der herrische Studioboss – völlig unterfordert: Heiner Lauterbach – der arrogante Rivale: Nikolai Kinski.

"Traumfabrik" © Julia Terjung/Tobis Film
Michael Gwisdek als Emil in "Traumfabrik" | Foto: Julia TerjungBild: Julia Terjung

Michael Gwisdek als Highlight

Und dann gibt es noch eine Rahmenhandlung: Opa Emil erzählt seinem Enkel von diesem märchenhaften Eroberungszug der Oma Milou vor vielen Jahren. Michael Gwisdek, ein Highlight des Films, kommt da wie Kai aus der Kiste und so schön es ist, ihn zu sehen – gebraucht hätte es ihn nicht.

Diese kitschige Liebesgeschichte zwischen einem Tanzdouble und einem Kleindarsteller verspielt ihr Potenzial zugunsten einer lauten und pompösen Inszenierung. Einzige Chance, den Film zu mögen: ihn als Märchen zu lesen, da kann man sich an der bösen Französin und dem tollpatschigen Hauptdarsteller, an Emilia Schüles Tanzeinlagen, den Elefanten und dem Studioleben ergötzen – und vielleicht ein bisschen ins Träumen geraten, was Film alles so kann…  

Christine Deggau, rbbKultur

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