Once Upon A Time, Brad Pitt
Bild: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Drama - "Es war einmal in Hollywood"

Bewertung:

Quentin Tarantino liebt das Kino und lässt seine Leidenschaft in jeden seiner Filme fließen. Nach Hommagen ans asiatische Martial Art Kino, an die Blaxsploitation-Filme der Siebzigerjahre und die Grindhouse B-Movies der Sechziger Jahre sind jetzt in "Es war einmal in Hollywood" die Westernfernsehserien der Sechzigerjahre dran. Prominent besetzt mit Brad Pitt, Leonardo DiCaprio, Margot Robbie und Al Pacino.

Once Upon A Time, Margot Robbie
Bild: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die letzten Tage der Unschuld vor den Manson-Morden

Ende der Sechziger Jahre hat das klassische Hollywood seine Strahlkraft verloren und wird von der raueren, wilderen Wucht des New Hollywood verdrängt.

Der Ruhm des Seriendarstellers Rick Dalton (Leonardo Di Caprio), Held der fiktiven Westernserie "Bounty Law" verblasst, er hadert mit einer Existenzkrise. Noch etwas weiter unten bewegt sich sein Freund und Stunt Double Cliff Booth (Brad Pitt), der seit einer alkoholisierten Fahrt auch Ricks Chauffeur ist.

Von den Rändern Hollywoods schauen die beiden auf das Zentrum, in dem die schwangere Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie) und ihr Mann, der europäische Regisseur Roman Polanski, das heißeste Pärchen der Zeit, euphorisch gefeiert werden. Das Wissen um die grausamen Morde an Sharon Tate und drei ihrer Freunde liegt von Anfang an wie ein schwerer Schatten über den bunten Bildern leichtfertigen Glücks.

Once Upon A Time, Al Pacino
Bild: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Geballte Star Power

Wie bereits in früheren Filmen hat Quentin Tarantino auch dieses Mal ein schillerndes Ensemble aus großen Stars von heute und grandiosen Schauspielern der Filmgeschichte zusammengeführt.

Zum ersten Mal stehen Brad Pitt und Leonardo DiCaprio, einzeln schon in "Django Unchained" und "Inglorious Basterds" dabei,gemeinsam vor der Kamera. Sie haben spürbaren Spaß dabei, ihre Rollen mit selbstironischen, mal komischen, mal tragischen Brechungen zu spielen, nicht nur innerhalb des Films, sondern auch im Spannungsverhältnis zu ihrem realen Ruhm.

Alternative Wahrheiten

Nachdem Tarantino in "Ingloriuos Basterds" den Holocaust spektakulär gerächt hat und in "Django Unchained" einen schwarzen Sklaven befreit hat, vollendet der neue Film Tarantinos Trilogie der Filme über alternative Wahrheiten.

"Es war einmal in Hollywood", so fangen Märchen an, wie in früheren Filmen pflanzt er auch hier zwei fiktive Figuren in eine akribisch rekonstruierte, historische Situation ein. Die späten Sechziger Jahre  werden auf der Leinwand wieder lebendig, mit allem was zum authentischen Zeitkolorit gehört, Mode, Musik, Frisuren, tolle Vintage-Autos.

Wenn Rick Dalton am Todestag von Sharon Tate im Fernsehen die Serie "Mannix" anschaut, kann man sicher sein, dass sie damals auch lief. Wenn Ricks Agent ihn für einen Spaghetti-Western nach Italien schicken will, klingt das armselig, war aber genau so der Anfang der großen Karriere von Clint Eastwood. Mit all den Bezügen, Zitaten und Querverweisen ließe sich mühelos ein ganzes Buch füllen.

Epische Länge, die sich lohnt

Tarantinos Filme ufern oft in alle Richtungen aus, "Kill Bill" musste sogar in zwei Teilen ins Kino kommen. Auch "Es war einmal in Hollywood" hat eine beachtliche Länge von 2 Stunden 40 Minuten.

Doch Tarantino beherrscht die Kunst, den Boden mit sehr langen Atem und vielen Details zu pflügen, um am Ende ein wirklich aberwitzig, wildes Finale darauf erblühen zu lassen. Auch wenn es ein paar Momente gibt, die sich gerade für weniger filmaffine Zuschauer ein bisschen ziehen könnten, zahlt es sich am Ende dennoch aus, wenn jedes kleine, mal fiktiv, mal historisch angelegte Detail seine Bedeutung erfüllt.

Anke Sterneborg, rbbKultur

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