Gloria – das Leben wartet nicht, hier: Julianne Moore; © Hilary Bronwyn Gayle
Hilary Bronwyn Gayle
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Drama - "Gloria – das Leben wartet nicht"

Bewertung:

"Gloria", ein chilenisches Drama über eine geschiedene Frau auf der Suche nach Liebe, war einer der Hits auf der Berlinale im Jahr 2013. Die Hauptdarstellerin Paulina Garcia gewann damals einen Silbernen Bären. Den US-amerikanischen Kinozuschauern war das offenbar nicht gut genug. Deswegen gibt es jetzt ein Remake mit Julianne Moore in der Titelrolle.

Als geschiedene Frau Mitte Fünfzig ist Gloria auf der Suche nach einem neuen Sinn in ihrem Leben. Ihre Kinder sind flügge: Sohn Peter (Michael Cera) ist gerade Vater geworden, Tochter Anne (Caren Pistorius) hat einen neuen Lover – einen schwedischen Surfer, dem sie nach Europa folgen will.

Auch in ihrem Bürojob wird Gloria nicht übermäßig gefordert. Sie sehnt sich nach Abwechslung, nach einer neuen Liebe, und etwas Romantik in ihrem Leben. Gleichzeitig hat sie aber auch nicht mehr die Illusionen ihrer Jugend.

Gloria – das Leben wartet nicht, hier: John Turturro und Julianne Moore; © Hilary Bronwyn Gayle
Bild: Hilary Bronwyn Gayle

Band der Vergangenheit

In dieser Situation begegnet ihr Arnold (John Turturro), ebenfalls geschieden und Besitzer eines Vergnügungsparks. Zunächst scheint er genau der Richtige zu sein: Er ist sensibel und aufmerksam, er macht ihr kleine Geschenke und liest ihr sogar Gedichte vor.

Es gibt nur einen Haken: Arnold ist wie mit einem unsichtbaren Band mit seiner Vergangenheit verbunden: Immer dann, wenn es gerade besonders schön ist zwischen den beiden, klingelt sein Telefon. Entweder ist seine Ex-Frau oder eine seiner beiden Töchter am Apparat.

Zunächst versucht Gloria diese Störung ihrer Zweisamkeit noch zu ignorieren, aber irgendwann muss sie sich entscheiden: Will sie wirklich ihre Freiheit aufgeben für einen Mann, der alles andere als frei ist? Oder bleibt sie doch lieber allein?

Ein echter Mehrwert

Die Praxis, internationale Arthouse-Filme für den US-Markt noch einmal neu zu drehen, ist eigentlich sehr fragwürdig. Sie ist Ausdruck einer Mischung aus Ignoranz und kulturellem Imperialismus. Außer dem Ort der Handlung (L.A. anstatt Santiago de Chile) und der Sprache (Englisch statt Spanisch) haben sich gegenüber der Vorlage nur ein paar minimale Details verändert.

Dass es trotzdem geglückt ist, einen echten Mehrwert zu schaffen, ist vor allem zwei Menschen zu verdanken: Regisseur Sebastián Lelio, der das Remake lieber selbst übernommen hat, als seinen Stoff einem anderen zu überlassen (und der einmal mehr als großer Stilist glänzt). Und Hauptdarstellerin Julianne Moore, die mit ihrer Performance selbst den Bären-gekrönten Auftritt von Paulina Garcia vergessen macht.

Für diese Leistung gebührt den beiden Respekt. Das Original ersetzen kann der Film trotzdem nicht.

Carsten Beyer, rbbKultur

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