Eiza Gonzalez, Emma Roberts in "Paradise Hills"
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Science Fiction - "Paradise Hills"

Bewertung:

Science Fiction-Filme sind mit ihren großen Budgets in der Regel Männerdomäne. Warum eigentlich?, fragt sich die Spanierin Alice Waddington. Ihre These: Die Fürsorge sei eine der herausragenden Charaktereigenschaften bei den Figuren dieser Welten, der Drang sich zu kümmern, ihre Leidenschaft, ihr unbedingter Wille sich anzupassen, allesamt also betont feminine Eigenschaften, die sie jetzt in ihr Spielfilmdebüt gepackt hat. "Paradise Hills" ist prominent besetzt mit Emma Roberts (die auch schon sehr berühmte Nichte von Julia Roberts), Awkwafina und Milla Jovovich.

Weiblicher Blick auf dystopische Verhältnisse

Der Film lässt sich in den Sog einer überwältigend pompösen Märchenhochzeit ziehen, in eine wahre Ausstattungs- und Kostüm-Orgie. Doch von Anfang an haftet dieser Traumhochzeit etwas Alptraumhaftes an, statt Hochgefühle am schönsten Tag des Lebens eher ein beklemmendes Gefühl von Bevormundung.

Dann wird  die Zeit zurückgedreht, zwei Monate zuvor schlägt die junge Braut Uma ( Emma Roberts) die Augen auf und findet sich in einer völlig fremden Umgebung. Mit Kunstrasen-Bodenbelag, kunstvollen arkadischen Landschaftsmalereien an den Wänden und zentral aufgebauten Schlafthron wirkt der Raum zugleich freundlich licht und beunruhigend künstlich. "Wo bin ich?" fragt Uma zwischen Wut und Panik, "Im Paradies natürlich", erwidert.

Opulente Schönheit mit Widerhaken

Schon die ersten Bilder künden von einer überschäumenden Lust am durchgestylten Prunk von Kostümen, Setdesign und Ausstattung. Die visuellen Schauwerte machen einen großen Teil des Faszinosums dieses Film aus, vor allem weil sie mehr sind als nur oberflächliche Hülle.

Zwischen äußerer Schönheit und inneren Abgründen schürt Alice Waddington ein Spannungsverhältnis, das sich durch alle Ebenen des Films zieht und zahlreiche Assoziationen weckt: Die Prinzessinnenträume mit Blumenranken und Kleiderrüschen haben immer auch etwas bedrohlich Uniformes, Gleichgeschaltetes. Die weißen Handschuhe der Angestellten erinnern an Verbrecher, die keine Spuren hinterlassen wollen, oder auch an Krankenpfleger in der Psychiatrie.

Es entsteht eine merkwürdige Mischung aus Luxusresort für die Superreichen und geschlossener Psychiatrie, aus romantischer Prinzessinnenschule und autoritärem Umerziehungsheim für schwererziehbare Jugendliche.

Die Frauen von Paradise Hills

So wie einst in den Siebziger Jahren "Die Frauen von Stepford", von ihren wohlhabenden Männern in gehorsame Sex- und Küchen-Roboter verwandelt wurden, ergeht es nun den jungen, heiratsfähigen Frauen auf der Inselanlage Paradise Hills.

In zwei Monaten sollen aufmüpfige Mädchen in gehorsame Bräute verwandelt werden, mit einem umfassenden Make-Over für Körper, Gesicht und Kleider, mit Benimm-Kursen, Yoga-und Gymnastikübungen, Konversationskursen und Diätprogrammen.

Doch Uma stfitet drei andere Mädchen zur Revolte an, gemeinsam verteidigen sie ihre Individualität gegen die dystopische Version eines altbackenen Frauenbildes. Doch die Zeit drängt, denn in den Kellerverließen der Inselanlage lauern noch größere Gefahren.

Emma Roberts, Milla Jovovich in "Paradise Hills"
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Action Amazone als böse Königin

Milla Jovovich ist vor allem für ihre Rollen als Action Amazone  in den Resident Evil-Filmen bekannt, hier zeigt sie sich eher verführerisch als schlagkräftig. Doch hinter der überirdischen Schönheit in atemraubenden Kostümen eröffnen sich Abgründe. Denn die auf unheimliche Weise ist die Gräfin mit der Natur im Bunde, geradezu symbiotisch mit ihr verstrickt.

Anke Sterneborg, rbbKultur

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