So wie du mich willst © Alamode Film
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Drama - "So wie Du mich willst"

Bewertung:

Eine Liebesgeschichte in sozialen Netzwerken. Die französische Schauspielerin Juliette Binoche ist wieder in ihrem Element. Dieses Mal als attraktive, aber eben ältere Literaturdozentin mit einem jüngeren virtuellen Fake-Profil. Ein schöner Binoche-Film?

Bei der letzten Berlinale war die französische Schauspielerin Juliette Binoche Leiterin der Wettbewerbsjury. Ihr zu Ehren wurde in einer Sondervorführung der Film "So wie die mich willst" des französischen Filmregisseurs "Safy Nebbou" gezeigt. Jetzt kommt er bei uns ins Kino. Der Film war die perfekte Wahl um das Können von Juliette Binoche zu feiern

Die Liebes-Botschafterin

Der Film ist ein Paradebeispiel für Juliette Binoches Schaffen, schon weil die Liebe das große Thema ihrer Karriere ist. Sie hat sie in allen glücklichen und tragischen Facetten durchgespielt, vom jungem Mädchen über die erwachsene bis zur reifen Frau, das Glück und den Schmerz, hochfliegende Gefühle und niedere Instinkte, romantisch und verrucht, dramatisch und verspielt, verhängnisvoll und tragisch, mit den größten Regisseuren Frankreichs wie André Techinée ("Rendezvous") Louis Malle ("Verhängnis") und Leo Carax in "Die Liebenden vom Pont Neuf", aber auch mit internationalen Größen wie Abbas Kiarostami aus Iran ("Die Liebesfälscher"), Hou Hsiao Hsien aus Taiwan oder Naomi Kawase aus Japan. In ihrer Mischung aus Intelligenz, Sinnlichkeit und Leidenschaft hat sie in den letzten Jahren auch das Alter furchtlos ausgelotet und sich dabei durchaus auch in eher unvorteilhaftem Licht gezeigt.

So wie du mich willst © Alamode Film
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Brandaktuell

Basierend auf dem Roman von  Camille Laurens erzählt Safy Nebbou eine toxische, tragische Liebesgeschichte, in der zwei große Themenbereiche auf raffinierte Weise verknüpft sind: die Liebe in den Zeiten der sozialen Netzwerke, in denen jeder ein anderes Leben, eine andere Identität annehmen kann. Und die Liebe im Alter, wenn die Schönheit langsam schwindet.  Juliette Binoche spielt eine Literaturprofessorin um die 50, die von ihrem Mann für eine sehr viel Jüngere  verlassen wurde.

In Therapiesitzungen rekapituliert sie ihre Affäre mit einem sehr viel jüngeren Mann. Als der sich entzieht, versucht Claire über seinen besten Freund an ihn ranzukommen. Sie kreiert ein gefälschtes Profil, unter falschem Namen, mit dem Bild und dem Leben der Mittzwanzigerin Clara. Daraus entspinnt sich ein wilder Flirt, der sie spürbar aufleben lässt und beflügelt, sie fühlt sich begehrt und geliebt, ohne zu merken, wie sie mit den Gefühlen eines anderen Menschen spielt.

Raffinierte Erzählstruktur

Faszinierend ist, wie die Geschichte durch immer neue Versionen von Fiktionalisierung gedreht wird, in ihrer Erzählung bei ihrer Therapeutin, in der Lüge gegenüber dem jungen Mann,  später in einer autobiografischen Romanversion und in der Lüge anderer Beteiligter. Juliette Binoche gelingt es auch mit dem blau schimmernden Licht eines Smartphones oder eines Computer so intensiv  und sinnlich zu spielen, als wäre  es ein Mensch aus Fleisch und Blut. Viele visuelle Einfälle, Spiegelungen,  Schatten, Täuschungen und Wassermotive spiegeln Claires labilen Seelenzustand, in einem vielschichtig und raffiniert erzählten Film über die Liebe im Zeitalter der digitalen Medien.   

Anke Sterneborg, rbbKultur

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