DOWNTON ABBEY, Hugh Bonneville, Maggie Smith
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Spielfilm - "Downton Abbey"

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 "Downton Abbey" war eine der beliebtesten Fernseh- Serien des letzten Jahrzehnts. Die Geschichte einer britischen Adelsfamilie und ihrer Dienstboten, angesiedelt in der Grafschaft Yorkshire Anfang des 20. Jahrhunderts, hatte auch in Deutschland viele Fans. Die können sich freuen: Drei Jahre nach Ausstrahlung der letzten Serien-Staffel im August 2016 kommt jetzt ein Spielfilm in die Kinos, der die Saga fortschreibt.

Regisseur Michael Engler hat dafür nicht nur dieselben Schauspieler gewinnen können wie bei der Fernseh-Serie, er hat auch den denselben Drehbuch-Autor: Julian Fellowes, gewissermaßen der Erfinder von "Downton Abbey", setzt dort an, wo er bei der Serie aufgehört hat: Tolle Bilder von Schlössern und Ballsälen, witzige, pointierte Dialoge und ein permanenter Wechsel der handelnden Personen.

Königlicher Besuch auf Downton Abbey

Im Zentrum der Handlung steht diesmal ein königlicher Besuch. Georg V. (Simon Jones) hat sich angesagt mit seiner Frau Mary (Geraldine James) für ein Abendessen und eine Übernachtung - und das sorgt nicht nur bei den Schlossherren Lord und Lady Grantham (Hugh Bonneville und Elizabeth McGovern) für Aufregung, sondern auch bei den Angestellten.

Einmal den König zu bedienen, davon hat jeder Butler geträumt. Leider stellt sich schon bald heraus, dass der König seine eigenen Bediensteten mitbringen will – vom Kammerdiener bis zum Chefkoch. Es beginnt ein Wettrennen, wer es schafft, die royale Gunst zu gewinnen.

Maggie Smith
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Liebeshändel und Intrigen

Daneben gibt es die üblichen Liebeshändel, ein paar Intrigen und einige kleinere und größere Dramen am Rande: Ein Attentat auf den König wird in letzter Sekunde vereitelt, ein junger Butler (Allen Leech) entdeckt seine Homosexualität ausgerechnet mit dem königlichen Kammerdiener und ein alter Erbstreit wird nach Jahrzehnten endlich beigelegt – also: Es ist eine Menge los auf Downton Abbey!

Im Ensemble überzeugen angesichts der turbulenten Handlung vor allem die Schauspieler, die es schaffen, bereits mit einer Geste oder einem kurzen Bonmot auf sich aufmerksam zu machen. Allen voran die unverwüstliche Maggie Smith, die für ihre Rolle als scharfzüngige Familien-Patriarchin Violet Crawley eigentlich eine Oscar–Nominierung verdient hätte.

Erklärung für den Brexit

So ganz nebenbei – neben opulenten Bildern und viel Herzschmerz – liefert Michael Englers Film dann auch noch einen Erklärungsansatz für das Brexit-Drama der letzten Jahre: Eine Gesellschaft mit strengen Regeln und starren Konventionen, wie wir sie hier in Downton Abbey vorgeführt bekommen, funktioniert nur solange, solange alle an die gleiche Sache glauben: An den König, an die Ständegesellschaft, an die Weisheit des gutmütigen Lord Chatham.

Wehe aber es gibt Streit – dann macht sich das Fehlen wirklich demokratischer Strukturen schmerzhaft bemerkbar!

Carsten Beyer, rbbKultur

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