Zoros Solo: Zoro (Mert Dincer) und Frau Lehmann (Andrea Sawatzki); © Felix Meinhardt
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Drama - "Zoros Solo"

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Das Thema "Flüchtlinge" hat inzwischen Eingang in diverse Kinoproduktionen gefunden und auch in dem Spielfilm des Regisseurs Martin Busker "Zoros Solo" steht ein Flüchtlingsjunge aus Afghanistan im Mittelpunkt.

Zoros Solo: Zoro (Mert Dincer) wünscht sich nichts sehnlicher, als seine Familie endlich wieder vereint zu sehen; © Felix Meinhardt
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Zoro ist 13 Jahre alt und hat mit seiner Familie tausende Kilometer zurückgelegt, um mit Mutter und den Schwestern in einem kleinen schwäbischen Dorf in einer Unterkunft zu landen. Bei der Flucht über Ungarn wurde die Familie getrennt, der Vater kam nicht mit.

Jeden Abend telefoniert Zoro mit ihm, hört, wie der Vater immer mehr an Zuversicht verliert, wegen einer Wunde am Bein nicht weiterlaufen kann. Zoro aber braucht seinen Vater dringend, er braucht einen Mann an seiner Seite, denn von der neuen Lebenssituation ist er komplett überfordert.

Statt sich irgendjemandem anzuvertrauen, legt sich Zoro mit jedem an, der seinen Weg kreuzt. Vornehmlich Frauen, wie die alleinstehende Chorleiterin Frau Lehmann: Andrea Sawatzki. Die hat kein Herz für Flüchtlinge, und ist auch nicht auf den Mund gefallen. Eigentlich hat sie nur ein Ziel: mit ihrem Jungenchor bei einem Gesangswettbewerb in Ungarn den ersten Platz zu belegen.

Ungarn? Zoro wittert seine Chance. Er setzt alles daran, in den Chor aufgenommen zu werden …

Zoros Solo: Zoro (Mert Dincer) möchte dem Chor von Frau Lehmann (Andrea Sawatzki) beitreten. Die findet: "Auf keinen Fall!"; © NFP
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Auf Augenhöhe

Der 16-jährige Hamburger Mert Dincer spielt Zoro und Andrea Sawatzki ist die weibliche Hauptfigur. Es ist eine Kombination, die erstaunlich gut funktioniert. Nach diversen kleinen Rollen in verschiedenen Fernsehproduktionen ist das hier nun seine erste Hauptrolle.

Es macht Mert Dincer sichtbar Spaß, diesen Einzelkämpfer zu geben, der in der Figur von Andrea Sawatzki als Chorleiterin allerdings auf eine mehr als ebenbürtige Gegnerin stößt. Das man auf Augenhöhe kämpft, ist der Größe von Sawatzki zu verdanken, die ihrem jungen Kollegen sehr viel Raum lässt, ohne dabei an Präsenz zu verlieren.

Gegen den Strich

Dem Film gelingt es, Klischees auszusparen bzw. ganz konkret mit ihnen zu spielen. Die vermeintliche christliche Nächstenliebe wird genauso hinterfragt wie das islamische Frauen- bzw. Männerbild. Mit viel Humor werden Dinge gegen den Strich gebürstet. So sind die beiden Protagonisten keine klassischen Sympathieträger.

Zoro ist kein Kuschelkind. Er ist ein kleiner Macho, der Frauen als "bitch" bezeichnet, cholerisch ist, freundschaftliche Angebote ausnutzt, lügt und betrügt. Und die Chorleiterin: der ist eigentlich alles egal. Hauptsache sie wird als Leiterin gefeiert.

Versöhnlicher Ton

Eine Stärke des Films ist die sparsame Verwendung der Musik. Auch wenn es durchaus Gänsehaut-Momente gibt, wenn die Jungs singen, wird sie als vermittelndes Bindeglied nicht überstrapaziert. Überhaupt hätte man manches Mal eine emotionalere Auflösung der Situationen erwartet, einfach weil sie sich angeboten hätte: Doch man wird im besten Sinne enttäuscht.

In seinen starken Momenten erinnert "Zoros Solo" an den viel diskutierten Film "Systemsprenger", in dem es um ein schwer erziehbares Kind geht. "Systemsprenger" überschreitet bewusst Grenzen der Zumutbarkeit, während "Zoros Solo" – der eher auf den Fernsehschirm und weniger auf die große Leinwand gehört – die Konflikte zwar nicht ausspart, doch einen eher verspielten und versöhnlichen Ton anschlägt.

Damit allerdings wird er seiner Zielgruppe gerecht.

Christine Deggau, rbbKultur

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