The Peanut Butter Falcon © Tobis
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Drama | Komödie - "The Peanut Butter Falcon"

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Zwei Menschen, die sich im wirklichen Leben wohl kaum begegnen würden, werden auf den verschlungenen Wegen eines Road Movies zu Freunden: Im Kino nennt man das ein "buddy movie". Ein solches kommt jetzt in unsere Kinos, "The Peanut Butter Falcon". Im Debütfilm von Tyler Nilson und Mike Schwartz trifft ein aus der Bahn geworfener Krabbenfischer (Shia LaBoeuf) auf einen jungen Mann mit Down Syndrom.

Ein Mark Twain Abenteuer in den Sumpflandschaften North Carolinas

Nach seiner Entlassung zündet der von Shia La Boeuf gespielte Krabbenfischer Tyler aus Wut die Fangkörbe und Netze seiner ehemaligen Arbeitgeber an. Auf der Flucht vor den wütenden Männern stellt er fest, dass sich unter den Plastikplanen in seinem Motorboot ein pummeliger Kindmann mit Down-Syndrom versteckt, der nur mit einer weißen Feinrippunterhose bekleidet ist.

Zak ist aus dem Altersheim ausgebrochen, in dem er notdürftig untergebracht war, und scheint zunächst ein weiteres Problem in Tylers kompliziertem Leben zu sein. Doch stattdessen beginnt eine Abenteuerreise im Stil von Mark Twain, zwei Jungs, die auf einem Wasserstraßen-Road Movie zu Freunden werden, der eine auf der Flucht, der andere auf der Suche nach einem selbstbestimmten Leben: Unzählige Male hat Zak das Wrestling Werbe-Video für die Schule des Ex Wrestlers Salt Water Redneck angeschaut, auch einen passenden Namen hat er schon für sich gefunden: "Peanut Butter Falcon".

The Peanut Butter Falcon © Tobis
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Entwaffnender Charme und jugendliche Entdeckerlust

Während sonst in Hollywood Behinderte meist mit großen Oscar-Chancen von glamourösen Stars gespielt werden, ist dieser Feelgood-Independent Film von den Produzenten von "Little Miss Sunshine" tatsächlich mit einem jungen Schauspieler mit Down Syndrom besetzt. Die beiden Autorenregisseure haben Zack Gottsagen in einem Schauspieler Camp für Menschen mit Behinderungen entdeckt. Mit seinem entwaffnenden Charme, seiner jugendlichen Spielfreude und einer feinen Komik beeindruckt und bezaubert er nun nicht nur den jungen Mann im Film sondern auch die Zuschauer.

Zur besonderen Qualität des Films gehört die Art, wie hier ein übergewichtiger 22-Jähriger in weißer Unterhose durch die Landschaft läuft, ohne jemals lächerlich zu wirken. Gleichzeitig spielt der berühmte Hollywoodstar Shia La Boeuf so fein und zurückgenommen, dass er dem Schauspieldebütanten an seiner Seite keine Konkurrenz macht. Dazu gesellen sich viele großartige Schauspieler in kleinsten Rollen, all die skurrilen, hilfreichen oder auch feindseligen Menschen, denen die beiden auf ihrer Flucht begegnen, ein schlitzohriger Bruce Dern, der Zak im Altenheim beim Ausbruch hilft, Thomas Haden Church als Wrestling Trainer oder Wayne Dehart als blinder Priester.

Der Weg ist das Ziel

Ein weiteren Hauptdarsteller sind die malerischen Flussdelta- und Sumpflandschaften, aber auch die Wiesen und Wälder von North Carolina, sinnlich eingefangen von dem Kameramann Nigel Bluck, der schon die düster aufgeladenen, brütenden Landschaften von Louisiana für die Serie "True Detective" eingefangen hat. Den größten Teil des Weges legen die beiden Männer, die mit einer jungen Pflegerin aus Zaks Heim zur Ersatzfamilie zusammenwachsen auf dem Wasser zurück, zuerst auf Tylers Krabbenfischkutter, später auf einem selbstgebauten Floss. Zusätzlich in Schwingung versetzt werden die erlesenen Bilder durch die Südstaatenklänge des Soundtracks. Alles in allem eine wunderbare Feelgood Abenteuergeschichte, die ein bisschen altmodischen Mark Twain Flair atmet, und dazu ein ganz unaufdringliches Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben von Behinderten ist.  

Anke Sterneborg, rbbKultur

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