Sam Mendes: 1917 © © 2019 Universal Pictures and Storyteller Distribution Co., LLC
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Drama - "1917"

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Der neue Film des Regisseurs Sam Mendes spielt an einem einzigen Tag während des Ersten Weltkriegs: Die britischen Unteroffiziere Blake und Schofield erhalten einen Auftrag, der 1500 Soldaten das Leben retten kann. Dazu müssen sie das zerbombte Niemandsland zwischen den Fronten durchqueren.

Vor zwanzig Jahren hat der britische Theaterregisseur Sam Mendes das Kino mit einem einzigen genialen Coup erobert. "American Beauty" handelte auf bösvergnügliche Weise von der Midlife Crisis eines Mannes in der Provinz, der Film hat damals aus dem Stand fünf Oscars geholt, darunter die Königskategorien für beste Regie und besten Film. Seitdem wechselt er zwischen Theater und Film, zuletzt hat er die beiden Bond-Filme "Skyfall" und "Spectre" inszeniert. Am 16.1. kommt sein neuer Film ins Kino, "1917" spielt im 1. Weltkrieg. Zum zweiten Mal nach "Jarhead" dreht Sam Mendes einen

Kriegsfilm, der den Schlachtfeldern aus dem Weg geht. Ging es in "Jarhead" um einen Scharfschützen, der verzweifelt auf seinen Einsatz wartet, geht es jetzt um zwei einfache Soldaten, die mit einem entscheidenden Botengang das LEben von 1600 britischen Soldaten retten sollen.

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Kriegserzählungen des Großvaters als Inspiration

Lange hatte Sam Mendes die Geschichten im Kopf, die er als Kind von seinem Großvater gehört hatte. Nicht um Heldentaten ging es da, sondern um Zufall und Schicksal, und das Glück, zu überleben, während der Freund nebenan im Schützengraben stirbt. Doch erst als Sam Mendes von der listigen Strategie der Deutschen erfuhr, bereits eroberte Gebiete aufzugeben, um den Kriegsgegner in eine Falle zu locken, hatte er einen Ansatz für seinen Film gefunden.

Entscheidende Voraussetzung: Der Erste Weltkrieg war der Beginn der modernen Kriegsführung mit Panzern, Maschinenegewehren und Flugzeugen, verfügte aber noch nicht über die entsprechenden Kommunikatiosnmittel, das heißt niemand wusste, was ein paar Meter weiter wirklich passierte.

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Kriegserfahrung in Realzeit

Das Besondere an "1917" ist, dass der Film in einer einzigen Einstellung gedreht wurde,  oder zumindest so aussieht. Sam Mendes hat diesen Ansatz vom Theater übernommen. Da die Geschichte aber an verschiedenen Schauplätzen und auch weit voneinander entfernt liegenden Locations gedreht wurde, mussten mehrere "set pieces" an verschiedenen Schauplätzen in zahllosen Probeläufen so lange durchgespielt werden, bis sie genau choreografiert in einem Zug aufgenommen und danach nahtlos aneinander montiert  werden konnten.

Das heißt, als Zuschauer ist man ganz unmittelbar dabei, wenn die beiden jungen Männer ein weitläufiges Kriegspanorama durchqueren, an Bergen von Leichen, Kriegsschrott und Trümmern vorbei. Das wirkt  einerseits sehr kunstvoll ausgeklügelt und andererseits auf fast dokumentarische Weise authentisch und mitreißend. Ganz besonders grandios ist die fliegende, schwebende, gleitende Kamera von Roger Deakins, der dafür eine Oscarnominierung erhalten hat.

Stars als Statisten

Obwohl 1917 ein sehr aufwendiger und 100 Millionen Dollar teurer Film ist, sind die Hauptrollen mit zwei relativ unbekannten jungen Schauspielern besetzt. Mit den Augen von George McKay und Dean Charles Chapman schaut man wie durch ein Schlüsselloch auf dieses gigantische Kriegspanorama. Vor allem George McKay (Captain Fantastic) beindruckt mit der nuancenreichen Intensität seines Spiels. Aus der Perspektive zweier relativ unbedeutender Soldaten sind die großen, kriegsentscheidenden  Offiziere und Generäle und wichtigen Offiziere nur flüchtige Begegnungen, das heißt dass große Stars wie Colin Firth, Mark Strong und Benedict Cumberbatch, die sie spielen quasi zu Statisten werden.

Anke Sterneborg, rbbKultur

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