Amy March (FLORENCE PUGH) in Sony Pictures' LITTLE WOMEN © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH / Wilson Webb
Bild: © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH / Wilson Webb

Drama - "Little Women"

Bewertung:

"Little Women" von Greta Gerwig wird als einer der großen Oscar-Anwärter gehandelt. In diversen Kategorien ist "Little Women" nominiert: Bestes adaptiertes Drehbuch, Musik, Ausstattung und auch die Hauptdarstellerin Saoirse Ronan und ihre Kollegin Florence Pugh als Nebendarstellerin dürfen sich Hoffnung machen.

Und auch in der Königsdisziplin als "Bester Film" ist Greta Gerwigs Drama nominiert, das sich von seinen Mitstreitern schon mal dadurch unterscheidet, dass hier Geschichten von Frauen erzählt werden, jungen Frauen, "Little Women".

Der Film basiert auf dem gleichnamigen amerikanische Jugendbuchklassiker von Luisa May Alcott aus dem Jahr 1869 – auf deutsch "Betty und ihre Schwestern", der schon diverse Male über die Jahrzehnte verfilmt wurde.

Es ist ja auch ein großer dramatischer Stoff in dem viel Leben steckt und der bis heute seine Gültigkeit hat. Es geht um Träume, um Liebe, um Selbstverwirklichung. Ein Roman, der so aktuell ist wie die Romane von Jane Austen, die ja auch immer wieder auf die Leinwand gebracht werden. Immer wieder mit neuen Facetten, immer wieder spannend.

Vier Schwestern im Amerika Mitte des 19. Jahrhunderts

Das Drehbuch hat Greta Gerwig gemeinsam mit Sarah Polly geschrieben. Man spürt ihre Lust, sich in dieser Zeit zu bewegen: im Amerika Mitte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, in der es für Frauen eigentlich keine anderen Perspektiven gab, als zu heiraten und Kinder zu bekommen, in der ohne Geld sowieso gar nichts möglich war. Unglaublich heiter und erfrischend erzählt der Film von vier Schwestern, die innerhalb dieser Konventionen und Korsetts ihren Weg suchen und finden – Emanzipationswege so unterschiedlich wie die Schwestern selbst.

Berufswunsch Schriftstellerin

Im Mittelpunkt steht Jo: ein Sturkopf mit literarischen Ambitionen, sie ist das Alter Ego der Autorin Luisa May Alcott. Ihr Wunsch, Schriftstellerin zu werden, bildet die Rahmenhandlung des Films. Gleich zu Beginn sagt ihr der Verleger, dass bei der nächsten Geschichte klar sein müsse: entweder die Protagonistin heiratet oder sie stirbt. Abbild der Realität. Und so hat jede der Schwestern ihr Päckchen zu tragen: ob der gescheiterte Traum von einer Karriere als Künstlerin, der Traum vom Reichtum, von der großen Liebe oder allzu großer Hilfsbereitschaft. Es sind charmante bis dramatische Verwicklungen, die die vier Heldinnen erleben und so wie Greta Gerwig von ihnen erzählt, geht es gar nicht anders, als diese vier "Little Women" für immer ins Herz zu schließen.

Die Mischung aus Leichtigkeit, Demokratie und Humor

Greta Gerwig selbst begann als Schauspielerin in den sogenannten "Mumblecore"-Filmen: Filme, die mit wenig Geld viel improvisieren. 2010 spielte zum ersten Mal in einem Film von Noah Baumbach mit. 2017 drehte sie selbst ihren ersten hochgelobten Langspielfilm "Ladybird", und wird seitdem als große Regiehoffnung Hollywoods gefeiert. Seit acht Jahren sind Greta Gerwig und Noah Baumbach nun ein Paar und werden jetzt anlässlich der Oscar-Verleihung zu Konkurrenten.

Denn auch Baumbach ist nominiert. Sein Trennungsdrama "Marriage Story" mit Scarlett Johannson und Adam Driver ist so wunderbar wie "Little Women" auch. Das, was diese beiden Eheleute und auch ihre Filme verbindet, ist eine große Leichtigkeit, ein zutiefst demokratischer Denkansatz und ein wunderbarer Humor. Diese Mischung macht ihre Filme so besonders.

Christine Deggau, rbbKultur

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