Künstler König Modell © Studio Hamburg Enterprises
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DVD Kritik - "Künstler, König und Modell“

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Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor: Auf einer vierspännigen Kutsche bringt die Siegesgöttin Viktoria den Frieden in die Stadt. Die Skulptur, die der preußische Hofbildhauer Johann Gottfried Schadow im Jahr 1793 schuf, gehört bis heute zu den Wahrzeichen von Berlin. Martin Eckermanns Film "Künstler, König und Modell" porträtiert auf eigenwillige Weise den Mann hinter dem Kunstwerk.

Der Mann hinter dem Kunstwerk

Johann Gottfried Schadow (Reiner Heise) ist ein begnadeter Maler und ein Freidenker, der schon in jungen Jahren mit der preußischen Staatsmacht aneinandergerät. Nach dem er in einer Karikatur einen Minister Friedrichs des Großen (Arno Wyzniewski) angegriffen hat, muss er das Land für eine Weile verlassen und geht nach Italien, um die Klassiker der Antike zu studieren. Erst nach dem Tod Friedrichs des Großen kehrt Schadow zurück nach Berlin, wird zum Hofbildhauer des neuen Königs Friedrich Wilhelm II (Lothar Bellag) ernannt und bekommt den Auftrag, eine Skulptur für das gerade im Bau befindliche Brandenburger Tor zu entwerfen.

Symbol des Friedens

Dabei treten schon bald sehr unterschiedliche Motivationen zu Tage: Für Schadow ist die Quadriga vor allem ein Symbol des Friedens. Der neue König allerdings und sein intriganter Minister Wöllner (Hans Teuscher) sehen in ihr in erster Linie den Ausdruck absoluter Macht. Als Friedrich Wilhelm II Krieg gegen die Niederlande beginnt, droht das Projekt endgültig zu scheitern …

Viele bekannte Gesichter des DDR – Fernsehens

"Künstler, König und Modell" ist ein Film, den der DFF 1987 in Auftrag gegeben hatte: Gedreht wurde der Film überwiegend in den DEFA-Studios in Babelsberg, Regie geführt hat Martin Eckermann, und in den  Hauptrollen sind viele bekannte Gesichter des DDR – Fernsehens zu sehen: Susanne Lüdings beispielsweise als Rieke, die Tochter eines Schmieds, die zum Modell für die Viktoria wird und Cornelia Schmaus als Schadows Ehefrau Marianne, eine gebildete Jüdin, die ihrem Mann zuliebe zum Protestantismus konvertiert.

Unterschiedliche Perspektiven

Die historische Perspektive, die hier vermittelt wird, ist jedoch aus heutiger Sicht fragwürdig: So porträtiert der Film Schadow als volksnahen Freidenker, der heimliche Sympathien für die Französische Revolution hegt, der mit seinen Handwerkern auf Du und Du ist - und der sich auch nicht zu schade ist, während der Arbeit sein neugeborenes Kind zu betreuen. Der preußische Hofbaumeister als emanzipierter Proletarier – das entspricht wohl eher realsozialistischem Wunschdenken als den historischen Tatsachen.

Geschichtsstunde im Kino

Dennoch lohnt sich die Beschäftigung mit diesem Film und damit auch mit Johann Gottfried Schadow - dem Mann, der eines der bekanntesten Berliner Wahrzeichen geschaffen hat. Wer täglich am Brandenburger Tor vorbeikommt, kann ruhig mal über die Bedeutung dieses Bauwerks nachdenken. Eine Geschichtsstunde im Kino.

Carsten Beyer, rbbKultur

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