I am Greta © Stadtkino Filmverleih
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Dokumentarfilm - "I Am Greta"

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"How dare you!": Am 23. September 2019 richtete die 15-jährige Greta Thunberg eine bittere Anklage an die Versammlung der Vereinten Nationen in New York und warnte vor dem Zusammenbruch ganzer Ökosysteme, dem "Märchen vom ewigen Wachstum" und dem Anfang eines Massensterbens. Regisseur Nathan Grossmann hat Greta von ihren ersten Streiktagen vor dem schwedischen Parlament bis zur Vollversammlung der United Nations mit der Kamera begleitet.

Als ein Freund von Gretas Eltern dem heute 29-jährigen Dokumentarfilmregisseur Nathan Grossmann davon erzählte, dass dieses Mädchen in den Wochen vor den Wahlen immer freitags vor dem Parlament streiken wolle, fand er das so interessant, dass er mit der Kamera kam, um die Reaktionen der Menschen zu filmen. Damals dachte er an einen Kurzfilm oder eine Serie über jugendliche Aktivisten. Erst mit der Zeit ergab sich daraus ein Film, der den Weg des schwedischen Schulmädchens zur Ikone einer globalen Jugendbewegung ein Jahr lang begleitete.

Von Anfang an war Nathan Grossmann als Regisseur, Kamera- und Tonmann in Personalunion auf Augenhöhe und sehr intim dabei, selbst bei der Transatlantik-Segeltour.

I am Greta © Stadtkino Filmverleih
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Die öffentliche, starke und die private, verletzliche Greta

So gibt es im Film viele Szenen, die man aus den Nachrichten kennt: die öffentliche Greta auf dem Podium beim Klimagipfel, im Gespräch mit der Kanzlerin, mit Macron, mit dem Papst, die berühmten Reden, aber auch Gespräche mit anderen jungen Klimaaktivisten, die sie inspiriert hat, die ihr sagen, dass sie ohne sie niemals gehandelt hätten.

Vor allem aber gibt es auch die privaten Momente, in denen das Mädchen, das mit den Staatsoberhäuptern der Welt so eloquent und fundiert über die Klimakrise spricht, immer wieder verletzlich, einsam, überfordert wirkt und den Schutz ihres immer begleitenden Vaters braucht. Es ist ein ungeheurer Kontrast zwischen ihren Auftritten in den Regierungspalästen und Konferenzsälen und den intimen Momenten in ihrem mit bunten Kuscheltieren gefüllten Kinderzimmer, mit ihrem Vater, mit ihrem Pferd, ihrem Hund. Gerade in diesem Widerspruch liegt die große Kraft des Films, der nicht als Heldengeschichte oder Home-Story eines Popstars inszeniert ist. Vor allem verdeutlicht er, wie beschämend es ist, dass einem so jungen Teenager mit Asperger-Diagnose diese Verantwortung überlassen wird.

I am Greta © Stadtkino Filmverleih
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Kaum mehr als Lippenbekenntnisse

Darüber hinaus ist der Film ein weiteres Mittel, um Gretas Mission zu verbreiten, um die Aufmerksamkeit auf die alarmierende Lage der Welt zu lenken und den Handlungswillen der Erwachsenen zu mobilisieren.

Die bittere Erkenntnis des Films ist auch, dass Greta Thunberg zwar überall gefeiert, fotografiert und interviewt wird, sie redet vor den Mächtigen der ganzen Welt, bekommt überall Applaus, die Fridays for Future-Demonstrationen und Schulstreiks finden inzwischen weltweit statt. Aber die konkreten Zusagen der Politiker sind bisher kaum mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Klimakrise wird noch längst nicht annähernd so ernst genommen wie es dringend notwendig wäre.

Eine Filmkritik von Anke Sterneborg, rbbKultur

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