Mrs. Taylor's Singing Club © Leonine/dpa
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Komödie - "Mrs. Taylor's Singing Club"

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Es ist schon etwas länger her: 1997 kam "Ganz oder gar nicht" in die Kinos, Peter Cattaneos britische Komödie darüber, wie ein Trupp arbeitsloser Kerle sich als Stripper verdingt, in vier Kategorien für den Oscar nominiert, bekam er ihn dann für die Musik. Ganz zentral ist die Musik auch in Cattaneos neuem Film "Mrs. Taylor's Singing Club" mit Kristin Scott Thomas – bekannt aus "Der englische Patient" - in der Titelrolle.

Singen ist in diesem Film eine Idee, die alle gut finden: die rund 20 Soldatenfrauen, deren Männer gerade in den Krieg nach Afghanistan gezogen sind. Für die Frauen heißt das: sechs Monate warten, eine ungewisse Zeit zwischen Angst und Einsamkeit. Eine Zeit, die sich am besten durch Ablenkung überbrücken lässt: davon ist Mrs. Taylor zutiefst überzeugt. Und so übernimmt sie die Chorleitung nach ihren Vorstellungen. Nicht allen gefällt das. Kate, die sich bisher um die Freizeitgestaltung der Frauen gekümmert hat – zusammensitzen und Wein trinken - fühlt sich bevormundet und kann mit der verbissenen Art einer Kate Taylor ohnehin nichts anfangen.

Aufeinanderprall von zwei sehr unterschiedlichen Frauen

Der Aufeinanderprall von zwei sehr unterschiedlichen Frauen – gespielt von Kristin Scott Thomas als Kate Taylor und ganz wunderbar: Sharon Horgan als ihre Kontrahentin Lisa – steht als Konflikt im Mittelpunkt dieses Dramas. Ein Konflikt, der zwei ganz unterschiedliche Umgangsformen mit einer schon an sich komplizierten Lebenssituation spiegelt: Wie fühlt es sich an, als Frau auf einer Militärbasis zu sitzen, nichts zu tun zu haben - als zu warten, dass der Mann wiederkommt? Wie bekommt man diese Zeit am besten rum? Hat die Frau des Colonels andere Möglichkeiten als die Frau eines einfachen Soldaten? Und wie weit gelten die Hierarchien der Männer auch unter deren Frauen? Es sind durchaus spannende Fragen, die der Film aufwirft.

Ein vorhersehbares Feelgood-Movie mit viel Musik

Doch leider scheut Regisseur Peter Cattaneo diese Auseinandersetzung. Er verlagert die durchaus relevanten gesellschaftlichen Probleme ins Zwischenmenschliche. Doch selbst da werden die Trauer und auch die Angst der Frauen nicht spürbar, ihre Schicksale berühren nicht wirklich. Der Krieg ist weit weg.

Cattaneo selbst sagt, er habe unbedingt einen Film drehen wollen, in dem Gesang und Musik im Vordergrund stehen. Das ist ihm geglückt.

Doch bleibt "Mrs. Taylor's Singing Club" wenig mehr als ein vorhersehbares Feelgood-Movie - das Themen und Figuren nur oberflächlich behandelt. Während die musikalische Darbietung bekannter Popsongs aus den 80er Jahren durchaus funktioniert - den Film aber nicht vor seiner enttäuschenden Mittelmäßigkeit retten kann.

Eine Filmkritik von Christine Deggau, rbbKultur

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