The Great Green Wall © Tim Cragg Great Green Wall Ltd
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Dokumentation - "The Great Green Wall"

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Eine grüne Mauer, 8.000 Kilometer lang, soll sich eines Tages quer durch ganz Afrika ziehen. Sie soll die Sahel-Zone, das Randgebiet der Sahara, vor der Verödung schützen. Der australische Filmemacher Jared P. Scott hat das Projekt mit Unterstützung der Vereinten Nationen dokumentiert.

Jared P. Scott nimmt uns mit auf eine Fahrt im Jeep quer durch Afrika, er startet im Senegal und endet in Äthiopien und bei der Reise durch diese karge, aber noch bewohnbare Landschaft am Rande der Sahara erklärt uns die Musikerin und Aktivistin Inna Modja aus Mali das Projekt.

Sie führt die Gespräche und stellt die Frage, so dass wir mit ihrem Blick auf das schauen, was da seit 2007 in Angriff genommen wird – nämlich die Wiederaufforstung der Sahel – Zone, die durch den Klimawandel Gefahr läuft von der Sahara geschluckt zu werden.

Die große grüne Mauer soll aus lauter kleinen grünen Inseln bestehen

Als Gegenmaßnahme soll ein grüner Gürtel bestehend aus vielen kleinen Mosaiksteinchen mit Bäumen, Gras und Stauseen das Land erhalten. Es dient Millionen Menschen als Lebensgrundlage. Inna Modja ist Sängerin und so verbindet der Film durch die Begegnung mit anderen Musikerinnen und Musikern die unterschiedlichen Regionen. Sie wollen die Balance halten zwischen Norden und Süden, erklärt ein Musiker aus Mali:

"Wir sind aus dem Norden von Mali. Wer von der Wüste spricht, muss von Melodien sprechen. Je weiter man von der Wüste in die Wälder im Süden kommt, desto mehr weichen die Melodien dem Rhythmus der Percussion Instrumente."

Barcelona oder Sterben

Weggehen oder Bleiben, das fragen sich die Menschen in der Sahel-Zone jeden Tag. Zwei Drittel des Landes sind schon verödet. Barca oder barzakh nennen sie die Alternative – Barcelona oder Sterben. Durch die Dürre wachsen die Verteilungskämpfe und befeuern die politischen Konflikte.

Ein Musiker erzählt von seiner Flucht, die in einem libyschen Gefängnis endete. Da sind Handyaufnahmen von einem völlig überfüllten Gefängnishof zu sehen, in dem die Menschen dicht an dicht in der Glutsonne sitzen. Der Musiker ist zurückgekommen und singt jetzt davon, dass die Flucht das Leid nicht wert sei. Andere sind weniger glücklich. Vor allem die ältesten Söhne stehen unter dem Druck, das Überleben ihrer Familien zu sichern. Sie landen in Libyen oder Algerien, einer berichtet, wie er dreimal die Überfahrt mit dem Boot probiert habe und dreimal gekentert sei.

In Niger, dem afrikanischen Drehkreuz, trifft Inna Modja drei junge Männer, die in Mali aufgewachsen sind wie sie selbst, die Flucht überlebt haben und dennoch nicht zu ihren Familien zurück können.

"Es ist vor allem das Gefühl der Schande", sagt einer. "Ich musste das Erbe der Familie verwenden. Es würde wehtun, zu meiner Familie zurückzukehren, ohne etwas in der Hand zu haben und das Familienleben fortzuführen."

Gewalt bremst das hoffnungsvolle Projekt

Am weitesten sind die Anpflanzungen in Senegal gediehen, das sieht man ganz am Anfang der Reise. Und in Äthiopien, ganz am Ende der Reise. Dazwischen liegen aber Länder, in denen gewalttätige Konflikte das Aufforstungsprojekt verhindern.

In Nigeria besucht Inna Modja ein Projekt, das sich um junge Menschen kümmert, die Boko Haram entkommen konnten. Zwei Jugendliche sind zum Interview bereit. Und weil die Musikerin das Gespräch führt und anschließend über ihre eigenen Emotionen spricht, entsteht kein Moment des Voyeurismus:

"Ich hatte zwar davon gehört, aber es war für mich sehr weit weg. Als ich die beiden jungen Leute sah, wurde es Wirklichkeit. Ich musste mich vom Zittern abhalten, als er sagte, dass er viele Menschen erschossen hat. Und er hat dabei gelächelt."

Eine Alternative gibt es nicht

Nach solchen Gesprächen ist es gut, dass dieser intensive Film immer auch zur Kunst zurückkehrt, zur Musik. Er endet hoffnungsvoll in einer grünen Ebene mit zartem Gras, einem gut gefüllten See und üppigen Bäumen – ein paradiesisches Bild.

In Äthiopien herrschte vor dreißig Jahren eine schreckliche Hungersnot, die Anwohner der Sahel Zone wissen hier genau, was es bedeutet, wenn das Land verdorrt und arbeiten entsprechend hart, dies zu verhindern. Insgesamt sind aber erst 15 % der großen grünen Mauer angepflanzt. Es ist also noch ein weiter Weg, ehe sich der Wall gegen die Wüste schließt. Aber eine Alternative gibt es nicht.

Simone Reber, rbbKultur

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