Almila Bagriacik und Christoph Letkowski in "Im Feuer - Zwei Schwestern" © Droits réservés
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Drama - "Im Feuer - Zwei Schwestern"

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"Im Feuer - Zwei Schwestern" handelt von den kurdischen Kämpferinnen an der Grenze zwischen Syrien, Irak und der Türkei. Gedreht hat den Film die griechisch-deutsche Regisseurin Daphne Charizani.

Es ist eigentlich die Geschichte einer zerrissenen Familie, die Daphne Charizani erzählt. Rojda, eine Deutsche mit kurdisch-irakischen Wurzeln, ist mit ihren Eltern wahrscheinlich während des Irakkriegs nach Deutschland gekommen. Als ihre Mutter und ihr Vater mit ihrer Schwester Dilan zurückgingen, durfte sie bei ihrer Tante und ihrem Onkel in Deutschland bleiben.

Der Film beginnt, als Rojda Mutter und Schwester in einem Flüchtlingslager in Griechenland abholen will, weil der Irak wieder unsicher geworden ist. Überrascht stellt sie fest, dass Dilan, ihre Schwester, nicht mit der Mutter mitgekommen ist. Sie hat sich im Irak den kurdischen Peschmerga angeschlossen. Zurück in Deutschland versucht Rojda, die Soldatin bei der Bundeswehr ist, in den Irak versetzt zu werden, um ihre Schwester zu finden. Und tatsächlich gelingt es ihr, als Dolmetscherin mit Bundeswehrsoldaten in die Kriegsregion zu gelangen, wo die Bundeswehr Kurdinnen ausbildet.

Die deutsche Gründlichkeit amüsiert die Kurdinnen

Die Begegnung zwischen Bundeswehrsoldaten und Peschmerga inszeniert die Regisseurin Daphne Charizani sachlich, freundlich, professionell - aber natürlich treffen da zwei Welten aufeinander. Hier eine stark hierarchisch gegliederte Militäreinheit, da Frauen, die zu allem entschlossen sind und nichts zu verlieren haben. Aber sie kämpfen in kleinen Verbänden und sagen klar: "Wir brauchen keine Anführerin".

Über die standardisierte deutsche Ausbildung müssen die Kurdinnen manchmal lachen. Einmal erklärt ein Bundeswehrsoldat den Frauen, wie sie ihre Ohren beim Schießen schützen. Da witzeln die Kämpferinnen, sie wüssten wo ihre Ohren sind und Rojda als Dolmetscherin erklärt den Deutschen:

"Sie wollen nicht professionell werden, sie wollen nur so lange kämpfen, wie es sein muss. Und dann zurück zu ihren Familien."

Und ihr Vorgesetzter antwortet: "Ja, das möchte ich auch. Es ist mein Auftrag, sie so gut auszubilden, dass sie auch zurückkehren können."

Aber von diesen kleinen Spitzen abgesehen, bleibt der Film doch angenehm klischeefrei. Rojda ist ganz selbstverständlich Teil ihrer Einheit. Als sie bei einem kurdischen Mädchen übernachten will, das gerade seine Mutter verloren hat, schlafen ihre Kameraden draußen vor der Tür.

Der Film hält politische Distanz

Daphne Charizani abstrahiert von der Tagespolitik. Unklar bleibt deshalb, gegen wen die Peschmerga in dem Film eigentlich kämpfen. Der Vorteil dieser Art des Erzählens aber ist, dass der Film die Motive der beiden Frauen auf nachvollziehbare Empfindungen reduziert. Rojda will ihrer Schwester helfen, ihre Schwester aber sagt bei der ersten Begegnung: Die Peschmerga sind jetzt meine Familie.

Auch bei der Darstellung der kurdischen Community in Deutschland lässt sich der Film nicht politisch vereinnahmen, sondern hält Distanz. Almila Bagriazik spielt die Rojda mit großer Bodenständigkeit und ohne Pathos. Durch diese Konzentration auf das Wesentliche lässt dieser spannende Film viel Platz für Gefühle.

Simone Reber, rbbKultur

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