Beckenrand Sheriff: Schwimmmeister Karl (Milan Peschel) vor seinem Freibad; © Leonine Distribution
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Komödie mit Milan Peschel - "Beckenrand Sheriff"

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Man fühlt sich in die 70er Jahre zurückversetzt: ein Freibad in der bayrischen Provinz. In diesem Freibad schaltet und waltet unerbittlich und völlig humorfrei der Bademeister, Herr Karl Kruse. Er besteht darauf, "Schwimmmeister" genannt zu werden – einer der Running Gags dieser Komödie von Marcus H. Rosenmüller mit Milan Peschel in der Hauptrolle.

In jedem Fall ist dieser Schwimmmeister ein "Unsympath" sondergleichen. Mit seinen unsinnigen Regularien hat er es geschafft, die meisten Schwimmlustigen des Dorfes zu vergraulen. Einzig Frau Wilhelm (Johanna Wokalek) trainiert hier unerschrocken untalentierte, dickbäuchige Männer für ein anstehendes Wasserball-Tunier.

Ein Geflüchteter weckt ein Gefühl von Solidarität beim "Beckenrand Sheriff"

Frau Wilhelm übrigens ist der heimliche Schwarm des Schwimmmeisters, bei ihr kann er auch anders. Und dann kommt da noch einer. Sali (Dimitri Abold), aus Nigeria geflüchtet. Er wird vom Arbeitsamt hierher vermittelt, seine letzte Chance sozusagen, dabei löst Wasser in ihm nur die traumatische Erinnerung an seine Flucht aus. Nach anfänglichen Gängeleien seines neuen Chefs trifft Sali, der durch nichts mehr zu erschüttern ist, doch einen Nerv des granteligen Miesepeters Karl Kruse: ein Gefühl von Solidarität.

Beckenrand Sheriff: Dr. Rieger (Rick Kavanian) traut sich nicht, vom 5-Meter-Turm zu springen; © Leonine Distribution
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Komödie mit ernstem Handlungsstrang

Zwei Außenseiter in Bayern oder "Heimat": so könnte man das Thema dieser Komödie kurz umreißen, doch Regisseur H. Rosenmüller will mehr. Rosenmüller, der 2006 mit seinem Überraschungserfolg "Wer früher stirbt, ist länger tot" das Herz der Bayern wie auch der Preußen eroberte, wollte immer schon eine Komödie im Stil von Louis de Funès machen, sagt er. Doch braucht jede gute Komödie auch einen ernsten Handlungsstrang. Und was bietet sich in unseren Zeiten da besser an als die Geschichte eines Geflüchteten?

Während der sich zum heimlichen Helden des Films entwickeln wird, gibt es noch unzählige andere Geschichten und Verwicklungen und wie gesagt, vor allem viel Slapstick. "Beckenrand Sheriff" soll vor allem sehr lustig sein.

Beckenrand Sheriff: Die Bürgermeisterin (Gisela Schneeberger) profiliert sich bei einem Interview; © Leonine Distribution
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Wunderbare Besetzung

Milan Peschel, der auch auf der Bühne immer wieder zeigt, was er kann und auch selbst Theaterregie führt, ist sich in der Rolle des Schwimmmeisters für nichts zu schade. Wie man überhaupt staunt, wen Rosenmüller hier alles vor der Kamera versammeln konnte: Johanna Wokalek, wunderbar gegen den Strich besetzt. Sebastian Bezzel, der Star aus den "Eberhofer"-Krimis, der die Balance zwischen Albernheit und Seriosität zu halten versteht. Und auch Gisela Schneeberger als Bürgermeisterin hat offensichtlich großen Spaß an ihrer Rolle.

Aus kleinen Beobachtungen werden (zu) laute Geschichten

Wir erinnern uns, wie sehr die geschlossenen Schwimmbäder während des Lockdowns fehlten. Hier geht es schließlich nicht nur um den Sport: das Schwimmbad ist ein Ort des Miteinanders, ein Ort, an dem alle gleich sind, gesellschaftliche Unterschiede fallen, an dem die Zeit stehenbleiben darf. Ein wunderbares Thema also: das Leben im Freibad.

Rosenheimer aber lässt sich und uns keine Zeit zu schwelgen, einfach mal nur zu gucken. Er verschenkt zarte Momente, macht aus kleinen Beobachtungen laute Geschichten. Und zu laut ist auch dieser "Beckenrand Sheriff". Da können auch die wunderbaren Schauspieler nichts retten.

Christine Deggau, rbbKultur

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