Nö: Film von Dietrich Brüggemann mit Anne Brüggemann u. Alexander Khuon © Flare Film
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Tragikomödie - "Nö"

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Zwischen Dina und Michael läuft es eigentlich ganz gut, doch Michael hat Zweifel, ob es wirklich die große Liebe ist. "Ich denke manchmal, wir sollten uns trennen", sagt er eines nachts zu seiner Freundin. Die aber antwortet schlicht und einfach: "Nö!". In 15 Momentaufnahmen entwirft der Berliner Regisseur Dietrich Brüggemann das Bild einer Beziehung, die langsam zu bröckeln beginnt.

Dina (Anna Brüggemann) und Michael (Alexander Khuon) sind seit fünf Jahren ein Paar. Beide sind Anfang 30. Er arbeitet als Arzt im Krankenhaus, sie als Schauspielerin beim Film und eigentlich läuft ihre Beziehung ganz harmonisch – ohne große Höhen und Tiefen. Genau das aber macht Michael misstrauisch. Er vermisst den ganz großen Knall, die ganz großen Emotionen. Und hat Angst vor dem, was noch vor Ihnen liegt: Heirat, Kinder, der Alltag in einer bürgerlichen Beziehung.

Zunehmende Sprachlosigkeit

In 15 Szenen erzählt Regisseur Dietrich Brüggemann die tragikomische Geschichte einer Beziehung: 15 Momentaufnahmen, gefilmt in der Totalen, meist ohne einen einzigen Schnitt. Da geht es um die schwierige Beziehung zwischen Michael und seinem Vater Joachim (Hanns Zischler), es geht um Dinas Mutter Beata (Nina Petri), eine bekannte Performance-Künstlerin, die sich lieber mit ihren Inszenierungen beschäftigt als mit ihrer Tochter – und es geht immer wieder um die Beziehung zwischen Dina und Michael, die unter einer zunehmenden Sprachlosigkeit leidet.

Michael drückt es an einer Stelle so aus: "Wir verhalten uns so, als würden wir nur für die anderen leben. Für eine Galerie von unsichtbaren Zuschauern, die unser Leben bewertet."

15 Momentaufnahmen

Die Idee, den Film in 15 Sequenzen zu teilen und die jeweils in einer durchgehenden Einstellung zu drehen, ist nicht schlecht. Ähnliches hat Brüggemann auch schon in vorangegangen Filmen gemacht: In "Neun Szenen" (2006) etwa oder zuletzt in "Kreuzweg" (2014). Doch was in diesen Momentaufnahmen passiert, das ist dann doch wieder sehr konventionell – sowohl filmisch als auch inhaltlich.

Sporadische Eskalationen

Auch wenn die Handlung von "Nö" im Verlaufe der zwei Stunden gelegentlich mal eskaliert - wenn etwa Michaels Bruder Matthias (Andreas Döhler) am offenen Grab des Vaters seine Notdurft verrichtet oder sich Mark Waschke als unsensibler Frauenarzt über Hausgeburten in der Uckermark lustig macht: über die Gefühlswelt und die inneren Konflikte der beiden Hauptfiguren erfährt man zu wenig, um an ihrem Schicksal wirklich Anteil zu nehmen.

Nicht der ganz große Wurf

Regisseur Dietrich Brüggemann sorgte 2013 für Aufsehen, als er auf der Berlinale gegen die Berliner Schule polemisierte. "Zu statisch, zu gekünstelt, zu langweilig" lautete damals sein Vorwurf als junger Wilder. Mittlerweile gehört Brüggemann selbst zu den etablierten Filmemachern in Deutschland. Der ganze große Wurf aber ist auch ihm mit "Nö" nicht gelungen.

Carsten Beyer, rbbKultur

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