Supernova: Colin Firth u. Stanley Tucci © Weltkino Filmverleih
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Drama - "Supernova"

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Zwei großartige Hauptdarsteller, ein altes Wohnmobil und die herbstliche Landschaft im nordenglischen Lake District. Viel mehr braucht Regisseur Harry Macqueen nicht für seinen Film "Supernova" – eine gelungene Mischung aus Roadmovie und bittersüßem Liebesdrama.

Der amerikanische Schriftsteller Tusker (Stanley Tucci) und der britische Pianist Sam (Colin Firth) sind seit 20 Jahren ein Paar. Zwei verwandte Künstlerseelen, die beide schon etwas in die Jahre gekommen sind: Trotzdem lieben sie sich noch immer wie am ersten Tag. Seit einiger Zeit allerdings liegt ein dunkler Schatten über der Beziehung, denn Tusker hat Alzheimer. Noch geht es ihm einigermaßen gut, aber immer öfter gibt es Momente, in denen er die Orientierung verliert.

Alzheimer als dunkler Schatten

Um die letzten klaren Momente miteinander möglichst intensiv zu genießen, gehen die beiden in ihrem alten Wohnmobil auf Tour im Lake District, wo sie einst ihre glücklichsten Stunden miteinander verbracht haben. Sie wollen den See wiedersehen, an dessen Ufer sie sich das erste Mal geküsst haben, eine Überraschungsparty bei Sams Schwester steht an, die Tusker organisiert hat - und ein letztes Konzert, das Sam auf dem Piano spielen will.

Supernova: Stanley Tucci, Colin Firth © Weltkino
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Großes Kino dank der beiden Hauptdarsteller

Was in der Kurzusammenfassung etwas kitschig klingt, wird in Harry Macqueens "Supernova" zu großem Kino. Das liegt nicht zuletzt an den beiden Hauptdarstellern: Colin Firth und Stanley Tucci sind zwei der großartigsten Schauspieler, die es derzeit im englischsprachigen Kino gibt. Der eine Oscar-Gewinner für seine Rolle in dem Film "The King‘s Speech", der andere immerhin vierfacher Emmy-Preisträger und Darling der weltweiten Feuilletons.

Rollentausch kurz vor Drehbeginn

Kurz vor Drehbeginn haben die beiden noch ihre Rollen getauscht. Das hat Regisseur Macqueen in einem Interview verraten. Tatsächlich wirken Tucci und Firth wie ein altes Ehepaar: Mal zanken Sie sich, mal lachen sie miteinander - aber immer ist eine große Nähe zu spüren, eine innige Vertrautheit. Erst nach und nach merkt man den Druck, der auf den beiden Männern lastet, die Angst vor der Zukunft und die unausgesprochene Frage: Wie soll es jetzt weitergehen?

Supernova: Colin Firth, Stanley Tucci © Weltkino Filmverleih
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Die Unmöglichkeit zu trauern

"Das Problem ist, dass man nicht um jemanden trauern darf, der noch am Leben ist", sagt Tusker an einer Stelle des Films zu Sams Schwester Lilly (Pippa Haywood) – und meint dabei sich selbst. Damit hat er die Geschichte des Films wunderbar auf den Punkt gebracht. Wie die beiden beiden Männer hier um Antworten ringen, wie sie gemeinsam versuchen, sich ihrem Schicksal zu stellen ohne ihre Liebe zu verraten, das geht unter die Haut.

Nachdenken über die eigene Vergänglichkeit

"Supernova" bringt einen zum Nachdenken über die eigene Vergänglichkeit und über die Frage: Was ist eigentlich Liebe? Was lieben wir an einem Menschen? Ist es nur die äußere Hülle oder ist es die Seele, die uns am Herzen liegt?

Es gab in den letzten Jahren eine ganze Reihe von guten Filmen zum Thema Alzheimer, aber noch keiner hat mich so berührt wie dieser.

Carsten Beyer, rbbKultur

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