Spencer © Pablo Larrain/DCM/FilmPressKit
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Biopic - "Spencer"

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Der chilenische Regisseur Pablo Larraín ist bekannt für seine einfühlsamen Frauenportraits. Nicht irgendwelche Frauen sucht er sich aus, nein: sie sind berühmte, weltbekannte Ikonen. In "Jackie" spielte Natalie Portman Jackie Kennedy – und jetzt "Spencer": der Mädchenname von Lady Di, der Herzogin von Wales. Gespielt von Kristen Stewart. Finanziert auch mit deutschem Geld und gedreht unter anderem auf Schloss Marquardt bei Potsdam.

Es geht genau um drei Tage: Weihnachten 1991. Da nämlich soll Lady Di die Entscheidung getroffen haben, sich von ihrem Mann, Prinz Charles, zu trennen.

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Eine junge lebenshungrige Frau

Und wenn man sich diesen Film anschaut, versteht man, dass sie eigentlich gar keine andere Wahl hatte. Man hat schon beim Zuschauen das Gefühl zu ersticken, so eng ist das Korsett geschnürt für diese junge lebenshungrige Frau. Die zu Beginn, und das ist ein wirklich großartiger Einstieg, im offenen Porsche-Cabriolet durch die winterliche Landschaft rast, fast besinnungslos. Bis sie irgendwann in einem Pub Halt macht und hilflos nach dem Weg fragt. Die Gäste staunen nicht schlecht über diesen Auftritt …

Stille Rebellion

Doch die Frage ist eigentlich nicht, wo sie ist, sondern wo sie sein sollte. Nämlich auf dem Landsitz der Royals in Sandingham. Alle sind hier bereits versammelt. Nur Diana kommt zu spät. Nicht nur jetzt, sondern immer wieder während dieser drei Tage. Dieses Zuspätkommen: eine stille Rebellion gegen ein eiskalt und eisern geführtes Regiment der Queen. Man kennt es aus der Netflix-Serie "The Crown". Die Etikette zählt und sonst wenig.

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Starke Bilder

Während die anderen aber seit ihrer Geburt darauf konditioniert sind, zu funktionieren, fällt Diana aus dem Rahmen, sie kann und will nicht mitspielen, will auch nicht zu jeder Mahlzeit ein anderes Kleid: die schönsten und elegantesten Outfits hängen in ihrem Zimmer: beschriftet, zu welchem Anlass sie sie zu tragen sind.

Das Presseheft verrät leider nicht, ob das tatsächlich so Usus war oder eine Idee des Drehbuchautors Steven Knight.

Das minutenlange Schweigen bei den Mahlzeiten, Dianas Verlorenheit in den hohen, düsteren Räumen, das Beäugtwerden durch den Chef-Butler, und wie schwer eine Perlenkette wiegen kann – das sind starke Bilder, die illustrieren, wie erdrückend sich diese Welt anfühlen mag.

Wir wissen um Dianas Probleme und Labilität, aber ob es sich tatsächlich so zugetragen hat, wie hier erzählt wird? In jedem Fall aber transportiert sich die Anmutung, das Lebensgefühl. Das wiederum ist entscheidend der amerikanischen Schauspielerin Kristen Stewart zu verdanken, die Lady Di spielt.

Kristen Stewart findet ihren eigenen Weg

Es ist eine Gratwanderung, denn jeder hat ein Bild von Diana. Kristen Stewart findet ihren eigenen Weg. Wie schon einmal bei dem Biopic "Jean Seberg" zeigt sie auch hier die Zerbrechlichkeit und innere Stärke einer berühmten Frau, die an den gesellschaftlichen Anforderungen zerbricht, eine Frau, die man nicht sein lässt, wie sie ist.

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Die alles haben will - aber eben anders. Stewart spielt sie zerrissen, ambivalent, selbstzerstörerisch und ich-bezogen. In einem Umfeld, das keinen Platz hat für Menschen wie sie, niemand hier kann mit ihr umgehen. Und sie selbst hat jedes Gefühl für sich verloren. Das ist das, was man aus "Spencer" mitnimmt.

Christine Deggau, rbbKultur

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