Avec amour et acharnement / Both Sides of the Blade © Curiosa Films 2022
Curiosa Films 2022
Bild: Curiosa Films 2022 Download (mp3, 9 MB)

Drama | Berlinale Wettbewerb - "Avec amour et acharnement" ("Both Sides of the Blade")

Bewertung:

"Avec amour et acharnement" beudeutet übersetzt "Mit Liebe und Unerbittlichkeit". Nach der Liebeskomödie "Meine schöne innere Sonne" und dem Weltraum-Science Fiction-Film "Highlife" ist der Film bereits die dritte Zusammenarbeit von Claire Denis und Juliette Binoche in Folge.

Juliette Binoche und Vincent Lindon spielen ein auch nach vielen Jahren noch sehr glückliches, einander liebevoll zugewandtes Liebespaar. Sara ist Radiomoderatorin, Jean ein ehemaliger Rugbyspieler, der wegen einer nicht näher benannten Betrugsaffäre längere Zeit im Gefängnis war.

In den ersten Szenen des Films sieht man die beiden noch glücklich und schwerelos im Meer treiben, dann auf der Rückfahrt nach Paris, wo sie in einer schönen Wohnung mit Blick über die Dächer der Stadt leben.

Konstruierte Risse in einer glücklichen Beziehung

Doch dann wird diese sehr sinnliche Eintracht bald durch kleinere und größere Störfaktoren angegriffen. Jeans Mutter meldet sich, mit seinem 15-jährigen Sohn aus der ersten Ehe gibt es Probleme in der Schule, und eines Tages, auf dem Weg zur Arbeit, hat Sara eine Begegnung mit ihrem Ex-Freund François, dessen Auftauchen dann plötzlich alles in Frage stellt.

Eine Beziehung, die eben noch bedingungslos glücklich war, bekommt Risse, wird durch kleine Ausflüchte, halbherzige Lügen und Manipulationen zersetzt.

Zu viele Ungereimtheiten

Das klingt nur leider spannender, als es sich dann entfaltet. Natürlich ist es wie immer ein Ereignis, Juliette Binoche zu erleben - gerade auch in diesen unterschiedlichsten Facetten der Liebe. Aber leider zerfranst diese Geschichte, es gibt zu viele Ungereimtheiten und zu viele Nebenschauplätze - gerade für eine Zusammenarbeit von Claire Denis und Juliette Binoche ist das ein enttäuschendes Ergebnis.

Anke Sterneborg, rbbKultur

Mehr

Publikum im Delphi-Filmpalast bei der Berlinale © Jens Kalaene
dpa-Zentralbild

Berlinale | 10. - 20. Februar 2022 - 72. Internationale Filmfestspiele Berlin

Nach den Preis-Verleihungen geht die Berlinale noch mit den Publikumstagen bis Sonntag. Wegen der Pandemie wurden die Bären diesmal früher verliehen als üblich, auf Parties wurde verzichtet, und in den Kinos durfte nur die Hälfte der Plätze besetzt werden. 18 Filme waren im Wettbewerb. Filmtipps, eine Bilanz der vergangenen Tage und Film-Rezensionen finden Sie hier.

weitere rezensionen

Wann kommst Du meine Wunden küssen © MFA+ FilmDistribution
MFA+ FilmDistribution

Drama - "Wann kommst du meine Wunden küssen?"

In ihrem vielgelobten Debütfilm "Staub auf unseren Herzen" erzählte Hanna Doose von einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung. Zehn Jahre später erweitert sie jetzt in ihrem zweiten Spielfilm "Wann kommst du meine Wunden küssen?" die komplizierten Familienkonstellationen. Nach vielen Jahren Funkstille kehrt eine nicht mehr ganz junge Frau in ihr Elternhaus im Allgäu zurück, wo ihre todkranke Schwester mit ihrer ehemals besten Freundin und ihrem Ex-Freund lebt. Klingt nach einer explosiven Situation …

Bewertung:
Close © Pandora Film Verleih
Pandora Film Verleih

Drama - "Close"

Vor vier Jahren machte der belgische Regisseur Lukas Dhont gleich mit seinem Debütfilm "Girl" Furore. Es war die einfühlsam erzählte und tief berührende Geschichte eines Teenagers, der im falschen Körper geboren ist und zwischen hartem Balletttraining, Pubertätswirren und den Vorbereitungen zur Geschlechtsangleichung zerrissen wird. Ein harter Stoff, sensibel erzählt. Nun kommt sein zweiter Film in unsere Kinos - und wieder hat er einen ganz einfachen Titel mit vieldeutigem Klang: "Close". Und wieder geht es um sensible Gefühle an der Schwelle von Kindheit und Adoleszenz.

Bewertung:
Babylon - Rausch der Extase © Paramount Pictures Germany
Paramount Pictures Germany

Drama - "Babylon - Rausch der Extase"

Immer wieder erzählte der französisch-amerikanische Autor und Filmregisseur Damien Chazelle vom Streben nach dem Höchsten, meistens handelten seine Filme dabei von der Jazzmusik, die er zugunsten des Kinos aufgegeben hat. Auch ums Kino ging es schon, wie in dem Oscar-prämierten Musical "LaLaLand". Sein neuester Film "Babylon - Rausch der Extase" spielt - wie auch die deutsche Serie "Babylon Berlin" - in den Zwanzigerjahren, allerdings in Hollywood, zu jener Zeit, als der Stummfilm durch den Tonfilm abgelöst wurde.

Bewertung: