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Drama - "King Richard"

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In der Tenniswelt sind die Schwestern Venus und Serena Williams Ausnahmeerscheinungen. Das liegt zum einen an ihrem enormen Erfolg. Das liegt aber auch daran, dass sie die ersten afroamerikanischen Tennisspielerinnen waren, die es in dem weißen Sport bis an die Spitze geschafft haben. Zu verdanken haben sie den Erfolg auch ihrem als Trainer umstrittenen Vater Richard Williams. Dieser steht jetzt im Mittelpunkt des Spielfilms "King Richard" von Reinaldo Marcus Green und wird gespielt von Will Smith.

Auf der einen Seite zeigt der Film Richard Williams als Nervensäge, als Familientyrannen, der schon vor der Geburt seiner beiden Töchter Venus und Serena einen über siebzig Seiten langen Plan aufgestellt hat, wie seine Kinder als Tennischampions erfolgreich werden könnten.

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Ein Familientyrann, der seine Töchter zum Erfolg erzieht

"Wer nicht plant, plant den Absturz", diesen Spruch hängt er auch auf einem Schild an den Tennisplatz in Compton und verlangt von den fünf Mädchen – drei Töchter sind aus der ersten Ehe seiner Frau Oracene – dass sie jeden Tag einen Plan aufschreiben. Zitat:

"Alles für morgen geplant. Super. Denn was ist, wenn man nicht jeden Tag plant? Wer nicht plant, plant den Absturz. Genau. Wir stürzen nicht ab. Wir schaffen es ganz nach oben. Irgendwann - und es wird nicht lang dauern - gibt Euch jemand einen Scheck über eine Million Dollar.“

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Auf der anderen Seite hat Richard Williams Angst vor dem Absturz und will raus aus den prekären Verhältnissen des Arbeiterviertels Compton.

Ausführende Produzentinnen sind Venus und Serena Williams sowie ihre Halbschwester Isha Price. Insofern zeichnet der Film wahrscheinlich ein mildes Bild von Richard Williams. Nur ganz am Rande wird erwähnt, dass er aus erster Ehe fünf Kinder hat, von deren Existenz seine zweite Frau nur zufällig erfährt. Als Trainer bleibt er unbelehrbar. Aber er bringt seine Töchter auf die Erfolgsspur, indem er ihnen immer wieder Siegerbotschaften mit auf den Weg gibt.

Will Smith spielt die Narben auf der Seele

Will Smith spielt einen Mann, der sich lange geduckt hat. Er zieht die Schultern hoch und lehnt den Kopf nach vorn. Der Wille, sich nach oben zu kämpfen, hat sich in seine Körperhaltung eingeschrieben. Richard Williams arbeitet als Wachmann. Trotzdem - wenn er in Compton seine Töchter auf dem öffentlichen Tennisplatz trainiert, werden sie von den Halbstarken belästigt und er wird zusammengeschlagen.

Smith spielt einen einfachen Mann, der lange einstecken musste und jetzt sein Glück nicht durch die Finger rutschen lassen will. Oft lächelt er ein bisschen bauernschlau. Aber je erfolgreicher seine Töchter werden, desto selbstbezogener wird Richard Williams. Er trifft einsame Entscheidungen, ohne sie mit seiner Familie abzustimmen.

Will Smith – fast immer in Shorts - spielt auch die lächerlichen Auftritte von Richard Williams, ohne ihn zu verraten. Er nimmt die Furcht vor dem Untergang ernst und das macht den Film sehenswert.

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Die Tennisspielerinnen bleiben Randfiguren

Von den beiden Töchtern erfährt man wenig, das ist die Schwäche des Films. Man versteht nicht, was ihnen am Tennis Spaß macht. Da folgt die Story ganz der männlichen Erzählung. Der Vater hat die Siegerinnen erschaffen. Aber Reinaldo Marcus Green macht subtil die unterschiedlichen Welten deutlich. Wenn Serena und Venus bei einem Wettkampf auftreten, dann haben sie es immer mit blonden, langhaarigen, weißen Mädchen zu tun, deren upper class Eltern am Spielrand sitzen und indigniert die Nase rümpfen, wenn Familie Williams auftaucht.

Auch für Tennismuffel

Von Tennis muss man nichts verstehen. Der Reiz an dem Film ist die Botschaft: Auch Nobodys können gefeierte Siegerinnen werden. Schade ist, dass der Sportgedanke mehr und mehr in den Hintergrund tritt und das Geldverdienen wichtiger wird. Aber der Film erzählt vergnüglich, zügig und durchaus spannend die ungewöhnliche Erfolgsstory. Und wirft ein Licht auf die Klassengesellschaft der Tennisclubs.

SImone Reber, rbbKultur

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