Downton Abbey II: Eine neue Ära © Universal Pictures
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Drama - "Downton Abbey 2 - Eine neue Ära"

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In der britischen Fernsehserie "Downton Abbey" wurden die wichtigen Ereignisse und Umbrüche des frühen 20. Jahrhunderts im Mikrokosmos einer Adelsfamilie und ihrer Bediensteten gespiegelt. Nach sechs erfolgreichen Staffeln war 2015 Schluss. Um den Abschiedsschmerz zu lindern, legte Autor Julian Fellowes 2019 mit einem Kinofilm nach, in dem die Geschichte der weitverzweigten Familie Crawley weitererzählt wurde. Jetzt folgt mit "Downton Abbey - Eine neue Ära" eine weitere Fortsetzung.

Der erste Film schloss direkt an das Ende der letzten Staffel an und kreiste um einen Besuch von King George und seinem Gefolge auf Downton Abbey und die Turbulenzen, die er auslöste. Die neue Ära, von der schon im Titel des Films die Rede ist, kündigt sich jetzt durch den Anruf eines Filmproduzenten an, der Downton Abbey als Schauplatz für sein nächstes Filmprojekt auserkoren hat. Die Begeisterung der Adelsfamilie für das Kino und seine Macher hält sich in Grenzen, doch es wird dringend Geld gebraucht, um das marode Dach des mondänen Landsitzes von Downton Abbey zu reparieren.

Downton Abbey II: Eine neue Ära © Universal Pictures
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Tradition und Moderne

Das Wechselspiel zwischen eherner Tradition und den Veränderungen der Moderne gehört zu "Downton Abbey" genauso wie die Kräfte, die zwischen Upstairs und Downstairs walten, zwischen den Adligen und ihren Bediensteten - ein sehr britisches Kräftespiel, das Julian Fellowes lange vor der britischen Serie schon für den Amerikaner Robert Altman angezettelt hat, in seinem mit dem Oscar ausgezeichneten Drehbuch zu "Gosford Park".

Eine mysteriöse Erbschaft

Für weitere Aufregung auf Downton Abbey sorgt die Ankündigung von Lady Violet, dass sie eine Villa in Frankreich geerbt habe. Was hat es mit dem mysteriösen Franzosen auf sich und mit Lady Violets Aufenthalt in Südfrankreich, genau neun Monate, bevor Robert Crawley geboren wurde?

Während also auf Downton Abbey mit der Filmcrew die moderne Welt Einzug hält, reist ein Teil der Familie an die Côte D’Azur, um die Villa und die Umstände ihrer Schenkung zu ergründen. Der Wechsel zwischen den beiden Schauplätzen sorgt zunächst für rastlose Unruhe in der Erzählung des Films. Es dauert eine Weile, bis die bewährten Qualitäten von Ausstattung, Kostüm und Dialogen durchschlagen.

Downton Abbey II: Eine neue Ära © Universal Pictures
Bild: Universal Pictures

Eine ganz besondere Augenweide sind die leicht schwingenden Kleider und Blusen, mit raffinierten Farbkontrasten und üppigen Art Deco-Ornamenten. Für Kontinuität sorgen auch die Schauspieler:innen, die allesamt wieder mit von der Partie sind: Neben Maggie Smith vor allem Hugh Bonneville als Patriarch von Downton Abbey, Michelle Dockery als seine Tochter Lady Mary und Jim Carter als grantiger Butler. An der französischen Riviera gesellt sich noch Nathalie Baye als französische Grande Dame dazu. Und mit der Filmcrew stoßen die amerikanischen Neuzugänge Dominic West und Hugh Dancy in die britische Welt von Downton Abbey und bringen mit amourösen Verwicklungen auch jede Menge Gefühl in die neue Ära.

Teufelswerk Kino

Schlagfertigkeit und Finesse der Dialoge kommen in der sehr zu empfehlenden Originalfassung sehr viel besser zur Geltung, etwa in der Doppeldeutigkeit des Wortes "plastered", das im Englischen nicht nur (mit Make-up) vollgekleistert, sondern auch betrunken heißt, aber auch in der typisch britischen Art, Worte mit spitzer Zunge so auszusprechen, als müsse man sich danach den Mund ausspülen - eine Kunst, die vor allem Maggie Smith zur Perfektion bringt. Bezeichnete die von ihr gespielte snobistische Gräfinwitwe Violet Crawley in der Serie die neue Errungenschaft der Elektrizität als Teufelswerk, so mokiert sie sich jetzt über das Kino, das gerade den Wandel vom Stummfilm zum Tonfilm vollzieht: Das sei doch gerade das Beste am Kino, dass man es nicht hören könne. Noch besser wäre es, wenn man sie auch nicht sehen könne ...

Anke Sterneborg, rbbKultur

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