Alles in bester Ordnung © Filmwelt Verleihagentur
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Tragikomödie - "Alles in bester Ordnung"

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Was passiert, wenn eine Messie-Frau und ein Minimalist aufeinandertreffen? Natja Brunckhorsts Regie-Debüt "Alles in bester Ordnung" ist eine charmant gespielte Tragikomödie über zwei sehr unterschiedliche Menschen.

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Marlen (Corinna Harfouch) ist Ende 50, von Beruf Zahntechnikerin und am liebsten allein. Von ihren Kollegen wird sie geschätzt, von ihrem Chef (Joachim Król) sogar in heimlicher Anbetung verfolgt – trotzdem geht Marlen sozialen Kontakten lieber aus dem Weg. Denn hinter ihrer Wohnungstür öffnet sich ein Abgrund, der ihre bürgerliche Fassade schnell mit sich reißen könnte …

Leben in der Höhle

Marlen lebt in einer Art Höhle. Jeder Quadratzentimeter ihrer Wohnung ist vollgerammelt mit alten Familienerbstücken, verblichenen Reisesouvenirs und irgendwelchem Kram, den sie am Straßenrand findet und dann zwanghaft mit nach Hause nimmt. "Die Dinge tun mir leid", sagt sie an einer Stelle. In ihrer Wohnung aber entwickeln die Fundsachen ein Eigenleben. Der Boden ist voll, von der Decke hängen alte Kleide und in manche Räume kommt sie gar nicht mehr rein.

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Messie-Frau trifft Minimalisten

Filme über Menschen mit Messie-Syndrom hat es in der Vergangenheit immer wieder mal gegeben. Natja Brunckhorst konfrontiert in ihrem Regiedebüt "Alles in bester Ordnung" eine Messie-Frau mit einem Minimalisten. Eine etwas konstruierte Story, die aber durchaus Potential hat. Denn aus der ersten Begegnung mit Fynn (Daniel Sträßer) - einem junger IT- Ingenieur, der in der Wohnung oberhalb von Marlen einen Wasserschaden verursacht, wird schnell mehr …

Die Extreme prallen aufeinander

Fynn behauptet, in seinem Leben nur mit einem Laptop, einer Zahnbürste und ein paar Wechselunterhosen glücklich zu sein. Kein Wunder, dass die beiden Extreme erstmal aufeinanderprallen. Doch mit der Zeit merken Fynn und Marlen, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie für möglich halten – und dass sie sich gegenseitig helfen können, um sich zumindest ein Stück weit aus ihrer Situation zu befreien.

Zwei Hauptdarsteller:innen mit Charme

Die unerwartete Love Story, die ohne Zärtlichkeiten und ohne ein einzigen Kuss auskommt, lebt vor allem vom Charme ihrer Hauptdarsteller:innen. Corinna Harfouch zeigt einmal mehr, warum sie seit Jahrzehnten zu den gefragtesten Schauspielerinnen Deutschlands gehört und der Saarbrücker "Tatort"-Kommissar Daniel Sträßer überzeugt mit jungenhafter Chuzpe. Das humoristische Talent der beiden und ihre spritzigen Dialoge trösten über so manche dramaturgische Schwäche des Drehbuchs hinweg.

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Ein magisches Bühnenbild mitten im Chaos

Unbedingt erwähnen sollte man bei diesem Film auch Kamera (Niklas Lindschau) und Bühnenbild (Zazie Knepper). Wie die beiden Gewerke es geschafft haben, in einer völlig überfüllten Wohnung so etwas wie Magie zu erzeugen, ist absolut filmpreisverdächtig.

"Alles in bester Ordnung" zeigt mit märchenhaften Bildern, dass die Menschen und ihre Wahrnehmung verschieden sind. Was für den einen wie eine chaotische Müllhalde aussieht, ist für den anderen ein geliebtes Zuhause.

Carsten Beyer, rbbKultur

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