Glück auf einer Skala von eins bis zehn © X Verleih
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Komödie - "Glück auf einer Skala von 1 bis 10"

Bewertung:

"Ziemlich beste Freunde" war wahrscheinlich einer der erfolgreichsten französischen Filme der letzten Jahre überhaupt. Kein Wunder, dass das Kino immer wieder thematisch an diese wahre Buddy-Komödie anknüpft. Auch "Glück auf einer Skala von 1 bis 10" erzählt von der Freundschaft zwischen zwei Männern, von denen der eine körperlich behindert ist.

Trotzdem gibt es natürlich viele Unterschiede, wie hier die unverkennbare Lust am Philosophieren, die vor allem eine der beiden Figuren auszeichnet: Igor, der an zerebraler Kinderlähmung leidet, sein Geld damit verdient, Biogemüse auszufahren, und ziemlich einsam ist. Seine besten Freunde sind Sokrates und Spinoza – mit ihnen versucht er, sich die Welt zu erklären, bei ihnen findet er Trost.

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Zwei Männer, die einander gut gebrauchen können

Als Igor eines schönen Tages unterwegs ist, rammt ein dickes Auto sein Lastenfahrrad. Der Fahrer ist Louis, ein geschäftstüchtiger Bestatter im Permanentstress, der nichts weniger gebrauchen kann, als jetzt noch einen Behinderten ins Krankenhaus zu bringen.

Wir ahnen es: Diese Begegnung ist der Anfang einer Freundschaft zwischen zwei völlig ungleichen Männern: dem Anzug tragenden Workaholic und dem Nähe suchenden Hobbyphilosoph. Zwei Männer, die begreifen, dass sie einander gut gebrauchen können.

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Ein echtes Anliegen

Alexandre Jollien, der Igor spielt, spielt auch ein bisschen sich selbst. Wie seine Figur leidet Jollien seit seiner Geburt an zerebraler Kinderlähmung, und hat sehr viele Jahre seines Lebens in Einrichtungen und Spezialkliniken verbracht. Heute ist er Ende 40 und hat sich einen Namen als Philosoph gemacht, schreibt Bücher, die sich auch damit beschäftigen, wie es ist, sichtbar anders zu sein. Dieser Frage folgt auch der Film, indem er das Lebensgefühl eines Behinderten und auch die Berührungsängste Nicht-Behinderter thematisiert.

Die beiden Hauptdarsteller, die sich vor Jahren kennengelernt haben und seitdem beste Freunde sind, stehen nicht nur vor der Kamera, sie haben auch das Drehbuch gemeinsam geschrieben und führen Regie. Es scheint ihnen ein echtes Anliegen zu sein, von ihrer Freundschaft zu erzählen, von dem Glück einander gefunden zu haben. Ihre Vertrautheit miteinander transportiert sich in vielen kleinen Situationen, ihnen selbst vielleicht gar nicht bewusst, und das sind eigentlich die schönsten Momente.

Griff in die Klischeekiste

Denn zunächst gelingt es diesem Film überhaupt nicht, eine eigene Sprache zu finden. Allein vom Aufbau ist der Griff in die Klischeekiste mehr als konventionell, geradezu langweilig und unfassbar vorhersehbar: Der fröhlich vor sich hin radelnde Igor und der gestresste Louis in seinem Auto, parallel montiert. Es ist logisch, dass es einen Unfall geben wird, logisch auch, dass Igor, der Behinderte, Louis, den vom Leben Gebeutelten, gewissermaßen erlösen wird.

Die Buddy-Komödie entwickelt sich zum Roadmovie

Glücklicherweise gelingt es dann in der zweiten Hälfte doch, der Geschichte eine andere Richtung zu geben. Da öffnet sich der Film und bietet Weite, wird von der humorigen Buddy-Komödie zum - wenn auch immer noch sehr konventionellen – Roadmovie.

Was stört, ist das erklärte Gutmenschentum Igors. Man fragt sich schon, was wäre, wenn Jollien seine Behinderung nur gespielt hätte. Dann, das ist klar, hätte der Film viel verloren. So aber sind Jolliens Lächeln und auch sein Charme ein entscheidender Faktor, diesen Film zu mögen.

Christine Deggau, rbbKultur

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