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Drama - "Nico"

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Von der Filmschule weg gleich auf die große Leinwand - für die Regisseurin Eline Gehring ist dieser Traum wahr geworden. Ihr Debütfilm "Nico" erzählt von einer Berliner Pflegerin, deren Leben sich nach einem rassistischen Überfall radikal verändert. Der Film wurde auf über 40 Festivals gezeigt und steht sogar auf der Vorschlagsliste für den Deutschen Filmpreis.

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Nico (Sara Fazilat) ist eine junge Frau Mitte 20 aus deutsch-persischem Elternhaus. Sie arbeitet in Berlin als mobile Altenpflegerin, führt ein freies, selbstbestimmtes Leben und macht mit ihrer besten Freundin Rosa (Javeh Asefdjah) gerne Party. Ihre Patient:innen mögen sie, weil sie so offen und unkompliziert ist, und wenn Nico lacht, dann geht auf der Leinwand die Sonne auf.

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Angriff aus dem Nichts

Dass alles aber ändert sich schlagartig, als die junge Frau eines Tages unvermittelt Opfer eines rassistisch motivierten Überfalls wird. Auf dem Nachhauseweg von einem Fest wird Nico zunächst von einer aggressiven Frau angepöbelt und dann von deren männlichen Begleitern übel zusammengeschlagen. Blutend und halb ohnmächtig lassen die Schläger ihr Opfer am Straßenrand zurück …

Spuren der Gewalt

Die unvermittelte Gewalterfahrung hinterlässt bei Nico Spuren. Auch wenn ihre äußeren Verletzungen nach einer Weile wieder verheilen, in ihr drin brodelt es: Die junge Frau leidet unter Panikattacken und unkontrollierten Wutanfällen. Alles, was ihr Leben vor dem Überfall schön gemacht hat, scheint auf einmal vergiftet. Selbst die Freundschaft mit Rosa ist in Gefahr. In ihrer Not entschließt sich Nico, einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen – in einem Karate-Club.

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Den Hass besiegen

Mit klaren, eindrucksvollen Bildern (Kamera: Francy Fabritz) erzählt Eline Gehring über Nicos langsamen Weg zurück zur Normalität. Dabei erliegt ihr Film glücklicherweise nicht der Versuchung, allzu einfache Antworten zu liefern. Wenn Nico wieder glücklich werden will, so lernt sie es von ihrem väterlichen Karate-Trainer Andy (Andreas Marquardt), dann reicht es nicht, stark zu sein. Sie muss die Wut und den Hass in ihrem eigenen Kopf besiegen.

Ein ehemaliger Zuhälter als Vaterfigur

Marquardt, ehemaliger Zuhälter und heute Betreiber eines Kampfsportvereins in Neukölln, spielt sich hier quasi selbst. Er und Hauptdarstellerin Sara Fazilat werden zu Schlüsselfiguren in diesem Debutfilm, der durch ein gelungenes Drehbuch, einen runden Cast aus Profis und Laien und einen angenehm schlanken Schnitt überzeugt.

Rundum gelungenes Gemeinschaftswerk

Wie fühlt es sich an, Opfer von Gewalt zu werden? Und wie wird man damit fertig, ohne sich selbst zu verraten? In gerade mal 70 Minuten erzählt "Nico" mehr als mancher Hollywood-Schinken in drei Stunden. Ein rundum gelungenes Gemeinschaftswerk, für das vor allem drei Frauen verantwortlich zeichnen: Eline Gehrling, Regie und Schnitt, Sara Faszilat, Hauptdarstellerin und Produktion und Francy Fabritz, Kamera. Alle drei haben sie zusammen das Drehbuch geschrieben und bei allen dreien kann man nur hoffen, dass man demnächst mehr von ihnen zu sehen bekommt.

Carsten Beyer, rbbKultur

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