Rifkin's Festival © Filmwelt Verleihagentur
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Romantische Komödie - "Rifkin's Festival"

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Ein alternder Schriftsteller auf amourösen Abwegen, ein paar Seitenhiebe auf den modernen Kulturbetrieb und all das garniert mit Bildern aus dem sonnenbeschienenen San Sebastián. Auch wenn Woody Allen in Hollywood zur persona non grata geworden ist, dreht er einfach in Europa weiter – und lässt in seinem 49. Spielfilm "Rifkin's Festival" alles beim Alten.

Woody Allen war einst ein gefeierter Star des US-amerikanischen Autorenkinos. Bis es Anschuldigungen seiner Adoptivtochter Dylan gab, er habe sie in ihrer Kindheit sexuell belästigt – und der Regisseur zur toxischen Figur im US-Filmbusiness wurde. Auch wenn die Vorwürfe nicht bewiesen sind und in der Sache noch immer Aussage gegen Aussage steht, ist seine Karriere praktisch ruiniert. Und was macht Woody Allen? Er dreht auch mit 86 Jahren immer weiter und bringt jetzt mit "Rifkin's Festival" seinen 49. Film ins Kino.

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Ein typischer Allen-Charakter

Mort Rifkin (Wallace Shawn), seine Hauptfigur, ist ein typischer Allen-Charakter. Ein New Yorker Jude aus der Bronx, neurotisch, hypersensibel und ständig auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Seine Karriere als Dozent an einer Filmhochschule hat er an den Nagel gehängt, stattdessen schreibt Rifkin einen Roman. Oder er versucht es zumindest, denn der Autor leidet unter einer Schreibblockade und den eigenen Ansprüchen: So gut wie Joyce oder Dostojewski sollte sein Debüt schon sein ...

Drehort San Sebastián

Gedreht wurde der Film auf dem Festival in San Sebastián, wo er im September 2020 auch seine Premiere feierte. Rifkin ist als Begleitung seiner junge Frau Sue (Gina Gershon) angereist, die als PR-Agentin für einen französischen Film arbeitet. Rifkin hasst eigentlich Festivals, doch weil er Sue nicht über den Weg traut, kommt er trotzdem mit - und so beginnt ein munteres Kammerspiel über vergangene Liebe und eheliche Treue.

Ein munteres Kammerspiel über eheliche Treue

Sue - völlig unbeeindruckt von der Anwesenheit ihres Ehemannes - beginnt sogleich ein Verhältnis mit dem Regisseur Phillipe (wunderbar schnöselhaft gespielt von Louis Garrel). Mort hingegen macht die Bekanntschaft der charmanten Ärztin Dr. Rojas (Elena Anaya). Die kann zwar keine seiner eingebildeten Krankheiten heilen, teilt aber immerhin seine Abneigungen gegen den modernen Kulturbetrieb und sie steckt ebenfalls in einer unglücklichen Liaison mit einem untreuen Partner.

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Potpourri aus 50 Filmen

"Rifkin's Festival" ist eine Art Potpourri aus den mittlerweile fast 50 Filmen von Allen: ein bisschen Romantik, ein bisschen Weltschmerz und ein paar Seitenhiebe auf den Kulturbetrieb von heute – das Ganze garniert mit Bildern einer sonnenbeschienen europäischen Kulturmetropole. Einzig Rifkins Tag- und Nachtträume, in Schwarzweiß zwischen die Szenen gestreut, sorgen für Abwechslung.

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Originelle Traumsequenzen

Da Rifkin das klassische Kino liebt, sind diese Traumsequenzen im Stile der großen Meister gehalten: Orson Welles, Fellini, Truffaut, Godard und Buñuel – sie alle werden hier geehrt. Und wenn Christoph Waltz Rifkin als personifizierter Tod aus Bergmans "Das Siebente Siegel" erscheint und ihm ein paar Gesundheitstipps mit auf den Weg gibt, dann blitzt für einen Moment das Allen’sche Genie früherer Tage auf.

Dennoch: Interessant ist "Rifkin's Festival" vor allem für Fans, die kein Werk des Regisseurs verpassen wollen. Für alle anderen empfiehlt sich eher das Wiedersehen mit einem der Allen-Klassiker.

 

Carsten Beyer, rbbKultur

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