Die Zukunft ist ein einsamer Ort © Der Fillmverleih
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Drama - "Die Zukunft ist ein einsamer Ort"

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Seit sieben Jahren gibt Lukas Gregorowicz den Kriminalhaupt-Kommissar Adam Raczek im Brandenburger Polizeiruf und hat dabei schon manchen schwierigen Mordfall aufgeklärt. Nun hat der Schauspieler mal die Seiten gewechselt: In dem dystopischen Thriller "Die Zukunft ist ein einsamer Ort" spielt er einen Gefängnisinsassen, der den Tod seiner Familie rächen will und dafür über Leichen geht.

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Ein Mann sieht rot. Nach dem Tod seiner Frau und seiner Tochter hat Frank (Lukas Gregorowicz) nur noch ein Ziel: Er will sich rächen an dem Mann, den er für seinen Verlust verantwortlich macht. Der Drogendealer Fuad (Denis Moschitto) saß am Steuer des Unfallwagens und beging Fahrerflucht: Nun ist er im Gefängnis, doch das ist für Frank kein Hindernis. Er überfällt einen Geldtransporter, lässt sich widerstandslos festnehmen und kommt tatsächlich in die gleiche JVA, in der auch Fuad einsitzt.

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Hinter Gittern herrschen andere Regeln

Doch wie es nun weitergehen soll, weiß Frank nicht. Hinter Gittern, das muss er schnell feststellen, gelten nämlich ganz eigene Regeln. Hier regieren Gewalt und Korruption – und wer keine Freunde hat unter den Aufsehern oder unter den anderen Insassen, kriegt ganz schnell Probleme.

Das Bild, dass die beiden Regisseur:innen Laura Harwarth und Martin Hawie vom Alltag in deutschen Haftanstalten zeichnen, ist mehr als trostlos: Keiner traut keinem, es gibt blutige Gewaltausbrüche und zwischen den bio-deutschen und den arabisch-stämmigen Insassen herrscht ein Bandenkrieg über die Frage, wer den Drogenmarkt innerhalb der Gefängnismauern kontrolliert.

Zwischen den Fronten

In düsteren, grau-braunen Farben erzählt der Film vom Knastalltag. Arbeiten, essen, Hofgang – überall lauert Gefahr. Frank gerät schnell zwischen die Fronten und muss dabei erkennen, dass er ganz auf sich allein gestellt ist. Hilfe kann er weder von den anderen Insassen noch von den sadistischen Aufsehern erwarten. Nur Susanna (Katharina Schüttler), eine junge Schließerin, die als einzige Frau in diesem Film mitspielt, zeigt menschliche Züge. Doch auch bei ihr weiß Frank nicht so recht, auf wessen Seite sie eigentlich steht.

Eine Spirale der Gewalt

Immer tiefer hinein in eine Spirale der Gewalt führt der Film – und bald schon wird klar: Hier geht es nicht um den ewigen Kampf Gut gegen Böse. Jeder hat hier Dreck am Stecken – und der korrupte Gefängnisdirektor (Daniel Drewes) lässt sich von allen schmieren. Auch Frank, der einsame Rächer, verstrickt sich immer mehr in ein Netz von Schuld und Lügen, bis ihm klar wird: Selbst wenn sein Racheplan gelingen sollte, eine Erlösung wird es für ihn nicht geben ...

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Dystopischer Thriller mit einem überzeugenden Cast

"Die Zukunft ist ein einsamer Ort" ist ein dystopischer Thriller mit einem überzeugenden Cast: Lukas Gregorowicz überzeugt bei seinem Rollenwechsel vom Kommissar zum Häftling genauso wie Dennis Moschitto als skrupelloser Drogenboss, während Katharina Schüttler mit sphinxhaftem Pokerface das Bindeglied zwischen den beiden verfeindeten Männern bildet.

Leichte Unterhaltung für den Sommerabend im Freiluftkino ist dieser Film nicht. Wer allerdings einen wirklich spannenden, gut gemachten Thriller sehen will, für den oder die ist "Die Zukunft ist ein einsamer Ort" absolut zu empfehlen.

Carsten Beyer, rbbKultur

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