Maria träumt - Oder: Die Kunst des Neuanfangs © Atlas Film
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Romantische Komödie - "Maria träumt - Oder: Die Kunst des Neuanfangs"

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Zwei Menschen, beide nicht mehr ganz jung, die einen Neuanfang wagen. Kann das gutgehen? Lauriane Escaffres und Yvo Mullers Debütfilm "Maria träumt" lebt von der Aura ihrer beiden Hauptdarsteller und vom originellen Drehort an der Pariser Académie des Beaux-Arts. Eine romantische Komödie über Sehnsüchte, geheime Leidenschaften und die verbindende Kraft der Kunst.

Maria (Karin Viard) hat ihr Leben lang ein unscheinbares Dasein geführt. Sie hat eine alte Frau gepflegt, hat sich um ihren Mann (Philippe Uchan) und ihre Tochter (Pauline Clément) gekümmert und dabei versucht, nicht weiter aufzufallen. Doch jetzt – mit Mitte 50 – steht sie vor einem Neuanfang. Nachdem die ältere Dame stirbt, deren Haushalt sie geführt hat, muss sie einen neuen Job antreten.

Maria träumt - Oder: Die Kunst des Neuanfangs © Atlas Film
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Neuanfang an der Kunsthochschule

Putzfrau an der Académie des Beaux-Arts, der Pariser Kunsthochschule - das klingt erstmal nach nichts Besonderem. Und doch schon bald beginnt der neue Job Maria zu beflügeln: Die ungewohnte Umgebung, der Umgang mit der Kunst und den vielen jungen Studenten regen sie an, über ihr eigenes Leben nachzudenken. Und dann ist da ja auch noch Hubert (Grégory Gadebois), seit vielen Jahren Hausmeister und Faktotum der Akademie. Der Mann ist zwar ein bisschen kauzig, aber irgendwie auch sehr charmant ...

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Träume von der Kunst

Maria und Hubert - beide sind sie nicht mehr die Jüngsten und beide haben sie schon so manche Enttäuschung erlebt in ihrem Leben. Trotzdem haben sie sich ihre Träume erhalten. Maria schreibt heimlich Gedichte und würde gerne mal für die Studenten als Aktmodell posieren, Hubert sammelt Kunst und trainiert in seinem Büro für eine Karriere als Rock’n Roll-Tänzer. Dass es da irgendwann funkt, ist eigentlich nur folgerichtig.

Die Sehnsüchte der Generation Ü50

Eine Studie hat kürzlich ergeben, dass nur acht Prozent der weiblichen Hauptrollen in Liebesfilmen von Frauen über 50 gespielt werden – und das, obwohl mehr als die Hälfte der weiblichen Bevölkerung älter als 50 ist. Diese Studie war auch der Aufhänger für "Maria träumt". Die Träume und Sehnsüchte der Generation Ü50 auszuloten, war das erklärte Ziel des Regie-Teams Lauriane Escaffre und Yvo Muller, die hier ihren Debütfilm vorlegen.

Die Chemie stimmt

Dass dabei noch nicht alles reibungslos funktioniert, ist normal. So sind die meisten Nebenfiguren - Marias Familie beispielsweise - nur sehr holzschnittartig angelegt und auch Escaffres und Mullers eigene Auftritte als zickige Leiterin der Kunsthochschule und als exaltierter Kunstdozent fallen eher in die Kategorie "gut gemeint". Doch die Chemie zwischen ihren Hauptdarstellern stimmt und wie deren Liebesgeschichte zaghaft Fahrt aufnimmt, ist absolut sehenswert.

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Die Kunst wird zur dritten Hauptfigur

Vor allem aber lebt "Maria träumt" von den gelungenen Bildern (Kamera: Antoine Sanier) in der Kulisse der Académie des Beaux-Arts. Die schönen Künste werden hier und nach zur dritten Hauptfigur, die in unmittelbare Beziehung zu den Protagonisten tritt. Das beginnt mit dem trivialen Gag, dass Maria als Putzfrau aus Versehen das Kunstwerk eines berühmten Künstlers in den Mülleimer wirft (eine alte Butterpackung als Anspielung auf Joseph Beuys) – und gipfelt schließlich in der Szene, in der sich Maria und Hubert ausgerechnet vor der Kamera einer Videoinstallation zum ersten Mal küssen: Ein wunderbar romantischer Filmkuss, der in immer neuen Farbvariationen und -Verschiebungen an die Wand geworfen wird.

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Dramaturgische Schwächen

"Maria träumt" ist ein Debütfilm, der zwar durchaus ein paar dramaturgische Schwächen aufweist, aber Dank seiner Hauptdarsteller und der originellen Bilder aus der Kunstwelt dennoch Spaß macht. Und außerdem: Ein bisschen was fürs Herz mitten im trüben Januar tut ja auch mal ganz gut!

Carsten Beyer, rbbKultur

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