The Art of Love © 2023 Film Kino Text
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Komödie - "The Art of Love"

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Ein junger Influencer und eine 50-jährige Hausfrau sollen gemeinsam das perfekte Sexspielzeug entwickeln. Klingt nach einer frivolen Klamotte, wird aber in Phillipe Weibels Film zu einer amüsanten Betrachtung über die Frage, worin die "Kunst der Liebe" denn nun wirklich besteht.

Weil sie ihren Ehemann mit einer Kreuzfahrt überraschen will, schreibt Eva Parker (Alexandra Gilbreath) Testberichte für die Firma "The Art of Love": Die Dildos und Vibratoren mit Namen wie "Big Ben" oder "Wiggling Willy" lässt sie sich heimlich anliefern, schließlich glaubt der Gatte, sie arbeite für die Londoner U-Bahn.

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Fantasievolle Testberichte

Obwohl Eva die Sexspielzeuge nie benutzt und nach dem Öffnen der Kartons schnell wieder im Mülleimer verschwinden lässt, sind ihre "Testberichte" so euphorisch und fantasievoll, dass sie bei "The Art of Love" schnell Karriere macht. Bei einer Firmenfeier wird sie zur Mitarbeiterin des Jahres gekürt und Firmenboss Hector (Kenneth Collard) möchte sie sogar aufnehmen in sein "Loveteam" – eine Projektgruppe, die ein völlig neuartiges Liebesspielzeug entwickeln soll: eine Puppe, die Gefühle zeigt!

Wo eine Eva ist, ist ein Adam meist nicht weit

Evas Counterpart im "Loveteam" ist Adam (Oliver Walker), der Poster-Boy des Unternehmens. Adam ist Anfang 30, muskelbepackt und ziemlich eingebildet. Sein Gemächt stand Pate für den erfolgreichsten Dildo der Kollektion und mit seinen anderthalb Millionen Followern bei Instagram ist er unverzichtbar für die Firma. Die Idee allerdings, ausgerechnet mit dem Mauerblümchen Eva zusammen zu arbeiten, um die weibliche Psyche besser kennenzulernen, gefällt ihm gar nicht.

Charakterentwicklung statt frivoler Gags

Wie sich diese beiden ungleichen Charaktere einander annähern, das ist die eigentliche Geschichte von "The Art of Love". Regisseur Phillipe Weibel hat darauf verzichtet, möglichst viele frivole Gags in seinem Plot unterzubringen und setzt stattdessen auf Charakterentwicklung. So lernt Adam mit Hilfe seiner charmanten Nachbarin Claire (Jasmine Blackborow), dass Liebe und Sex ganz unterschiedliche Dinge sein können – und Eva kann sich nach und nach von der fixen Vorstellung lösen, dass es nur einer Kreuzfahrt bedarf, um ihre gescheiterte Ehe zu reparieren.

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Nett verpackte Moral

Am Ende gibt es sogar so etwas wie eine Moral von der Geschicht – das nämlich das beste Liebesspielzeug und der beste Liebhaber nichts nützen, wenn man sich nicht auch selbst ein bisschen mag. Okay, auf diese Idee hätte man auch so kommen können. Aber hier in diesem Film ist sie einfach sehr nett verpackt.

Carsten Beyer, rbbKultur

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