Haus Bastian (Bild: rbb)
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Galerie - Eröffnung Haus Bastian

Mit einer großen Feier wird das "Haus Bastian" am Wochenende als Zentrum für kulturelle Bildung wiedereröffnet. Konzipiert und erbaut hat es die Galeristen- und Mäzenenfamilie Bastian mit dem Stararchitekten David Chipperfield. Mit Heiner Bastian und Sohn Aeneas besuchen wir das Haus.

Es fällt schon auf, wenn man hier vorbei geht. Zwölf Jahre waren hier Ausstellungen, jetzt hat es eine neue Bestimmung: Das Haus Bastian. Heute kommen Heiner und Aeneas Bastian zum ersten Mal hierher zurück – seit sie ihr Haus Anfang des Jahres verschenkt haben. So ganz loslassen kann Heiner Bastian noch nicht.

Heiner Bastian, Kunstsammler und Kurator

"Wenn man etwas schenkt, dann muss man auch antizipieren, dass es möglicherweise mit Enttäuschung verbunden sein kann."

Die neue Hausherrin führt die alten Besitzer durchs Haus. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat die Räume ganz behutsam umgestaltet.

Heiner Bastian, Kunstsammler und Kurator

"Der Rundgang zeigt uns, es ist eigentlich sehr erfreulich, dass die Architektur respektiert wurde und niemand auf die Idee kam, sie zu verändern."

2002 veranstalten die Bastians einen Architekturwettbewerb – den David Chipperfield gewinnt. Er darf das Gebäude direkt an der Museumsinsel entwerfen. Und Heiner Bastian macht mit. Fünf Jahre später eröffnen sie ihr Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst - mit zwei Galerien und einer Sammlung. Eine beglückende Zeit, sagt Heiner Bastian.

Heiner Bastian, Kunstsammler und Kurator

"Also wenn ich jetzt hier sitze und mit Ihnen spreche, dann bin ich auch von einer gewissen Wehmut betroffen, weil dieses Haus für zehn Jahre ein ganz wunderbarer Räume für die Kultur waren. Mit sehr vielen interessanten Gesprächen und Künstlern verbunden war."

Seit heute steht das Haus also Kindern und Jugendlichen offen. Menschen mit und ohne Behinderung. Sie können hier der Kunst nah kommen. In Diskussionen und ganz praktisch. So soll eine Verbindung zu den Sammlungen auf der Museumsinsel entstehen. Diese Schülerinnen beschäftigen sich zum Beispiel mit dem Thema Abbilder.

Fanta Kaba, Schüler

"Ich find`s cool."

Nina Moukaddam, Schülerin

"Ganz anders, als was ich sonst kenne."

Die Bastians sind mit dem Bildungsauftrag, den Ihr Haus jetzt erfüllt, zufrieden.

Heiner Bastian, Kunstsammler und Kurator

"Wir denken natürlich auch dass auch Kinder oder Jugendliche, die aus sozial schwächeren Familien kommen den Weg ins Museum nicht so ohne weiteres finden, aber dass sie durch dieses Haus möglicherweise angeregt werden und dass es hier Initiation dafür geben kann. Diese Kinder auch der Kunst näher zu bringen."

Kunst, die direkt in der Nachbarschaft auf der Museumsinsel ausgestellt ist. Von Anfang an wollten die Bastians, dass ihr Haus eines Tages ein Teil von ihr wird. Auch darum haben sie es der Stiftung Preussischer Kulturbesitz geschenkt.

Heiner Bastian, Kunstsammler und Kurator

"Wenn wir das Haus für viel Geld verkauft hätten, dann hätten wir eigentlich nicht viel gewonnen. Und es ist wahrscheinlich ein viel größeres Glück etwas zu verschenken, als nur zu verkaufen. Und dann wäre natürlich der Einfluss sowieso ganz und gar auf dieses Haus nicht mehr möglich gewesen. Und die Tatsache, dass man uns angeboten hat, das Haus zukünftig Haus Bastian zu nennen, war eigentlich auch eine Geste, die wir nicht verlangt haben, aber die uns dann auch erfreut hat."

Auch wenn es jetzt eine neue Bestimmung hat - ein bisschen wird es wohl immer das Haus der Familie bleiben.

Autorin: Julia Riedhammer