Büste Theodor Heuss und "Große Knieende" in der documenta-Ausstellung des Deutschen Historischen Museums © Gregor Baron
Gregor Baron

DHM-Ausstellung | Podcast | Webdoku - "documenta - Politik und Kunst"

Die documenta als weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst spiegelt seit ihrem Beginn 1955 im Nachkriegs-Deutschland die Verflechtungen von Politik und Kunst. Alle vier bis fünf Jahre geht es nicht nur um Kunstwerke, sondern auch um politische Themen und gesellschaftlichen Wandel. Eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum beleuchtet die Geschichte der documenta. In unserem Podcast sprechen wir darüber, wie der Staat die Kunst immer wieder benutzt hat. Unsere Webdoku beleuchtet Politik und Skandale der documenta.

Webdoku

Webdoku | 1955 bis heute - Die documenta: Politik und Skandale

Seit der ersten documenta 1955 sorgt jede der alle vier bis fünf Jahre stattfindenden Kunst-Schauen für Diskussionen, Protestaktionen und teils auch Skandale. Angefangen von der NS-Vergangenheit wichtiger documenta-Mitarbeiter, die erst jetzt - Jahrzehnte nach Kriegsende - in großem Umfang deutlich wird. Auf der d6 wird die DDR-Kunst zum Zankapfel. Die Guerilla Girls protestieren, denn Künstlerinnen sind stark unterrepräsentiert - bis heute. Ai Weiwei lässt 2007 zur documenta 1.001 chinesische Landsleute einfliegen. Und die d14 bescherte zuletzt ein Millionen-Defizit. Scrollen Sie sich durch diese Themen in unserer Webdoku.

Podcast

Kunst und Politik © rbb
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rbbKultur Kunst und Politik

Der Staat hat die Kunst immer wieder benutzt, um Politik oder auch Geld zu machen. Künstler, die das staatliche Image gefährdeten, verschwanden auch im Nachkriegsdeutschland in der Schublade. Andere, die das staatliche Selbstverständnis stützten, landeten im Kanzleramt. Zeitgenössische Künstler im Osten sollen sich in ihrer Formensprache klar gegen den Westen abgrenzen. Der Staat selbst aber enteignet Kunstwerke und verkauft sie in den Westen. Auch im Westen prägt die politische Agenda die Kunst, alles Ungegenständliche ist gut, alles Figürliche verdächtig. Im wiedervereinigten Deutschland ist der Staat heute von der Raubkunst bis zum Humboldt Forum damit betraut, dem Unrecht der Vergangenheit zu begegnen und einvernehmliche Lösungen zu finden.

Alle Folgen

Kunst und Politik | documenta I © rbb
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Kunst und Politik – von documenta bis Restitution - documenta I: Imagewechsel

Kassel an der innerdeutschen Grenze macht die Ausstellung für die junge Bundesrepublik interessant, um sich gegen die neue DDR abzugrenzen. Bundespräsident Theodor Heuss glaubt an moderne Kunst als Ausdruck der Freiheit und wird Schirmherr. Arnold Bode, Gründer der documenta, holt Werner Haftmann als Kunsthistoriker an Bord. Haftmann streicht aus seiner Biografie seine frühere SA-Mitgliedschaft und stilisiert Emil Nolde zum Opfer der Nationalsozialisten. Um den Blick nicht zu genau auf die NS-Verbrechen zu lenken, zeigt die documenta I keine Werke deutscher jüdischer Künstler:innen, die in Konzentrationslagern ermordet wurden.

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Kunst und Politik | Der real existierende Kapitalismus © rbb
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Kunst und Politik – von documenta bis Restitution - Der real existierende Kapitalismus

Als „Befragung der Realität“ präsentiert Harald Szeemann 1972 die documenta 5. Zu sehen ist eine sehr männliche Wirklichkeit. Jahrzehnte dauert es bis Künstlerinnen wie Hanne Darboven, Valie Export oder Miriam Cahn tatsächlich die Hälfte des Kunstmarktes ausmachen. Hoppla: Tun sie das wirklich? „Kunst ist die Schwester der Politik“, meint Klaus Staeck. Aber ist es geschwisterlich, wenn CDU-Politiker Jenninger im Jahr 1976 Staecks Plakatkunst zerreißt? Der „Bonner Bildersturm“ macht Kunstgeschichte und hilft mit, Kunstschaffende wie KP Brehmer oder Joseph Beuys als gesellschaftskritische Intellektuelle zu positionieren.

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Kunst und Politik | Propaganda braucht Profis © rbb
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Kunst und Politik – von documenta bis Restitution - Propaganda braucht Profis

In der DDR ist die Kunst Repräsentantin des Staates und seiner Ideen. Walter Ulbricht ruft auf, die Höhen der Kultur zu stürmen. In der Kunstausbildung setzt man auf handwerkliches Können. Der ostdeutsche Staat wirbt damit, sich besser um seine Künstler:innen zu kümmern als der Westen. Andererseits werden Sammlerbestände enteignet und im Westen zu Geld gemacht. Die Kunstausstellung der DDR hat immense Besucherzahlen. Künstler:innen entwickeln eine eigene Formensprache, so wird es möglich anhand von Kunst unerkannt über Politik zu reden.

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Kunst und Politik | Erlös oder Erlösung © rbb
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Kunst und Politik – von documenta bis Restitution - Erlös oder Erlösung?

Als größter deutscher Kunstskandal gilt der „Schwabinger Kunstfund“ von 2012. Ein Nazischatz von einer Milliarde Euro wurde phantasiert. Die Zahl schmolz, die von den Behörden angekündigte große Restitution blieb aus. Handelt es sich dabei ohne Zweifel um Kunst, generiert das Berliner Humboldtforum eine andere Herausforderung: Bereits die Einordnung der Relikte als Kunstobjekte setzt die kolonialen Verbrechen des Deutschen Reiches fort. Der Staat muss Lösungen für das Unrecht der Vergangenheit finden.

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Bildergalerie

Im Programm

Die Ausstellung "documenta. Politik und Kunst" im Deutschen Historischen Museum in Berlin (Bild: imago images/Juergen Blume)
imago images/Juergen Blume

Ausstellung - Deutsches Historisches Museum: "documenta. Politik und Kunst"

Die documenta ist die weltweit bedeutendste Ausstellungsreihe zur zeitgenössischen Kunst. Sie gilt als Gründungsmanifest der demokratischen Moderne in der BRD. Und sie dokumentiert den aktuellen Zeitgeist immer wieder neu. Das Deutsche Historische Museum stellt die documenta nun zum ersten Mal in den Kontext der politischen Entwicklung der Bundesrepublik. Maria Ossowski hat sich die Ausstellung angesehen.