Knapp vier Wochen nach dem 40. Jahrestag der DDR gingen am 4.11.1989 Hunderttausende in Ost-Berlin auf die Straße; © dpa/Zentralbild

Friedliche Revolution und Fall der Mauer - 1989

Die Massenflucht von DDR-Bürgerinnen und -Bürgern über Ungarn, die Montagsdemos in der DDR – und schließlich am 9. November die Aussage von Günther Schabowski, die Grenze sei ab sofort geöffnet.

Geschichte und Geschichten auf rbbKultur.

Christoph Wonneberger, einer der wichtigsten Personen in der kirchlichen Opposition, auf ihn gehen die berühmten Montagsandachten und Montagsdemonstrationen zurück; © imago-images
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Der vergessene Held - Christoph Wonneberger

Als am 9. Oktober 1989, jenem für die Wende so wegweisenden Montagabend 70.000 Demonstranten friedlich durch Leipzig zogen, war das auch ein Verdienst des Pfarrers Christoph Wonneberger. Er hatte die Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche initiiert und in illegalen Flugblättern zur Gewaltlosigkeit aufgerufen. Wenige Tage später erlitt der 45-jährige Pfarrer einen Hirninfarkt, verlor seine Sprache und geriet in Vergessenheit.

Eine Würdigung des politischen Geistlichen und seiner Rolle in der friedlichen Revolution von Ralf Geißler.

Noch im Besitz der Treuhand: Kaligrube Glueckauf soll verkauft werden. Protest am Werkzaun: "Sind wir schon verkauft?"; © dpa/Paul Glaser
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O-Ton-Hörspiel von 1993 - Jahrgang '49

Sie waren jedes Jahr so alt wie die Republik, die Jungen und Mädchen, die Frauen und Männer aus dem Jahrgang 1949. Sie haben 41 Jahre DDR-Geschichte miterlebt, mitgestaltet, mitgemacht, aktiv oder passiv.

In den Jahren 2 und 3 nach der "Wiedervereinigung", dem "Anschluss" oder "Beitritt" erzählen sie von ihrem DDR-Leben, und davon, was danach kam. Vieles, allzu vieles scheint über ihre Köpfe hinweg zu geschehen.

Von Alfred Behrens und Manfred Herold

Honecker-Bild im ehemaligen Stasigefängnis; Berlin
imago images / Jürgen Ritter

Nachwendekinder und die DDR - Rainers Schweigen

Wieso ist die eigene Rolle im Sozialismus in vielen Familien bis heute ein Tabu?

30 Jahre nach dem Fall der Mauer spüren Nachwendekinder, dass die DDR in ihrem Leben Spuren hinterlassen hat. So hat Lukas über die Rolle seines Vaters im Sozialismus mit ihm noch nie offen gesprochen. Bis vor einigen Jahren der Anruf eines Unbekannten erste Fragen aufwarf.

Von Johannes Nichelmann

Eine Frau schaut durch einen Riss der Berliner Mauer nach deren Öffnung; © imago-images/Cord
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Zwei Frauen aus Ost und West erzählen ihr Leben - "Wendepunkte"

Besonders die Frauen haben 1989 sehr unterschiedliche Lebensläufe in den gesamtdeutschen Alltag eingebracht. Durch die Heirat ihrer Kinder werden zwei von ihnen nach dem Mauerfall zu Mitgliedern einer Ost-West-Familie. Nach und nach erzählen die beiden Frauen ihre jeweilige Geschichte, die auch die Geschichte der Nachkriegszeit, der Teilung, der Wiedervereinigung und des sehr unterschiedlichen Alltags in Ost und West ist.

Von Gritt Kockot

The Wende Museum: acht Segmente der Berliner Mauer am Wilshire Boulevard in Los Angeles; © dpa/Paul Buck
dpa/Paul Buck

Das Wende-Museum in Los Angeles - Mauerreste unter Palmen

Ausgerechnet in der Nähe der Illusionsmaschine Hollywood befindet sich "The Wende Museum", dessen Thema der Kalte Krieg ist. Der Historiker Justinian Jampol begann während seiner Studienzeit in Europa, Artefakte und Dokumente aus der gerade verschwindenden DDR und dem gesamten Ostblock zu sammeln.

Das Museum ist kein Kuriositätenkabinett, sondern eine elegant ausgestattete, wissenschaftlich arbeitende Institution.

Von Margit Miosga

Schriftstellerin Christa Wolf bei einer Lesung; © dpa/Eventpress Hoensch
dpa/Eventpress Hoensch

DDR-Schriftsteller in ihren Tagebüchern - Das innere Ringen

Seit einigen Jahren kommen Tagebücher von DDR-Schriftstellern heraus. Nach dem überraschenden Bestseller, den Tagebüchern von Brigitte Reimann, folgten weitere Notate. Für Leser*innen sind diese Tagebücher, von besonderem Interesse, weil sie neue Erkenntnisse zur Beziehung von Alltag und Werk bieten. Auch das Verhältnis von Utopie und Resignation erscheint bei manchen Autoren in einem anderen Licht.

Von Bernd Dreiocker

Heimat ist ein Raum aus Zeit
GMfilms

Thomas Heises filmische Familienerkundung - "Heimat ist ein Raum aus Zeit"

Ein ganzes Jahrhundert fängt dieser Dokumentarfilm ein. Thomas Heise gibt den Toten seiner jüdisch und kommunistisch geprägten Familie eine Stimme und zeigt dazu Landschaften der Gegenwart.

Eine filmisch einmalige und sehr persönliche Antwort darauf, was "Heimat" und "Deutschsein" heute bedeutet.

Von Natascha Freundel

Elbe: Hinweisschild auf die ehemalige Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland; © dpa/Ulrich Baumgarten
dpa/Ulrich Baumgarten

Geschichten über Flucht aus der DDR und über Zivilcourage - Es gab keine Alternative

Als vor 30 Jahren die Mauer fiel, war das auch das Ende der deutschen Teilung. Für Jürgen Ebel, der in den Fünfzigerjahren aus der DDR geflüchtet war, bot sich nun die Möglichkeit, in seine alte Heimat in der Prignitz zurückzukehren.

Maria Vogel verbringt dort ihren Ruhestand. Sie war Pfarrerin in Ost-Berlin und nahm 1978 fünf Kinder auf. Deren Vater saß wegen versuchter Republikflucht im Gefängnis, die Mutter sollte ihre Haftstrafe bald antreten. Maria Vogel versprach ihr, sich um die Kinder zu kümmern.

Ulrike Lückermann hat die ungewöhnlichen Geschichten aufgeschrieben.

Peter Balazs, Brüssel 2009; © imago-images/Julien Warnand
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Margarethe Steinhausen im Gespräch mit Prof. Peter Balázs

Ungarn und die Friedliche Revolution

1989 gilt als das Schicksalsjahr Deutschlands und Osteuropas. Das pan-europäische Picknick im August, als Ungarn hunderte DDR-Bürger unbehelligt von Sopron nach Österreich fliehen ließ, war der Anfang vom Ende der Teilung Europas.

30 Jahre nach dem Mauerfall spricht Prof. Dr. Peter Balázs aus Budapest über die Rolle Ungarns bei der Überwindung des Kalten Krieges, die großen Hoffnungen auf Freiheit und Demokratie und über den stetigen Abbau demokratischer Rechte in seinem Land.