Auschwitz-Birkenau © Stefan Zeitz/imago-images

75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz - Die Kunst des Erinnerns

Am 27. Januar vor 75 Jahren befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. rbbKultur hat über Formen des Erinnerns berichtet – in der Kunst, im Film, in der Literatur, im Comic.

75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz - Daniel Barenboim leitet das Gedenkkonzert in der Staatsoper Berlin; © rbbKultur
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Video | 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz - Gedenkkonzert in der Staatsoper Berlin

Daniel Barenboim dirigierte die Staatskapelle Berlin, Thomas Quasthoff war Sprecher bei Arnold Schönbergs "Ein Überlebender aus Warschau". Hauptwerk des Abends war ein musikalisches Manifest von Beethoven: seine "Eroica". Vorab hielten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki Ansprachen.

Albrecht Dümling © Rolf Vennenbernd/dpa
Rolf Vennenbernd/dpa

Musica Reanimata - Verfolgte Komponisten

Es traf jüdische, aber auch besonders politische oder besonders fortschrittliche Komponisten. Ihre Musik wurde von den Nazis verboten, denn sie galt als "entartet", die Künstler selbst wurden verfolgt, manche sogar ermordet. Der Musikwissenschaftler Albrecht Dümling hat ihre Geschichten erforscht und ist eine Stunde lang zu Besuch, hört und bespricht mit uns die Stücke von Komponisten, die in der NS Zeit verfolgt wurden.

Ich glaube, der größte Feind des Erinnerns sind Ritualisierungen. Wir müssen immer wieder neue Formen finden.

Götz Aly, Historiker und Journalist
Ahmad Mansour, palästinensisch-israelischer Psychologe; Foto: © Carsten Kampf

Ahmad Mansour im Gespräch mit Anja Herzog - Wie kann man aktuellem Antisemitismus entgegenwirken?

Die Erinnerungskultur an Auschwitz ist über 75 Jahre gewachsen, hat sich verändert, ist gereift. Doch seit einigen Jahren lässt sich in Deutschland wieder ein Erstarken des Antisemitismus beobachten. Was passiert da? Wie kann man junge Menschen weiterhin erreichen? Darüber sprechen wir mit dem deutsch-israelischen Psychologen und Autor Ahmad Mansour.

Ich finde Deutschland hat eine historische Verantwortung. Die Menschen, die hier leben wollen, die Teil dieses "Wir" sein wollen, müssen diese historische Verantwortung begreifen, bewusst werden, was in dieser Gesellschaft vor 75 Jahren passierte. Und ich bin dafür, dass jedes Kind, das in dieser Gesellschaft aufwächst, die Möglichkeit bekommt, einmal in seiner Schullaufbahn eine Gedenkstätte zu besuchen. Das wäre etwas, was man glaube ich Antisemitismus entgegensetzen könnte.

Ahmad Mansour, Psychologe und Autor

Im Netz

Auschwitz und ich © rbb
rbb

Eine Geschichte des Überlebens - "Auschwitz und Ich"

Am 27. Januar vor 75 Jahren befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Wie kann die Erinnerung an die unfassbaren Verbrechen wach gehalten werden? Und was kann Jede und Jeder tun, damit so etwas nie wieder passiert?

Julia Riedhammer; Foto: gb

Die Kunst und das Erinnern - "Auschwitz und ich"

Was hat jede*r Einzelne von uns mit Auschwitz zu tun? Das ist die Ausgangsfrage für das Projekt "Ausschwitz und ich", ein Multimediaprojekt, das der rbb für die ARD verantwortet. Zu Gast ist Julia Riedhammer vom rbb, die für das Projekt auch nach Israel gereist ist.

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Olere-Ausstellung "The one who survived Crematorium III"
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Es gibt sie bei den Ländern, in den Kirchen, bei Polizei und Justiz, auf Bundes- und sogar auf europäischer Ebene: Antisemitismusbeauftragte. Sie sensibilisieren, wollen Debatten anstoßen und Öffentlichkeit schaffen. Politische Macht haben sie nicht. Sind sie also eher ein Feigenblatt?

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Immer häufiger berichten Jüdinnen und Juden von antisemitischen Beleidigungen, Pöbeleien, Angriffen. 75 Jahre nach Kriegsende und dem Holocaust scheinen Schamgrenzen zu fallen. Wie leben Juden heute in Deutschland und was macht eigentlich ein orthodoxer Rabbiner 24 Stunden - 7 Tage die Woche?