Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert © Gregor Baron

Deutsches Historisches Museum - Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert

Das Deutsche Historische Museum hat eine große Arendt-Ausstellung vorbereitet, die wegen der Ausgangssperren zunächst nicht öffnen kann. Bei uns können Sie schon einmal schauen!

Virtueller Rundgang

Politische Denkerin und Philosophin

Die jüdische deutsch-amerikanische Publizistin Hannah Arendt ist eine der wichtigsten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Artikel über den Eichmann-Prozess, die unter dem Titel "Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht über die Banalität des Bösen" erschienen, lösten heftige Kontroversen aus. Nach ihrer Flucht aus Deutschland äußerte sie sich immer wieder zu aktuellen Ereignissen wie etwa der Studentenbewegung, der ungarischen Revolution 1956 oder auch zur Situation im Nachkriegsdeutschland. Hannah Arendt bezog gerne und viel Stellung, so auch zu Flüchtlingen oder Rassismus.

Sie ist auch 44 Jahre nach ihrem Tod (im Dezember 1975) weiter aktuell und populär. Das legendäre Gespräch von Günter Gaus mit Hannah Arendt (von 1964) auf youtube ist rund eine Million mal abgerufen worden.

In Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum eröffnet rbbKultur Ihnen Einblicke in die Ausstellung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert". Mit unserer Bildergalerie können Sie einen virtuellen Rundgang durch das Haus Unter den Linden machen. Zu den einzelnen Stationen der Ausstellung bieten wir Ihnen Hörcollagen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. In einem Audio gehen wir der Frage nach, warum Hannah Arendt keine Feministin war.

Hörcollagen aus der Ausstellung

Hannah Arendts Beschäftigung mit Rahel Varnhagen © Gregor Baron
rbbKultur

Rahel Varnhagen

Hannah Arendt im Austausch mit Walter Benjamin und Käte Hamburger über das Varnhagen-Buch

Plakat der Jüdischen Brigade, einer Spezialeinheit der britischen Armee © Gregor Baron
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Zionismus

Hannah Arendt im Austausch mit Clement Greenberg und Gershom Scholem über ihren Artikel "Zionism Reconsidered" ("Der Zionismus aus heutiger Sicht")

"Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen" © Gregor Baron
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Eichmann-Kontroverse

   

"Überlegungen zu Little Rock" © Gregor Baron
rbbKultur

"Überlegungen zu Little Rock"

Debatte um Arendts Artikel

Die internationale Studentenbewegung © Gregor Baron
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Studentenproteste

Interview von Adelbert Reif mit Hannah Arendt

Bibiana Beglau © Carsten Kampf
Carsten Kampf

Mit Bibiana Beglau, Monika Boll, Romanus Fuhrmann, Jaron Löwenberg
Regie: Barbara Meerkötter
Technik: Christine Schöniger
Produktion: rbbKultur, 2020

Buchtipp

Monika Boll, Dorlis Blume und Raphael Gross (Hrsg): Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert © Piper Verlag
Piper Verlag

Monika Boll, Dorlis Blume und Raphael Gross (Hrsg) - Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert

Piper Verlag, 2020
Seiten ISBN: 978-3492070355
Broschiert, 288 Seiten
22,00 Euro

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Hannah Arendt © pa/AP
pa/AP

Kein Sinn für die Frauenfrage? - Warum war Hannah Arendt keine Feministin

Durch die Coronaepedemie wird die Ausstellungseröffnung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert" im Deutschen Historischen Museum verschoben. Gewürdigt werden sollte ab dieser Woche eine Philosophin, die mit ihrer Politischen Theorie des Aushandelns und der Pluralität immer noch viel beitragen kann zur Lösung moderner Konflikte und Probleme. Hannah Arendt war in iher Zeit ein streibare und unerschrockene Intellektuelle, aber die Frauenfrage hat in ihrem Werk und Leben nie eine Rolle gespielt. Dieses sei ein blinden Fleck in ihrer Theorie, haben ihr Feministinnen schon zu Lebzeiten vorgeworfen. Aber stimmt das überhaupt?

Ken Krimstein: Die drei Leben der Hannah Arendt © dtv
dtv

Comic - Ken Krimstein: "Die drei Leben der Hannah Arendt"

Nach dem zweiten Weltkrieg löste die politische Theoretikerin Hannah Arendt bei ihren Zeitgenossen vor allem heftige Kritik aus. Weil sie die These vertrat, dass es sich beim Nationalsozialismus und dem Stalinismus um zwei gleiche Typen von Herrschaft – nämlich um Totalitarismus handelt. Oder weil sie als Beobachterin des Eichmann-Prozesses beim NS-Täter nichts bestialisches, sondern vielmehr die Banalität des Bösen beobachtet hat. Heute wird Hannah Arendt als große Denkerin entdeckt. Auch mit dem Comic von Ken Krimstein: "Die drei Leben der Hannah Arendt".

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