Jüdisches Museum Berlin: Neue Dauerausstellung @ Jüdisches Museum Berlin; Foto: Yves Sucksdorff
Jüdisches Museum Berlin; Foto: Yves Sucksdorff

Ab 23. August für das Publikum offen - Jüdisches Museum Berlin mit neuer Dauerausstellung

Im Jüdischen Museum Berlin ist ab Sonntag eine neue Dauerausstellung zu sehen. Sie informiert über die Geschichte der Juden in Deutschland vom Mittelalter bis in die Gegenwart mit neuen inhaltlichen Schwerpunkten und in neuen Präsentationsformen. Die bisherige Schau hatte von der Eröffnung des Museums 2001 bis 2017 über elf Millionen Besucher.

Neue Direktorin

Die neue Museumsdirektorin Hetty Berg erklärte, die Ausstellung reagiere "auf veränderte Sehgewohnheiten, Besuchererwartungen und einen neuen Forschungsstand". Nach Angaben der leitenden Kuratorin Cilly Kugelmann rückt sie die Beziehungen von Juden zur ihrer nichtjüdischen Umwelt ins Zentrum und greift stärker Themen jüdischer Kultur und Religion auf. Ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte nach 1945 vom Völkermord der Nationalsozialisten an den Juden bis zur Migrationsgesellschaft heute.

Von den mehr als 1.000 ausgestellten Objekten stammen rund 70 Prozent aus dem eigenen Bestand. Eine interaktive Medieninstallation Familienalbum soll nach Angaben des Museums als "Herzstück der Sammlung" das historische Vermächtnis deutscher Juden aus aller Welt präsentieren, das in den vergangenen 20 Jahren zusammengetragen wurde. Besucher können sich mit über 500 Schriftdokumenten, Fotos, Alltagsgegenständen und Kunstwerken aus den Nachlässen von zehn Familien befassen und die Lebenswege mehrerer Generationen kennenlernen.

Im April übernahm Hetty Berg, die frühere Chef-Kuratorin des Jüdischen Kulturzentrums in Amsterdam, die Leitung des Museums. Ihr Vorgänger Peter Schäfer war im Juni 2019 zurückgetreten. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte zuvor eine Leseempfehlung des Museums scharf kritisiert, die einen Beschluss des Bundestags gegen die anti-israelische BDS-Bewegung verurteilte.

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