1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland; © rbbKultur
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Im Hier und Jetzt - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Im Jahr 321 wurde in einem Edikt des römischen Kaisers Konstantin zum ersten mal die Existenz einer jüdischen Gemeinde in Deutschland erwähnt. Das Dokument legt fest, dass Juden städtische Ämter in der Kurie, also der Stadtverwaltung, bekleiden dürfen. Es gilt als ältester Beleg jüdischen Lebens in Europa nördlich der Alpen.

Das alles spielt zwar in Köln, ist aber für ganz Deutschland der Anlass, 2021 als Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben" zu begehen. Bundesweit finden zahlreichen Veranstaltungen statt, Höhepunkt soll im Herbst das größte Laubhüttenfest der Welt "Sukkot XXL" vom 20. bis zum 27. September sein.

Hörspiel

Rahel, damit Sie mich kennen © rbb/Birgit Beßler
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10-teiliger Podcast zum 250. Geburtstag von Rahel Levin Varnhagen - Rahel, damit Sie mich kennen

Rahel Levin Varnhagen von Ense – ihren Zeitgenossen galt sie als "geistreichste Frau des Universums". In ihrem Salon verkehrt das Who is who von 1800. Anspruchsvoll ist sie und emanzipiert. Als sie vor 250 Jahren in Berlin zur Welt kommt, regiert in Preußen noch Friedrich II. Als Teenager erlebt sie von ferne die Französische Revolution, als 35-Jährige hautnah den Einmarsch Napoleons durch das Brandenburger Tor. Ihr bewegtes Leben war geprägt von historischen Umbrüchen, von Freundschaften und der Suche nach der großen Liebe und nicht zuletzt von dem Umstand, dass sie Jüdin war. Frau und Jüdin – genug, um ein Leben lang um Anerkennung kämpfen zu müssen.

Adolf Eichmann, am ersten Prozesstag vor dem Bezirksgericht, Jerusalem 1961; © dpa/archive/ef
dpa/archive/ef

Zum 60. Jahrestag des Prozessbeginns - Adolf Eichmann: Ein Hörprozess

Dieses Bild ging um die Welt: Adolf Eichmann, Organisator der Deportationen zur Vernichtung der europäischen Juden während der NS-Zeit, sitzt in einer gläsernen Kabine und hört über Kopfhörer die Simultanübersetzung der Anklage durch das Jerusalemer Bezirksgericht. Zeuginnen und Zeugen aus den Ghettos und aus den Todes- und Arbeitslagern berichten vom Alltag der Verfolgung und Vernichtung. Eine neue, nunmehr ausgesprochene Erzählung der Shoa brach sich Bahn. Das dokumentarische Hörspiel erzählt die Geschichte dieses Prozesses – aus Sicht der Radiomacher beim damaligen öffentlich-rechtlichen israelischen Rundfunk "Kol Israel".

Sprache als Lebensgefühl

Jüdische Redewendungen

Jüdisches Leben aktuell

Marina Weisband © picture alliance / Eventpress Stauffenberg
picture alliance / Eventpress Stauffenberg

Zur Rede im Bundestag am Holocaust-Gedenktag - Marina Weisband: "Ich will erklären, was die Shoah für uns Enkel ganz persönlich bedeutet"

Sie war der Star der Piratenpartei, die sie 2015 dann verlassen hat. Seit 2018 ist sie Mitglied der Grünen: Marina Weisband, geboren in Kiew, kam mit sechs Jahren nach Deutschland, sie ist bekennende Jüdin und setzt sich seit Jahren gegen Nationalismus und Rechtsextremismus ein. Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, hält sie im Bundestag eine Rede. Peter Claus spricht mit ihr über die Grenzen von Toleranz, die Gefahr des wachsenden Nationalismus und darüber, wie Schüler*innen Demokraten werden können.

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Der Zweite Gedanke

Musik

Jascha Nemtsov; © Rut Sigurdardóttir
Rut Sigurdardóttir

Kirsten Dietrich im Gespräch mit dem Pianisten Jascha Nemtsov - Musik als Konstante

Mit 30 musste sich Jascha Nemtsov als Musiker noch einmal neu erfinden. Vorher lebte der Sohn einer jüdischen Familie in Russland. Der Vater war als Gefangener im sibirischen Straflager gewesen. Sohn Jascha war zwar als Pianist ausgebildet, konnte aber von einer Karriere als Solist nur träumen. 1992 wandert die Familie nach Deutschland aus. Seitdem widmet Jascha Nemtsov sein Leben ganz der Musik. Neuanfänge und Konstanten – auch das gehört zu "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".

Essen

Hamantaschen; © rbbKultur
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2 min

"Vom Herzen in die Hände" - Hamantaschen zum Purimfest

Challah Prince bäckt Hamantaschen – traditionelles Gebäck zum jüdischen Freudenfest Purim

Religion

Auschwitz und ich © rbb
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Eine Geschichte des Überlebens - Auschwitz und Ich

Am 27. Januar 2020 ist der 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Weil immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus erster Hand berichten können, ändert sich die Gedenkkultur. Eine wichtige Stellung hat dabei neben der historischen Forschung die Kunst. Die Webseite "Auschwitz und Ich" nimmt die Bilder des Auschwitz-Überlebenden David Olère zum Ausgangspunkt, um zu fragen "Was kann jede*r Einzelne tun?" - damit die Opfer in Erinnerung bleiben und sich die Geschichte nicht wiederholt.

Einfahrtschranke Auschwitz - picture alliance/Franck Dubray/MAXPPP/dpa
picture alliance/Franck Dubray/MAXPPP/dpa

Auschwitz und Ich - Was kann jede*r Einzelne tun?

Was kann jede*r Einzelne tun, dass sich die Shoah niemals wiederholt? Diese Frage haben wir allen Gesprächspartnern, Zeitzeugen, Künstlern, Politikern, Jugendlichen und Mitarbeitern der Gedenkstätten gestellt. 

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