Diana Sandler und ihr Sohn Michael; © rbb/Larissa Mass
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Diana Sandler, Brandenburgs Antisemitismusbeauftragte - "Wir kochen nur koscher!"

Als Diana Sandler vor 26 Jahren aus der Ukraine nach Deutschland kam, war ihr Sohn Michael nur wenige Monate alt. Für die Mutter war das ein Neuanfang, nicht nur persönlich.

Diana Sandler gründete die jüdische Gemeinde im Barnim neu und engagiert sich seit jeher gegen Antisemitismus und für die Vermittlung jüdischer Kultur. Heute ist Diana Sandler Brandenburgs Antisemitismusbeauftragte. Zum Alltag der Familie Sandler gehört auch koscheres Essen. Das heißt zum Beispiel, dass Fleisch- und Milchprodukte getrennt voneinander gelagert, verarbeitet und gegessen werden sollen. Das ist der Fall bei Aladiki, einer Form des Eierkuchens.

Neben ihrem Sohn Michael hat Diana Sandler noch zwei weitere Söhne. Alle drei hat sie in der jüdischen Tradition aufwachsen lassen, unter anderem mit dem wöchentlichen Shabbat. Genau wie seine Mutter, hat der 26-jährige Michael das Ziel, seine jüdischen Werte weiterzugeben. Zusammen mit anderen Gemeindemitgliedern engagiert er sich ehrenamtlich und klärt in Seminaren über den Glauben auf: "Wenn man jüdisch ist, dann denkt man nicht darüber nach, was an einem jüdisch ist. In mir tummelt sich die sowjetische, jüdische Mentalität aber auch die deutsche, weil ich hier aufgewachsen bin."

Es gehört zu seinem Alltag, drei Mal am Tag zu beten, entweder mit einem Rabbiner oder für sich allein. Trotzdem hat er sich gegen das Tragen der Kippa in der Öffentlichkeit entschieden, aus Angst vor den Reaktionen. Für viele Juden in Brandenburg sei es schwer, mit ihrem Glauben offen umzugehen – selbst für die Antisemitismusbeauftragte Diana Sandler, die durch ihr Amt in der Öffentlichkeit steht. Daher möchte sie in ihrer Gemeinde Stolz und Zusammenhalt fördern.

Besonders wichtig seien dafür auch die Feiertage, wie das bevorstehende Lichterfest Chanukka: "Das ist ein Fest, das zeigt, wir überleben. Und Juden müssen die Feste feiern, damit sie ihre Geschichte nicht vergessen."

Ein Beitrag von Larissa Mass

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