Edith Peritz © rbbKultur
Bild: Download (mp3, 34 MB)

Clever Girls | 27.09.2020 - Edith Peritz

Zusammen sind wir stärker - eine Pionierin in der Kunst des Netzwerkens
*1887 bis †1985 in New York

"Die Feministin mit dem Skalpell", so nennt eine Biografin die Medizinerin Edith Peritz. 1928 eröffnet sie in Berlin-Charlottenburg die erste Praxis für Ästhetische Chirurgie. Die damals neue Methode des minimalinvasiven Faceliftings lässt sie sich in Paris bei der Koryphäe Suzanne Noël beibringen. Und noch etwas anderes schaut sich Edith Peritz von ihrem französischen Vorbild ab: die Vernetzung berufstätiger Frauen.

1930 gründet sie den ersten deutschen Soroptimisten-Club in Berlin, zu den Mitgliedern zählen Berühmtheiten wie die Schauspielerin Tilla Durieux oder die Autorin Gabriele Tergit. Daneben engagiert sich die Schönheitschirurgin im Bund Deutscher Ärztinnen. 1933 wird Edith Peritz als Jüdin die Kassenzulassung entzogen. Sie flieht in die USA und baut sich dort in zähen Kämpfen ein neues Leben als Chirurgin auf.

Porträt von Felicitas von Aretin.

Unsere Studiogäste:
Dr. Renate Schulz-Rath, Präsidentin Soroptimist International Club Berlin
Christiane Brandes-Visbeck, Autorin

Buchempfehlung:
Christiane Brandes-Visbeck
Netzwerk schlägt Hierarchie: Neue Führung mit Digital Leadership
Redline Verlag, 24,99 Euro

Felicitas von Aretin:
Mit Wagemut und Wissensdurst - Die ersten Frauen in Universitäten und Berufen
Elisabeth Sandmann Verlag, 24,95 Euro

Renate Schulz-Rath (© privat) und Christiane Brandes-Visbeck (© Rika Anscheit)
Bild: privat | Rika Anscheit

Als ich in den Club eingetreten bin, wollte ich mal was anderes hören, als immer nur medizinische Themen.

Dr. Renate Schulz-Rath

80% meiner Tätigkeiten wären ohne Netzwerke nicht zustande gekommen.

Christiane Brandes-Visbeck

Podcast hören | abonnieren

Podcast | Clever Girls © rbbKultur
rbbKultur

- Clever Girls – rebellisch, feministisch, wegweisend

In 13 Podcast-Folgen stellen wir Berlinerinnen vor, die das Zeug zum feministischen Role Model haben. Starke Frauen aus der Geschichte der Hauptstadt treffen auf Politikerinnen, Gender-Aktivistinnen und Künstlerinnen von heute. Denn die letzten 100 Jahre zeigen: Gleichberechtigung gibt es nicht geschenkt.

Mehr zum Thema

Berlinerinnen

Clever Girls – rebellisch, feministisch, wegweisend - Berühmte Berlinerinnen

Berlin wäre ohne Frauen nie zu dem geworden, was es heute ist: innovativ, kreativ, weltoffen und sehr politisch. Ohne sie gäbe es keinen Bären auf der Berlinale, denn die Skulptur stammt von einer Frau. Der Zoo hätte nach dem 2. Weltkrieg nie durchstarten können, wenn es nicht diese erste Direktorin gegeben hätte, die den Bären ein neues Dach über dem Kopf verschaffte. Die erste Fliegerin über den Dächern der Stadt? War natürlich auch eine Berlinerin. Die Namen von Katharina Heinroth, Renée Sintenis oder Melli Beese fehlen im kulturellen Gedächtnis der Stadt, dabei sind sie keineswegs Geschichte, sondern beeindruckende Role Models für junge Frauen heute.

Download (mp3, 977 KB)