Spinat-Blatt, Nahaufnahme
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Geschmackssache - Früher Schrecken aller Kinder, heute Superfood: Spinat

Wahrscheinlich haben viele von uns früher Spinat gehasst. Obwohl es klar war, dass dieses etwas bittere Gemüse den Kindergeschmack selten traf, bekamen es viele aufgetischt, im Glauben, dass es Unmengen an Eisen enthielte. Dabei musste sogar Comic-Matrose Popeye helfen. Heute wissen wir, dass der Eisengehalt bei weitem überschätzt wurde, dennoch gilt Spinat als gesund und ist zumindest bei Erwachsenen - sehr beliebt.

Kinder, die Spinat mögen, gab es früher wahrscheinlich auch selten. So hatte jemand den Einfall, eine Comicfigur - Popeye, vor 90 Jahren erfunden -  sollte den Jüngeren das Gemüse schmackhaft machen. Dass eine einzige Dose Spinat ausreichte, damit sich Popeyes Kräfte verzehnfachten, hat Generationen von Kindern beeindruckt.

Zu solchen einfachen Wundermitteln würden bestimmt Body Builder gerne greifen, anstatt zu teuren und ungesunden Anabolika. Ob die Konservenindustrie bei der Erfindung des spinatessenden Matrosen mitgespielt hat, lässt sich schwer beantworten. Tatsache ist, dass der Verbrauch von Spinat durch die Comics so sehr zunahm, dass US-amerikanische Bauern in verschiedenen Anbauregionen Popeye-Denkmäler und Museen errichtet haben.

Wenig Eisen, aber viel Aroma

Spinat sei extrem reich an Eisen, glaubten die Menschen damals. Der bemessene Gehalt bezog sich aber wahrscheinlich auf die Trockenmasse. Auch wurde nicht berücksichtigt, dass die im Spinat enthaltenen Oxalate die Aufnahme von Eisen erschweren – von Kalzium allerdings auch,  weswegen Menschen mit Nieren- oder Knochenproblemen nur moderat davon essen sollten.

Spinat enthält aber auch viele Vitamine, vorausgesetzt, er wird frisch und roh gegessen, im Salat, und nicht zu Matsch zerkocht. Sonst lohnt sich eher, gleich zu Tiefkühlspinat zu greifen, vor allem für Füllungen, Quiches, Ravioli und Knödel. Damit bleibt auch der Frust erspart, dass vom mühsam geputzten Spinat im Topf ungefähr ein Zehntel übrig bleibt. Frischer Spinat ist aber viel aromatischer als tiefgefrorener.

Nicht gefährlicher als Wein und Bier

Immer wieder heißt es, Spinat wieder aufwärmen sei gefährlich. Das stimmt nur bedingt. Wenn der gegarte Spinat zwischendurch gut verschlossen und kühl aufbewahrt und dann nur einmal wieder aufgewärmt wird, dann ist er unbedenklich.

Anders ist es, wenn das Gemüse ewig lange warmgehalten wird, wie in Kantinen üblich. Bakterien verwandeln dann die Nitrate, die Spinat enthält und an sich gar nicht schädlich sind, in Nitrite, die vor allem für Kleinkinder gefährlich sind. Erwachsene können das aber verkraften, so wie viele andere ungesunde Dinge, wenn sie nicht täglich gegessen werden – ein Beispiel dafür ist Alkohol!

Elisabeth Gaddoni, kulturradio  

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