Vegane Küche – Restaurant Kopps © Matteo Carassale
Bild: Matteo Carassale

Geschmackssache - "Kopps" - vegane Kueche in Berlin Mitte

Bewertung:

Raffiniert vegan kochen, und dies ausgerechnet im Winter, wenn das Angebot an regionalem Obst und Gemüse nicht gerade üppig ist, kann das eine Herausforderung sein. Das "Kopp" in Berlin-Mitte bietet vegane gehobene Küche an, die perfektes Handwerk vorweist, aber geschmacklich nicht ganz überzeugt.

Seit 2011 gibt es das "Kopp" schon, allerdings stand das Lokal lange für eine vegane Küche, die versuchte, den Geschmack vom Fleisch nachzuahmen. Ende letzten Jahres kam die Kehrtwende: selbstbewusste und gekonnte vegane Gourmetküche steht beim neuen Küchenteam auf dem Plan, mit hochqualitativen Zutaten von regionalen Biohöfen und mit dem Handwerk der gehobenen Küche.

Verschiedenen Formen und Konsistenzen

Wer kein mehrgängiges Menü mit Weinbegleitung möchte, kann aus der Abendkarte einzelne Gerichte bestellen. Bei der Vorspeise, - getrüffeltes Selleriepüree auf in Riesling gegartem Sauerkraut, mit etwas Birne getoppt, kamen im Glas in angenehmer Weise milde, saure und erdige Noten zusammen. Die Hauptgerichte, Rosenkohl mit Steckrübe, Pilzen, Amaranth und Soja das eine, Topinambur mit Kerbelknolle, Linsen, Quitte, Sauerkirsche und Walnuss das andere, beeindruckten erstmal aufgrund der langen Erklärung, die Kellnerin und Kellner vortrugen, um der Komplexität der Gerichte gerecht zu werden. Einige der Zutaten, wie Steckrübe und Topinambur, kamen in verschiedenen Formen und Konsistenzen vor: als Creme, als gebratenes oder mariniertes Stück oder als knusprige Spalte, inmitten von Tupfern und Kleksen von Pilzschaum, Mandelmilch, Pflaumen- oder Sauerkirschsauce, und mit einzelnen Sojasprossen oder Kerbelblättchen geschmückt. Für knusprige Akzente sorgten gepuffter Amaranth, gehackte Nüsse, Papadamia-Chips und frittierte Brotecken.

Sicheres Handwerk, unschlüssiger Geschmack

Geschmacklich waren beide Gerichte dennoch nicht ganz überzeugend. So sehr die einzelnen Zutaten auch bearbeitet wurden, wirkten sie eher fade und kaum geeignet, ein Zusammenspiel der Aromen zu erzeugen. Vielleicht wurden zu ähnliche und zu milde Zutaten kombiniert, und die wenigen säuerlichen Noten reichten nicht aus, um das Gericht interessanter zu machen. Ebenso schmeckten die kostbaren Herbsttrompeten und Steinpilze, ob geschnitten oder zu Schaum und Sauce verarbeitet, nicht sehr intensiv. Das Dessert war zwar gut - geschmorte, aber bissfeste Mini-Birnen, kunstvoll mit Schokolade gefüllt – aber auch ohne Überraschungseffekte. Auch das Auge konnte nicht zufrieden sein. Da das Licht im schönen und geräumigen Lokal sehr schummrig war, musste die Taschenlampenfunktion am Handy abhelfen. Erst dann zeigte sich, dass die Farben der beiden Miniaturlandschaften auf den Tellern zwischen weiß, beige, dunkelrot und braun variierten. Etwas mehr Farbenfreude, mit Hilfe von Kräutern, Chutneys, eingelegtem oder fermentiertem Obst oder Gemüse, hätte der Optik der Gerichte nicht geschadet – und vielleicht auch dem Geschmack.

Elisabetta Gaddoni, rbbKultur

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Take Away © imago images / Sabine Gudath
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Take away © Florian Schuh/dpa
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