Causa, Peru; © imago-images/Douglas Peebles
Bild: imago-images/Douglas Peebles

Kartoffel auf Peruanisch - Causa Rellena

Kartoffeln kommen bei uns so oft auf den Tisch wie kaum ein anderes Lebensmittel, in welcher Form auch immer: ob als Pellkartoffel oder aus dem Ofen, als Pommes oder Püree. Dass Kartoffeln extrem vielseitig sind, zeigen auch Spezialitäten anderer Länder und Kontinente, wie die peruanische "Causa Rellena".

Die Zubereitung ist einfach: Ein kompaktes Kartoffelpüree, mit Olivenöl, Salz, Limette und Chili gewürzt, wird in unendlich vielen Varianten gefüllt. Das ganze kann dann gerollt und in Portionen geschnitten oder als ansprechendes Schichttörtchen geformt werden. Typisch sind Causa mit Mayonnaise, Hühnchen, hartgekochten Eiern und Avocado oder mit Thunfisch, kombiniert mit Tomaten oder Gurkenwürfeln und Kräutern wie Koriander oder Petersilie.

In Peru werden für den Kartoffelbrei runde gelbe und schmackhafte Kartoffeln verwendet, die hier aber schwer zu finden sind: Papas Amarillas. Gut eignen sich mehligkochende Kartoffeln, die statt gekocht schonend gedämpft werden. Da dieses Jahr die Kartoffeln früh reif sind, wird es bald nicht nur Importware, sondern auch regionale Sorten geben. Selbst vorwiegend festkochende Kartoffeln, zum Beispiel die Sorten "Solist" oder "Marabel", sind als Frühkartoffeln manchmal mehlig genug, um sie als Püree zu verarbeiten, ohne das es klebrig wird.

Herzhafte Füllungen für jede Jahreszeit

Wie scharf das Püree abgeschmeckt wird, ist dem eigenen Geschmack überlassen. In Peru soll die Küche im Norden viel schärfer sein als die des Südens. Ajì Amarillo, der orangene Chilipfeffer mit dem fruchtigen Pfirsicharoma, der traditionell zum Würzen des Kartoffelbreis verwendet wird, findet man bei uns nur als Paste. Ersatzweise sorgt eine Prise Chilipulver für die nötige Schärfe.

Bei den Füllungen gibt es viele Varianten, je nach Region und Saison. Aber das Rezept kann jeder nach dem eigenen Geschmack abwandeln: mit gebratenen Pilzen und Broccoli, mit gegrillten Paprikas und schwarzen Oliven oder auch mit Roter Bete und Matjes. Mayonnaise kann auch mit Saurer Sahne ersetzt werden. Alles, was gut mit dem Geschmack von Kartoffeln harmoniert, kommt als Causa-Füllung in Frage.

Für uns könnte ein Aperitif im Freien als Anlass ausreichen, um so etwas auszuprobieren. Causa wird kalt oder bei Zimmertemperatur serviert, auch wegen der Mayonnaise, sie kann aber auch leicht aufgewärmt serviert werden. Die Törtchen können mundgerecht portioniert werden, in Sushi-Format, als "Causushi". Das machen in Peru viele Köche, da im Land schon immer der Einfluss der japanischen Küche eine Rolle spielt.

Essen "für die Sache"

Für den Namen dieses Gerichtes gibt es zwei Erklärungen. Die einen behaupten, Kausay sei ein Wort aus der Quechua-Sprache der Indios aus der Andenregion, ein Wort, das "Leben" bedeutet. Das würde zeigen, welchen hohen Stellenwert die Kartoffel schon immer bei den indigenen Völkern hatte.

Die andere Erklärung reicht nicht ganz so weit zurück, sondern nur bis zum 19. Jahrhundert, und zwar zu den Kriegen, die Peru jeweils gegen Spanien, für die Unabhängigkeit, und viel später gegen Chile führte. Wie immer in Kriegszeiten gab es wenig zu essen, aber Kartoffeln und Hühnerfleisch gab es noch. So sollen Frauen in Lima aus den letzten Zutaten diesen gefüllten Kartoffelbrei zubereitet haben, und ihn "para la causa" Soldaten angeboten oder verkauft haben. "Para la causa" ("für die Sache") – in diesem Fall für die Unabhängigkeit oder den Sieg. So könnte der Name entstanden sein. Jedenfalls gehört die Causa Limeña in Peru noch heute als Pflichtgericht zu den Unabhängigkeitsfeiern.

Elisabetta Gaddoni, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Salzzitronen; © Elisabetta Gaddoni
Elisabetta Gaddoni

Geschmackssache - Ein Hauch von Orient: Salzzitronen

Zitronen und Salz: abgesehen vom Rand am Tequila-Glas stellt man sich die säuerlich-herbe Kombination als nicht besonders angenehm vor. In Salz eingelegte Zitronen sind auch in kleine Mengen zu genießen: als Aromageber, in kleine Stücke geschnitten, verfeinern sie traditionelle Gerichte der marokkanischen Küche mit Hühner- oder Lammfleisch und Gemüse, die in der Tajine geschmort werden. Ihre frische, aber auch leicht bittere Note passt aber zu allen Gerichten, die von der Säure und dem Aroma von Zitronen profitieren - wie Bouletten, Fisch, Pasta und Risotto, Salate, Saucen, Brotaufstriche und sogar Cocktails!

Download (mp3, 4 MB)
Take Away © imago images / Sabine Gudath
imago images / Sabine Gudath

Geschmackssache - Take Away ohne Verpackungsmüll

Restaurantbesuche sind zurzeit nicht erlaubt, aber viele Lokale bieten Essen zum Mitnehmen an oder liefern Gerichte direkt nach Hause: eine angenehme Abwechslung für die, die müde sind, jeden Abend selbst am Herd zu stehen. Eine unökologische und unästhetische Folge ist die Verpackung - von Styropor- und Aluschalen bis Plastikboxen und Pizza-Kartons. Zu Einwegbehältern gibt es aber mittlerweile nachhaltige Alternativen, wie Pfand- oder Leihsysteme, die Essen zum Mitnehmen auch viel ansehnlicher machen.

Take away © Florian Schuh/dpa
Florian Schuh/dpa

Geschmackssache - Sonne auf dem Teller: Take Away-Tipps

Zur Faszination der italienischen Küche gehört, dass man mit ihrer Hilfe ein wenig in den Hintergrund schieben kann, dass die Nächte nun lang sind, die Tage kurz und die Sonne sich selten am Himmel zeigt. Quasi als Entschädigung halten mediterrane Gerichte die Erinnerung an die frischen des Sommers wach und lenken die Gedanken in jene südlichen Gefilde, aus denen sie stammen. Und trotz geschlossener Restaurants müssen wir nicht auf sommerliche Pasta und Saucen verzichten ...