Restaurant Gartenküche © Elisabetta Gaddoni
Bild: Elisabetta Gaddoni

Im Grünen essen in Berlin-Wilhelmsruh - "Restaurant Gartenküche"

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Am nördlichen Ende der Schönholzer Heide lockt das Gartenrestaurant mit seiner eleganten deutsch-regional-mediterranen Küche und der idyllischen Lage am Waldrand, ohne Autoverkehr aber mit guter S-Bahn-Anbindung.

Seit Ende letzten Jahres soll es die "Gartenküche" schon geben. Davon war in der Öffentlichkeit nicht viel zu hören. Wahrscheinlich wurde für die Eröffnung die Werbetrommel nicht so gerührt wie mittlerweile üblich für die Restaurants der Innenstadt. Mit dem Covid-Alarm kam es ohnehin zu einer langen Zwangspause.

Die kleine und feine Location am Waldrand mit Gartenterrasse, unweit vom Sowjetischen Ehrenmal, soll früher eine heruntergekommene Pinte gewesen sein. Die Betreiber, beide Profiköche, waren früher an gehobenen Adressen der Berliner Gastronomie tätig, u. a. in der "Eselin von A.", und legen wohl viel Wert auf die Frische der Zutaten. So wachsen im Gemüsegarten auf der Rückseite des Gebäudes viele Gemüsesorten, die erntefrisch in der Küche verwendet werden.

Frische Zutaten, raffinierte Komposition

Dies erklärt auch den Restaurantnamen. Frische Produkte, fachkundig zubereitet und elegant angerichtet, mit kleinen raffinierten Akzenten, aber ohne komplizierte Kombinationen, Schäumchen und andere Spezialeffekte. Klar und essentiell mutet die Küche an, die Gerichte von deutsch-regional bis mediterran anbietet. Die Karte ist nicht klein, dennoch überschaubar, wobei Tagesgerichte je nach Verfügbarkeit der Produkte angepasst werden.

Die gemischten Vorspeisen waren auf einer großen Fliese drapiert: gegrilltes Gemüse, Parmaschinken, etwas Vitello Tonnato - zarte Kalbsscheiben mit Thunfisch- und Kapernsauce - und etwas Carpaccio - dünne Scheiben vom Hirsch, etwas fade im Geschmack. Ziegenkäsecremetupfer und essbare Blüten schmückten das Gericht, leider pauschal mit zu viel Rucolasalat bestreut, einem zu dominanten Kraut, um alles begleiten zu können.

Restaurant Gartenküche © Elisabetta Gaddoni
Bild: Elisabetta Gaddoni

Baumspinat und Orangenverbene

Andere Gerichte waren viel gelungener. Der hausgeräucherte Lachs, zum Beispiel, begleitet von Gurkenstreifen, Sauerklee, einem Klecks Aioli-Creme und fermentiertem Zitronenpfeffer, war mild und butterweich. Auch der Steinbutt, als Hauptgericht mit hervorragendem Baumspinat serviert, hatte eine perfekte Konsistenz, und das Fleisch - Zweierlei vom Rind, mit Serviettenknödel und einem Nest aus knusprigem Kohl angerichtet -, war sehr zart und schmackhaft. Die köstlichen Desserts waren der ideale Abschluss, insbesondere das Törtchen aus weißer Schokolade mit Orangenverbene, Cassis-Sorbet und einer kleinen Passionsfruchtpraline: geschmacklich perfekt komponiert, sommerlich fruchtig und optisch ansprechend.

Nicht mehr lange Geheimtipp

Auch die Weine auf der Karte laden zum langen Verweilen ein: Sie kommen von ausgewählten Weingütern aus Deutschland, Österreich und Italien und sind vom Preis her für die Qualität eher günstig. Am Ende ist die Rechnung insgesamt nicht viel höher als in einer etwas besseren Pizzeria. Es war daher erstaunlich, dass das Lokal an dem lauen Sonntagabend nicht ausgebucht war. Möglicherweise liegt es an der Ferienzeit, oder vielleicht ist die "Gartenküche" noch nicht richtig bekannt.

Dies wäre vielleicht gut für uns, aber sicher nicht für das Lokal, denn das Gastronomiegeschäft ist jetzt in Corona-Zeiten besonders hart. Besser wäre daher, wenn genügend Menschen dahin finden würden, so dass der "Gartenküche" eine gute Grundlage gesichert ist. Denn selbst wenn das eine oder andere kleine Details nicht ganz stimmig waren, sorgen die dennoch sehr gute Küche, die idyllische Lage am Waldrand und die freundliche, angenehme Stimmung für ein sehr schönes Erlebnis.

Elisabetta Gaddoni, rbbKultur

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