Esskastanien rösten in einer Pfanne über dem Feuer; © imago/imagebroker
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Rezepte mit Esskastanien - Maronen: Grüße aus dem Süden

Esskastanien sind in Italien ein Kult. Während sich im Süden Europas die Menschen über die Maronenzeit freuen, ist das hierzulande kein Thema, zumal bei uns keine Esskastanien wachsen und Importware oft von enttäuschender Qualität ist. Elisabetta Gaddoni hat sich auf die Suchen nach Menschen gemacht, die mit ihr die Begeisterung für diese Frucht teilen. Im Obst-, Gemüse- und Feinkostladen "Schwarze Olive" in Berlin-Kreuzberg ist sie fündig geworden.

Es gibt in Deutschland nicht nur einen Weißwurst-Äquator. Es gibt auch eine Linie, oberhalb der keine Edelkastanien mehr wachsen, weil sie frostempfindlich sind. Maronen gedeihen vor allem in der Pfalz, am Rhein entlang. Das ist wahrscheinlich den alten Römern zu verdanken: Sie sollen dort die Esskastanie eingeführt haben, zusammen mit dem Wein. Kein Wunder also, dass Maronen dort eine viel größere Rolle spielen als hier, wo sie nur Importware sind: aus Frankreich, Italien oder der Türkei.

Geschmacksprobe

Welche besser schmecken, das frage ich zwei Experten, die die Angelegenheit völlig sachlich betrachten: Banu und Mustafa Sürücu, Inhaber des Obst-, Gemüse- und Feinkostgeschäfts "Schwarze Olive" in Berlin-Kreuzberg.

Egal welche Herkunft: Ihr Tipp ist, vor dem Einkauf eine Kastanie zu halbieren, zu schauen, ob sie weiß oder schon gelblich ist und sie einfach zu probieren. Auch an rohen Kastanien lässt sich feststellen, ob sie noch frisch sind oder schon lange in der Kiste liegen. Und vor allem, ob sie süß und angenehm schmecken.

Reife Esskastanien am Baum; © imago-images/Harald Biebel
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Duft durch Röstung

Jedenfalls empfiehlt es sich, erst mal nur eine kleine Menge Maronen zu kaufen und zu kochen oder rösten, um zu prüfen, ob sie süß und nicht von Würmern befallen sind. Wichtig ist auch, vor dem Rösten die Kastanien seitlich zu ritzen, damit sie im Ofen nicht platzen! Auch nützlich: die eingeritzten Maronen vor dem Rösten zwei Stunden in Wasser liegen zu lassen. Nach dem Rösten wird es leichter sein, die innere Haut zu entfernen.

Kastanien können auch in Wasser gegart werden, zum Beispiel um Marmeladen oder Maronencreme herzustellen. Aber besonders zur Geltung kommt der Duft der Maronen, wenn man sie röstet: Manchmal ist dieser sogar noch viel besser als der Geschmack selbst.

Grund genug, dieses Erlebnis bei sich zu Hause zu genießen, wenn der Duft frisch gerösteter Kastanien auf Straßen und Plätzen kaum zu finden ist. Ein normaler Ofen reicht völlig aus.

Elisabetta Gaddoni, rbbKultur

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