Spaghettikürbis mit Tomatensoße und Parmesan; © dpa/Joe Keller
Bild: dpa/Joe Keller

Geschmackssache - Spaghettikürbis: Mehr als nur ein Hingucker

Kürbis ist nicht gleich Kürbis. Die Laune der Natur hat unzählig viele Sorten hervorgebracht, von länglich, schlangen- oder flaschenförmig bis rund, von zierlich klein bis riesig, von weiß, gelblich-grün bis dunkelorange und braun. Man sieht sie zurzeit überall, aber eine Sorte ist nicht so leicht zu finden: Spaghettikürbisse gibt es meist nur in gut sortierten Bioläden oder Supermärkten. Das Besondere: Ihr Fruchtfleisch sieht, einmal gegart, wie Spaghetti aus.

Muskatkürbis, Hokkaido oder Butternut kann man überall kaufen. Das sind die Kürbissorten, die alle kennen und die zugegeben besonders gut schmecken. Für Spaghettikürbisse muss man hingegen lange suchen, selbst wenn diese Sorte zurzeit als der letzte Schrei in Sachen Low Carb gilt: Mit wenig Kalorien und jede Menge Vitaminen und Mineralien wird der "Spaghetti-Squash" quasi als Superfood gefeiert.

Kürbis mit Erlebnis-Faktor

Schon aufgrund meiner Herkunft macht mich diese Bezeichnung neugierig: Spaghetti in einem Kürbis? Kein Wunder, dass diese Züchtung aus China und Japan stammt. Ländern, in denen Nudeln lange Tradition und hohes Ansehen genießen. Die Vielseitigkeit dieser Frucht überrascht nicht, da vom Kürbis ja alles verwertet wird. Bei der Sorte Hokkaido isst man sogar die Schale, aus den Samen wird Öl gepresst, und wenn nicht, kann man sie salzen, rösten und als Snack essen. Allerdings ist das Knacken der Schale mit den Vorderzähnen und das Extrahieren der Kerne mit der Zungenspitze eine Kunst, die eher Südländer beherrschen.

Spaghettikürbisse sind ohne Zweifel eine interessante Laune der Natur. Aber wie sind Geschmack und Konsistenz? Lohnt sich die etwas aufwändige Zubereitung?

Spaghettikürbisse (); © dpa/D. Maehrmann
Bild: dpa/D. Maehrmann

Mild und frisch

Sie lohnt sich schon wegen des Erlebnisses: Einmal den Kürbis im Ofen gebacken, kann man mit der Gabel das Fruchtfleisch aus der Schale lösen und beobachten, wie sie lange, gelbe Fäden bildet, die tatsächlich wie Spaghetti aussehen – der zumindest wie Miracoli. Die ganz feinen vielleicht eher wie Sauerkraut, mit Curcuma gefärbt. Ihr Geschmack ist eher mild, frisch, aber weitaus weniger aromatisch als andere Kürbissorten.

Hier gilt es, kräftig zu würzen: mit Butter, Parmesan, schwarzem Pfeffer und frittierten Salbeiblättern. Oder alternativ mit Olivenöl, Salz, Petersilie und Anchovis-Stückchen. Asiatisch ähnlich wie Reisnudelsalate gewürzt, oder von einer Frankfurter Grünen Sauce begleitet. Die Gesellschaft von gebratenen Steinpilzen oder knusprigen Pancetta-Streifen würden ihnen auch bekommen.

Sie wären zwar nicht mehr so arm an Kalorien, aber immerhin noch frei von Kohlenhydraten – und somit eine gute Alternative zu den Bandnudeln, die hierzulande häufig als Beilage Geschnetzeltes, Gulasch & Co. begleiten.

Elisabetta Gaddoni, rbbKultur

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