Popcorn im Glas © Elisabetta Gaddoni
Bild: Elisabetta Gaddoni

Geschmackssache - Popcorn für Gourmets

Popcorn gilt allgemein als anspruchslose Nascherei für Kino oder Kindergeburtstage. Aus gepufften Maiskörnern kann aber auch etwas Besonderes werden, wenn sie ausgefallen gewürzt werden - jenseits von Zucker und Karamell. Mit Madras-Curry, fein gemahlenem Piment d'Espellette oder auch mit Rosmarin und Parmesan schmeckt Popcorn ungewöhnlich und bringt in Cremesuppen, Salaten und überbackenen Gerichten würzige und knusprige Noten.

Popcorn ist seit eh und je der Inbegriff des US-amerikanischen 0-8-15-Snacks. Etwas, was Menschen à la Homer Simpson zwanghaft vor dem Fernsehen knabbern, sogar im Schlaf. Dabei sind gepuffte Maiskörner in uralten Gräbern in Mexiko und Peru gefunden worden. Sie wurden den Toten als Wegzehrung in den Sarg gelegt.

Wie kam Popcorn zu uns? Kolumbus und Cortés, Amerikas ungebetene Erstbesucher, wunderten sich beide über die gepufften Maiskörner, die bei den Einheimischen Gastgeschenk und Essen für besondere Anlässe waren, und machten sie überall bekannt. In den USA zogen schon Ende 1800 Popcorn-Pferdewagen auf Jahrmärkte, aber nach Europa kam Popcorn erst in den Jahren des Wirtschaftswunders – mit Cola und Hotdogs war es bald der Inbegriff des American Style.

Tröstender Ersatz für den Kinobesuch

Popcorn wird heutzutage vor allem eimerweise in Kinos verkauft, wo es aufgrund des ekligen Imbissbudengeruchs und der störenden Rassel- und Kaugeräuschen der Platznachbarn den Filmgenuss verdirbt. Aber bei den vielen Fernsehabenden, die uns in dieser Zeit bevorstehen, könnte man sogar Sehnsucht nach Popcorn bekommen - als Ersatz für den Kinobesuch! Zumal der Anblick der schneeweißen Flocken immer spannend ist, so wie auch die Pyrotechnikgeräuschen im Topf.

Knuspriges Topping für viele Gerichte

So lohnt es sich, Popcorn mit anderen Augen zu sehen und ganz anders als sonst zu würzen. Mit Madras Curry zum Beispiel oder mit fein gemahlenem Piment d’Espellette, mit Rosmarinpulver und geriebenem Parmesan.

Mit einer Küchen-Sprayflasche könnten wir sogar Balsamico, Teriyaki-Sauce, Honig-Senf-Emulsion oder ganz luxuriös Trüffelöl als feinen Nebel darauf sprühen. Sollte das Popcorn dann etwas weich werden, hilft es, die Maisflocken zehn Minuten in den heißen Ofen zu geben, damit sie wieder knusprig werden.

Knuspriges, würziges Popcorn kann als ungewöhnliche Zutat Gerichte interessanter machen: Auf Cremesuppen oder in Salaten, als Deko für Crostini mit cremigem Belag, so wie als Crumble für überbackene Gerichte. Natürlich kann es auch einfach so vor dem Fernseher geknabbert werden – aber nicht im Schlaf, wie bei Homer Simpson. Das wäre viel zu schade.

Elisabetta Gaddoni, rbbKultur

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