Bratapfelkuchen © Güldane Altekrüger
Güldane Altekrüger
Bild: Güldane Altekrüger

Geschmackssache - Wolkenleicht backen

Advent ist eine sehr kalorienreiche Zeit, deren Folgen sich spätestens Anfang Januar auf der Waage bemerkbar machen. Eine Backbuchautorin aus Hamburg meint aber, es sei möglich, mit Brot und Kuchen abzunehmen. Güldane Altekrüger hat lange experimentiert und Rezepte entwickelt, die Brot, Kuchen und Gebäck leichter und kalorienarmer machen, ohne auf Genuss und Geschmack zu verzichten.

"Abnehmen mit Brot und Kuchen" lautet ihr Motto. In kurzer Zeit ist Güldane Altekrüger in den sozialen Medien ein Phänomen geworden, mit drei Backbüchern, die zu Bestsellern geworden sind.

"Advent Advent, der Magen brennt": so könnte es am Ende der Adventszeit lauten, denn die Menge an Keksen, Kuchen und Süßigkeiten aller Art vertragen viele nicht so gut. Andere wiederum machen sich eher über ihr Gewicht Sorgen. Sie wären wahrscheinlich schon froh, wenn sie nicht zunehmen würden, aber die Backbuchautorin Güldane Altekrüger verspricht mit ihren Rezepten sogar, dass es möglich sei, mit Brot und Kuchen abzunehmen.

Das klingt beim ersten Hinhören nicht wirklich überzeugend - aber für die Autorin geht es vor allem darum, den Kaloriengehalt zu reduzieren, ohne dabei auf Getreide zu verzichten. Ihre Herausforderung war es, die richtige Zutatenmischung herauszufinden, um den Brotteig leichter zu machen, ohne auf die vertraute lockere Konsistenz von frischen Brötchen und Broten zu verzichten.

Jenseits von Low Carb

Anstatt Getreide zu verteufeln, mischt Güldane "Dana" Altenkrüger dem Teig Haferkleie, Flohsamenschalen, Magerquark und Eier bei, um Volumen hineinzubringen und die Menge an Mehl entsprechend zu reduzieren. Ballaststoffe und Proteine sind gesund und halten lange satt; Bei der Haferkleie fehlt der Weizenkern, der wiederum Zucker enthalt und den Blutzucker in die Höhe schießen lässt.

Durch das richtige Verhältnis der Zutaten sei es möglich, genau die erwünschte Konsistenz zu erreichen. Da der rohe Teig schwerer und getreidearm ist, reichen Hefe und Sauerteig nicht aus, um den Teig wachsen zu lassen. So greift Güldane zum herkömmlichen Weinsteinbackpulver und verzichtet auf die lange Gärung, die viele heutzutage für absolut notwendig halten, um das Brot verträglicher und schmackhafter zu machen.

Da aber ihre Brote und Brötchen eine eher kleine Menge an Gluten enthalten, seien sie dennoch sehr verträglich, wie viele von Güldanes Follower*innen melden.

Eher fruchtig als süß

Bei Kuchen und Gebäck kommt auch viel Magerquark zum Einsatz. Auf Butter und Pflanzenöl verzichtet Güldane, nur Margarine begegnet man in den Rezepten - allerdings in winzigen Mengen. Für einen geschmeidigen, gebundenen Teig sorgen geriebene Karotten und Äpfel oder gestampften Bananen, die wiederum auch Süße mitbringen und Teil des Zuckers überflüssig machen.

Der Trend, im Kuchen immer weniger Zucker einzusetzen, lässt sich schon seit Jahren beobachten. Oft ist es bei alten Rezepten angebracht, die Zuckermenge zu verringern oder sogar zu halbieren. Nicht allzu süße Kuchen kommen heutzutage gut an, und Menschen, die an Diabetes leiden, profitieren insbesondere von Güldanes zuckerarmen Rezepten.

Medienstar mit Backschürze

Güldane Altekrüger lebt in Hamburg, mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern. Als sie mit ihren Experimenten anfing ging es ihr darum, nach den Schwangerschaften wieder zu ihrem normalen Gewicht zu kommen, ohne auf Genuss und Geschmack zu verzichten. Ohne große Erwartungen fing sie an, ihre Rezepte ins Netz zu stellen - und das Feedback war überwältigend. Mittlerweile hat sie im Eigenverlag drei Backbücher veröffentlicht, die alle zu Bestsellern geworden sind. Mit über 300.000 verkauften Exemplaren hat sie außerdem zahlreiche Medienauftritte hinter sich.

Die "Wölkchenbäckerei", so heißt ihre Marke, ist heute ein Familienbetrieb, der mit seinen Bio-Fertigbackmischungen eine ernsthafte Konkurrenz für Dr. Oetker werden könnte! Ihre wachsende Fangemeinde zeigt jedenfalls, dass ihre gesundheitsbewusste, aber unkomplizierte und genussfreudige Rezepte, den Puls der Zeit getroffen haben. Sie könnten zu einer Inspirationsquelle werden, wenn es in den nächsten Wochen und Monaten noch mehr Zeit für Backexperimente geben wird.

Elisabetta Gaddoni, rbbKultur

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