Hülsenfrüchte; © Elisabetta Gaddoni
Elisabetta Gaddoni
Bild: Elisabetta Gaddoni

Rezepte mit Hülsenfrüchten - Bohnen für die Welt

Hülsenfrüchte galten lange Zeit als Armeleuteessen und sind fast in Vergessenheit geraten. Doch in den letzten Jahren heißt es immer wieder, dass es für unsere Gesundheit und für die Umwelt gut wäre, mehr Hülsenfrüchte und weniger Fleisch zu essen. Elisabeth Berlinghof, Gastrowissenschaftlerin und Food-Aktivistin, setzt sich dafür ein, dass Bohnen, Linsen & Co. wieder einen festen Platz in unserer Küche haben.

Ihre Leidenschaft für Hülsenfrüchte hat Elisabeth Berlinghof während ihres Studiums entwickelt. Sie hat in Italien gastronomische Wissenschaften studiert, bei der internationalen Universität, die die Vereinigung Slow Food vor Jahren im piemontesischen Pollenzo eröffnet hat. Dort wird das Thema Ernährung aus dem Blickpunkt verschiedener Disziplinen betrachtet - von Geschichte, Soziologie und Psychologie bis zu Landwirtschaft und Lebensmittelchemie.

Elisabeth Berlinghof wurde im Studium schnell klar, welche wichtige Rolle Hülsenfrüchte spielen: ob beim Landbau, wegen ihrer Fähigkeit, den Boden zu verbessern, ohne selbst Dünger zu benötigen, oder bei der Ernährung, wegen der wertvollen Nähr- und Ballaststoffe. Vor allem der ökologische Aspekt scheint Hülsenfrüchte bei der jungen Generation wieder interessant zu machen. Das Wissen um die ökologische Krise, in der wir uns befinden und ein neues Bewusstsein für globale Zusammenhänge bringen viele dazu, ihren Fleischkonsum zu überdenken und Hülsenfrüchte als nachhaltige Alternative zu entdecken.

Wunder der Anpassungsfähigkeit

Während sich Getreidesorten wie Weizen, Mais und Reis in bestimmten Kontinenten niedergelassen haben, sind Hülsenfrüchte überall zu Hause und in jeder Esskultur zu finden. Sie sind meist sehr preiswert und lagerfähig, können als Eiweißquelle Fleisch ersetzen und bieten eine enorme Vielfalt an Farben, Formen und Geschmack.

Um zu zeigen, dass der Fantasie im Umgang mit Hülsenfrüchten keine Grenzen gesetzt sind, stellt die Vereinigung Slow Food kostenlos eine Sammlung von 20 Rezepten zur Verfügung - von der Vorspeise bis zum Dessert. Ob traditionell oder kreativ, die Rezepte stammen aus ganz Europa. Slow Food Deutschland beteiligt sich mit anderen 23 Projektpartnern aus elf Ländern am EU-Projekt TRUE, das die Ausweitung des Leguminosenanbaus und -konsums in Europa fördert.

Altes im neuen Gewand

Am 10. Februar, dem Welttag der Hülsenfrüchte, wird Elisabeth Berlinghof in Zusammenarbeit mit Slow Food eine Online-Verkostung von neuen Produkten moderieren, die alle einheimische Hülsenfrüchte als Grundlage haben. Eine entsprechende Box mit den Produkten wird nach Hause geliefert, damit man sie zusammen online probieren und mehr darüber erfahren kann. Die Box, die 35 Euro kostet und noch bis Anfang Februar bestellt werden kann, enthält u.a. Produkte wie Snacks aus gerösteten Ackerbohnen, Kichererbsen im Schokoladenmantel, Linsennudeln und fermentierte Würzmittel wie Tempeh und Miso, die schwarze Bohnen oder Lupinen als Grundlage haben, aber nach traditionellem japanischen Verfahren hergestellt werden.

Elisabetta Gaddoni, rbbKultur

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