Take away © Florian Schuh/dpa
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Mediterrane Küche für zu Hause - Sonne auf dem Teller: Take Away-Tipps

Zur Faszination der italienischen Küche gehört, dass man mit ihrer Hilfe ein wenig in den Hintergrund schieben kann, dass die Nächte nun lang sind, die Tage kurz und die Sonne sich selten am Himmel zeigt. Quasi als Entschädigung halten mediterrane Gerichte die Erinnerung an die frischen des Sommers wach und lenken die Gedanken in jene südlichen Gefilde, aus denen sie stammen. Und trotz geschlossener Restaurants müssen wir nicht auf sommerliche Pasta und Saucen verzichten ...

Wer Melanie Fischers Pasta unbefangen kostet, vermag mitunter sogar Züge seiner ersten beglückenden Begegnung mit einem authentischen italienischen Nudelgericht wieder zu erkennen, diesmal jedoch gelöst von der Augenblicksbefangenheit der ersten Kenntnisnahme.

Täglich frisch hergestellte Pasta

Ihre täglich frisch hergestellten Canelloni mit Ricotta-Mandelfüllung oder mit schwarzen umbrischen Trüffeln mit einer außergewöhnlichen Tomatensoße scheinen geradezu das Bleibende aus dem Flüchtigen herauszuheben.

Die prickelnde Art der Sauce ist von einer Spur Zitronenzeste zugespitzt und schickt einen Strahl Sonne auf den Teller. In Melanie Fischers "PastaWerk" werden diese Speisen, deren Exzellenz die der meisten italienischen Restaurants scheinbar mühelos übertrifft, in Schalen angeboten, die zu Hause nur den viertelstündigen Besuch des Backofens benötigen.

Wer sich seine Sauce lieber selber kocht, findet hier in Rufweite der Yorckbrücken frische Pasta aus Hartweizengrieß in mehreren Formen.

Tomaten als Gemütsaufheller

Es dürfte am heimischen Herd selbst im Sommer gar nicht so einfach sein, die in der "Enoteca Blanck & Weber" im Regal stehenden sizilianischen Tomatensaucen von "Tùdia" (diverse Tomatensaucen Glas 3,90 Euro) zu übertreffen. Insbesondere der Sugo pronto mit Aubergine beziehungsweise der mit Peperoni nähert sich nämlich dem, was man als ideal empfindet.

Wem das noch nicht genug ist, findet im "Frischeparadies" mit dem Sirup "Tomami" aus kalifornischen Tomaten den fruchtigsten Gemütsaufheller, der sich überhaupt denken lässt. Selbst die müdesten Saucen (und auch Salate!) regen sich und werden munter.

Qualitätsgaranten bei "The Good Taste"

Jonathan Kartenberg hatte eine von den Ideen, bei denen man sich unwillkürlich fragt, warum andere nicht schon längst auf sie gekommen sind. Sie besteht in der Zusammenfassung von verschiedenen Restaurants, Bistrots, Bars und anderen Produzenten in einem Lieferdienst. Seit kurzem bietet "The Good Taste" fertige und halbfertige Speisen in Gläsern und Dosen an, die auf einer übersichtlich gestalteten Website bestellt werden können.

Qualitätsgaranten sind bislang die Küchenchefs von "Bob & Thoms", "BRLO Brwhouse", "Lubitsch", "Teig & Füllung", "the NOname", "Weck die Heimat" sowie Kartenbergs eigene Leute aus den von der Kritik mit viel Lob versehenen Lokalen "eins44" und "Irma La Douce".

Einblicke in die kulinarische Zukunft

Aus letzterem stammen ein Wildgulasch mit Pflaumen, eine großartige Bouillabaisse und ein saftiges Poulardenrillette mit Quitte, Gänseschmalz und Olivenöl.

Zubereitungen wie die Kalbfleischleberwurst von "Teig & Füllung", die Gemüsepaste von "Weck die Heimat" oder die Mango-Kokos Konfitüre von "Bob & Thoms" demonstrieren nebenbei, dass die Ungunst der Gegenwart kulinarische Initiativen anzustoßen vermag, die etwas über die kulinarische Zukunft verraten.

Thomas Platt, rbbKultur

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