PU:M - Korean Restaurant © PU:M - Korean Restaurant
PU:M - Korean Restaurant
Bild: PU:M - Korean Restaurant

Authentische koreanische Küche - "PU:M - Korean Restaurant" in Charlottenburg

Bewertung:

Man kennt Kimchi und vielleicht noch Bibimbap, den Reistopf mit Fleisch, Gemüse, Pilzen und einem Ei obenauf. Die dort unerlässliche Chilipaste Gochujang dürfte hierzulande genauso wenig geläufig sein wie die koreanische Küche überhaupt. Die meisten koreanischen Restaurants hierzulande beschränken sich auf ein erweitertes Imbiss-Programm, in dem man die Umrisse dieser Tradition und ihre fachgerechte Vergegenwärtigung schwerlich zu erkennen vermag. Ganz anders das "PU:M" in Berlin-Charlottenburg.

In einem bürgerlichen Wohnviertel am Rande der Charlottenburger Schlossstraße dagegen erfährt man mehr über den Charakter dieser Küche. Dort wirkt im Restaurant "PU:M" seit einiger Zeit eine hochbegabte Köchin, die eine umfangreiche Ausbildung in ihrer Heimat hinter sich hat. He-Ra Hwang wurde sogar in die Geheimnisse der kaiserlichen Hofküche eingeweiht und bemüht sich nach ihrem Umzug in die deutsche Hauptstadt, möglichst gültige Zubereitungen zu bieten.

"Bapsang" - eine häusliche Speisefolge aus Reis, Suppe und verschiedenen Spezialitäten

Das Lokal selber strahlt kaum etwas davon aus; es ist von jener illusionslosen Nüchternheit, die einem dabei hilft, sich ganz auf die Teller zu konzentrieren. Und es sind ihrer viele, die im Rahmen von "Bapsang", einer häuslichen Speisefolge aus Reis, Suppe und verschiedenen Spezialitäten, auf die blanken Tische kommen.

Sie beginnt mit krustig Teigrollen, die mit Algen und Glasnudeln gefüllt sind, auf Sprossen und Kresse gebettet und hauptsächlich von einem unaufdringlichen Frittiergeschmack bestimmt sind. Spezieller wirken die pizzaartigen Pfannkuchen mit Kimchi-Sorten (He-Ra Hwang hat gerade einen Kimchi-Test mit Bravour gewonnen). Dieser entfernte, mit Knoblauch und Chili vergorene Verwandte von Sauerkraut und Cole Slaw, der in seinem Ursprungsland die geachtete Randexistenz etwa einer Gewürzgurke genießt, bereitet die Köchin nicht nur aus Chinakohl zu, sondern auch aus Rettich und Senfblatt.

PU:M - Korean Restaurant © PU:M - Korean Restaurant
Bild: PU:M - Korean Restaurant

Kimichi: Begleiter durch das ganze Menü

Kimchi bleibt Begleiter durch das ganze Menü. Es erfrischt den Gaumen zu geschmorten Schwarzwurzeln, zu kleinen Bereitungen mit Tofu, Fischkuchen und Glockenblumenwurzel samt Gurke, asiatischem Basilikum und einer süßen Tunke aus schwarzen Bohnen sowie Knoblauchgrün.

PU:M - Korean Restaurant © PU:M - Korean Restaurant
Bild: PU:M - Korean Restaurant

Zum marinierten, darum enorm mürben, extrem würzigen Rindfleisch mit Buchenpilzen, Möhren und Zwiebeln sowie dem gebackenen Schweinebauch spielt es jeweils den Antipoden und in Gesellschaft der (allerdings nicht leicht zu essenden) Blauen Krabben kehrt es seine maßgeblich von der Fischsauce erzeugte Umami-Note hervor. Lediglich zur in jeder Hinsicht beeindruckenden Elefantenmuschel braucht das süß-saure Kraut keinen Beitrag zu leisten: Der Gratin aus gehacktem Tofu und Rinderfleisch genügt sich selbst.

Insgesamt erstaunlich ist in dieser Neugründung, dass das Deftige ohne Schwere auskommt und die gefürchtete Schärfe ein Akzent unter vielen bleibt.

Thomas Platt, rbbKultur

Weitere Rezensionen

"Hoffmann und Devrient im Weinkeller Lutter und Wegner" - Gemälde um 1832 von Karl Themann nach Skizze von Hoffmann um 1818 © akg-images/dpa
akg-images/dpa

Schaumwein mit Geschichte - E.T.A. Hoffmann und der Sekt

Der Schriftsteller, Komponist, Kapellmeister und Karikaturist E.T.A. Hoffmann, der morgen vor 200 Jahren starb, war vor allem ein geselliger Mensch. Er saß gerne in Weinstuben und ließ sich bei den anregenden Gesprächen mit anderen Künstlern und Literaten durch Schaumwein in Stimmung bringen. Gerade während eines dieser fröhlichen Treffen in seinem Stammlokal "Lutter & Wegner" am Berliner Gendarmenmarkt kam Sekt zu seinem heutigen Namen.

Alte Turnhalle Berlin © Elisabetta Gaddoni
Elisabetta Gaddoni

Brunch und Sommergarten in Friedrichshain - "Alte Turnhalle Berlin"

Bis 2001 diente das flache, Anfang der 50er Jahre im neoklassizistischen Stil der Stalinallee errichteten Gebäude als Sporthalle für die Kinder der benachbarten Grundschule. Heute ist die "Alte Turnhalle" mit dem beeindruckend eingerichteten Saal beliebte Location für große Feiern, Events, Tanzabende und Sonntagsbrunch. Im Sommer lockt der große, weiträumige Sommergarten mit "Tankbier" und unkomplizierten, geschmacksvollen Gerichten jenseits des üblichen Biergarten-Angebots.

Download (mp3, 8 MB)
Bewertung:
Geräucherte Makrelen © imago-images.de
imago-images.de

Delikatesse statt Dosenfisch - Fett, aber gesund: Makrele

Wenn es um gesunden Fisch geht, ist immer wieder von Lachs und Hering die Rede. Makrelen, deren Bestände zum Glück noch nicht als überfischt gelten, sind ebenfalls reich an Omega 3-Fettsäuren, aber heutzutage nicht besonders beliebt: die Nachfrage nimmt mit jedem Jahr ab. Dem "Aschenputtel" unter den Speisefischen haftet womöglich das Image an, eher für Dosenkonserven geeignet zu sein. Dabei ist Makrele in der Fangsaison Mai und Juni eine echte Delikatesse, deren markanter Geschmack sich ideal mit fruchtig-säuerlichen Zutaten kombinieren lässt, u.a. mit dem Saisongemüse Rhabarber.