Mönchsbart © Elisabetta Gaddoni
Elisabetta Gaddoni
Mönchsbart / Barba di frate | Bild: Elisabetta Gaddoni

Bote des Frühlings - Mönchsbart - eine gesunde, unkomplizierte Delikatesse

Im Norden kündigt Bärlauch das Ende des Winters an; am Mittelmeer gehört Mönchsbart zu den Pflanzen, die den Frühling begrüßen. Das salzreiche Kraut, das früher massiv angebaut wurde, um Natron herzustellen, ist heute im Süden eine saisonale Delikatesse, die mittlerweile auch bei uns im Handel zu finden ist. Die jungen Pflanzen, sehr reich an Vitaminen und Mineralien, brauchen keine lange oder komplizierte Zubereitung.

 

Salzige Böden, für die meisten Pflanzen ungeeignet, bieten dem Mönchsbart ein ideales Habitat. Die Pflanze gedeiht im gesamten Mittelmeerraum, mittlerweile auch in Nord- und Südamerika, in Küstengebieten, wüstenartigen Landschaften und auf salzigen Sumpfböden. Ähnlich wie Salicorne, ihr Pendant im Norden, speichert sie Salz und andere Mineralien in ihren Blättern und wehrt sich in natürlicher Weise gegen Parasiten.

Beliebtes, salzreiches Kraut

Früher wurde "Salsola soda" massiv angebaut, um aus ihrer Asche Soda herzustellen, u.a. für die Produktion des berühmten Murano-Kristallglas. Noch heute unterstützt Salsola das Wachstum anderer empfindlicherer Pflanzen auf salzreichen Böden, wie zum Beispiel Tomaten, indem sie Salz entzieht.

"Barba di Frate" - auch "Agretti" genannt - ist in Italien eine beliebte Frühlingsspezialität: Jede Region, von Norden bis Süden, hat daher ihren besonderen Namen dafür: Barba del Negus, Bacicci, Rospici, Arescani, Ruscano, Riscolo, Lischi, Finocchi di Mare oder Miniscordi. Verbreitet ist sie auch in Spanien unter dem Namen "Barrilla".

Unkomplizierte Delikatesse

Ihr hoher Gehalt an Kalium, Magnesium, Eisen und Vitaminen macht sie zum idealen Gemüse für Frühlingsdiäten. Die jungen, knackigen und stängelartigen Blätter, die an Schnittlauch erinnern, eignen sich hervorragend als Rohkost für Salate. So sind sie in Frühling das traditionelle Gemüse der römisch-jüdischen Küche am Shabbat, dem Ruhetag, an dem nicht gekocht werden darf.

Barba di Frate schmeckt aber besonders gut, wenn man es kurz blanchiert und mit Salz und Öl abschmeckt. Solo sind sie eine hervorragende Beilage für gebratenen Fisch. Einfach mit Olivenöl, Knoblauch, Kirschtomaten und Anchovis angerichtet, als Zutat für Omelette oder für unkomplizierte Pasta- und Fischgerichten kommt ihr salziger, erdig-säuerlicher Geschmack besonders zur Geltung.

Elisabetta Gaddoni, rbbKultur

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